0:4-Pleite gegen den EV Füssen

Riverkings vergeigen die Oberliga-Premiere

HC Landsberg - Tobias Wedl - verletzt
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Denkbar schlecher Oberliga-Auftakt: HCL-Kapitän Tobias Wedl bleibt in der Partie gegen Füssen nach vier Minuten verletzt an der Bande liegen und kann nicht weiterspielen.

Landsberg/Lindau – Das erste Wochenende in der Oberliga Süd ist für den HC Landsberg recht durchwachsen verlaufen. Zum Auftakt kassierte man daheim eine 0:4-Pleite gegen den EV Füssen. Besser lief es am Sonntag auswärts beim EV Lindau: die Riverkings nahmen ein 7:1 mit auf die Heimreise. Überschattet wurde das erste Spiel durch die Verletzung von Kapitän Tobias Wedl.

Andreas Becherer, Coach des EV Füssen, war am Freitag nach dem Gastspiel bei den Riverkings rundum zufrieden. Das sagte er denn auch in der Pressekonferenz: „Ich denke, dass wir über das ganze Spiel hinweg läuferisch, diszipliniert und vom Stellungsspiel her sehr gut waren. Ich habe nur ganz wenige Situationen gesehen, wo wir den Faden verloren haben.“

Damit ist das Spiel gut zusammengefasst, denn die Riverkings kamen vom Start weg überhaupt nicht in die Partie und konnten das Tempo der Gäste kaum mitgehen. War es die geisterhafte Kulisse in der leeren Halle? War es der Respekt vor dem Experiment Oberliga? Oder hinterließ die Schrecksekunde um die Verletzung von Tobias Wedl ihre Wirkung? Der HCL-Kapitän blieb nach einem Check an der Bande minutenlang liegen und musste behandelt werden. Schließlich fuhr er vom Eis und kam nicht mehr zurück. Diagnose: Kiefer ausgerenkt. Da waren gerade mal vier Minuten gespielt. Ohnehin fehlten den Riverkings Adriano Carciola (Sperre), Markus Kerber (Gehirnerschütterung) und der Langzeitverletzte Florian Reichen­eder (Haarriss im Schienbein).

Das erste Saisontor für die Füssener erzielte Förderlizenzspieler David Diebolder nach fünf Minuten. Die frisch installierte Videowand im „Hungerbachdome“ zeigte das Ergebnis klar und deutlich an: 0:1. Lubos Velebny nutzte nach 18 Minuten die erste Überzahl für die Gäste zum 2:0. Mit diesem verdienten Zwischenstand ging es in die erste Pause. Der HCL kam mit etwas mehr Schwung aus der Kabine und konnte durch Sven Gäbelein und Michael Fischer zwei Chancen herausarbeiten, aber Quirin Stocker war es, der nach 33 Minuten mit einer Direktabnahme zum 3:0 für den EVF traf.

Gegen Ende der Partie nahm HCL-Coach Carciola Goalie Michael Güßbacher vom Eis und blies zur Schlussoffensive. Doch den Riverkings wollte partout kein Treffer gelingen und so konnte Marc Besl (57.) aus dem eigenen Drittel heraus zum 4:0 für die Gäste ins leere Tor schießen.

Damit war die erste Niederlage in der Oberliga Süd besiegelt. Trainer Fabio Carciola sagte nach dem Spiel: „Eigentlich haben wir gut und diszipliniert gespielt und nur wenig zugelassen. Das 0:4 hört sich jetzt natürlich blöd an, aber insgesamt war es ein guter Auftakt. Es fehlte uns ein bisschen an Erfahrung und der Zug zum Tor. Aber wenn wir so am nächsten Sonntag auftreten, können wir in Lindau Punkte holen.“

Abgefertigt

Und damit sollte er recht behalten, denn die Reise an den Bodensee wurde für die Riverkings zu einem Triumph. Sie fertigten die Islanders mit 7:1 ab und sorgten für das erste Erfolgserlebnis in der neuen Spielklasse. Dennis Sturm erzielte nach fünf Minuten den Premierentreffer für den HCL. Diese Überzahl wurde ebenso konsequent zum 1:0 genutzt, wie das Powerplay in der 19. Minute: Hayden Trupp nutzte eine Vorlage von Patrick Seifert zum 2:0. Es war nicht nur erstaunlich, dass Tobias Wedl wieder auf dem Eis stand, sondern auch die Leistung von Goalie Michael Güßbacher war beeindruckend. Er behielt sogar die Nerven und den Überblick, als die Lindauer minutenlang zwei Cracks mehr auf dem Eis hatten. Mit tollen Paraden rettete er das 2:0 in die erste Pause.

Weitere Strafen für den HCL folgten im zweiten Drittel und Güßbacher musste erneut sein ganzes Können zeigen. Doch in der 29. Minute war er bei einem Powerplay der Hausherren machtlos und kassierte den Anschlusstreffer zum 2:1 durch Ochmann. Begann nun das große Zittern bei den Riverkings? Nein, im Gegenteil, sie drehten vor der zweiten Pause noch einmal richtig auf und Trupp (30.), Michael Fischer (31.) und Dennis Sturm (40.) schraubten den Vorsprung auf ein beruhigendes 5:1.

Damit die Hausherren im letzten Drittel gar nicht erst in Versuchung gerieten, das Spiel noch drehen zu wollen, erstickten Michael Fischer (43.) und Sven Gäbelein (44.) jegliche Hoffnung für die Islanders im Keim und stellten auf 7:1. Die restlichen Minuten spielten die Riverkings souverän herunter und ließen nichts mehr anbrennen.

Wichtige Punkte für die Tabelle und viele Tore fürs Selbstvertrauen. Und genau letzteres werden die Cracks des HCL auch brauchen, denn schon am Dienstag (nach KREISBOTEN-Redaktionsschluss) steht die Reise an die Alpen auf dem Programm: Um 20 Uhr wird die Partie gegen den Favoriten SC Riessersee angepfiffen.

Das nächste Heimspiel ohne Zuschauer ist am kommenden Freitag um 20 Uhr gegen den Lokalrivalen EC Peiting. Zwei Tage später müssen die Riverkings zu den Eisbären nach Regensburg reisen.
Dietrich Limper

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