Aufholjagd wird nicht belohnt

Turbulentes Oberliga-Finale in Landsberg

HCL gegen Passau
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Mit einer 5:8-Niederlage gegen Passau verabschiedeten sich die Riverkings (blau) in die Sommer­pause – natürlich mit Blick auf die nächste Oberliga-Saison.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Das letzte Spiel des HC Landsberg in der Oberliga Süd-Saison ist in eigener Halle mit 5:8 (1:4;1:2;3:2) verloren gegangen. Selbst Tabellennachbar Passau Black Hawks war eine Nummer zu groß. Die Partie geriet zu einem Spiegel­bild der gesamten Spielzeit, denn die Riverkings waren dem Gegner streckenweise ebenbürtig, warfen alles in die Waagschale, aber standen am Ende mit leeren Händen da. Mit mageren sieben Punkten verabschiedet sich der HCL als Tabellenletzter in die Sommerpause.

Die erste Viertelstunde wurde von den Cracks der Riverkings komplett verschlafen. Und als sie endlich erwachten, führten die Gäste durch Treffer von J. Franz (4.), Vöst (5.), Schindlbeck (13.) und M. Franz (15.) mit 4:0. „Im ersten Drittel waren wir nicht konsequent in den Zweikämpfen und haben vier schnelle Tore bekommen, denen wir dann hinterher laufen durften“, fasste HCL-Coach Fabio Carciola den betrüblichen Auftakt aus Sicht der Riverkings zusammen.

Das Pflänzchen Hoffnung

War Michael Güßbacher in den letzten Spielen noch der Fels in der Brandung im Tor der Riverkings gewesen, so hatte er am vergangenen Freitag nicht seinen besten Tag erwischt und wurde nach 14 Minuten durch David Blaschta ersetzt. Noch vor der ersten Pause verkürzte Reicheneder (18.) auf 1:4 und hielt das zarte Pflänzchen Hoffnung am Leben.

„Es wurde im zweiten Drittel etwas besser, wir hatten drei oder vier gute Chancen, aber wie so oft in dieser Saison fangen wir uns einen Konter und kassieren ein Tor“, beklagte Carciola und meinte damit den Treffer durch Schindlbeck (25.) zum 5:1 für die Black Hawks. Er fiel genau während einer Druckphase der Hausherren. Mika Reuter (29.) verkürzte in Überzahl auf 5:2. Doch als Vöst (40.) fast mit der Pausensirene das 6:2 für die Gäste erzielte, schien die Partie gelaufen.

Jeder gegen jeden

„Wir hatten das Spiel 40 Minuten im Griff und das Niveau war nicht allzu hoch. Wir haben Landsberg dann im letzten Drittel durch unsere Dummheit und die Strafen wieder ins Spiel gebracht“, sagte EHF-Coach Ales Kreuzer in Bezug auf den letzten Abschnitt. Fabio Carciola sah das ähnlich: „Nachdem der Schiri das Foul gegen Hayden nicht gepfiffen hatte, wurde es ruppiger und jeder wollte nur noch jeden zusammenfahren. Wir haben die Überzahlen dann super gespielt, Tore geschossen und es wurde noch einmal eng. Unser Torwart ging raus, wir haben alles probiert und hatten sogar noch einen Lattentreffer, aber es reichte nicht.“

In der Tat waren die Cracks der Black Hawks in den letzten wilden 20 Minuten Stammgäste auf der Strafbank. Vor allen Dingen die Brüder Simon und Jonas Franz zeigten sich in dieser Hinsicht sehr engagiert, was schließlich zu einer Spieldauer-­Strafe für letzteren führte. Die Riverkings machten sich diesen Umstand zunutze und kamen durch Überzahl-Treffer von Feigl (43.), Trupp (51.) und Sturm (53.) noch einmal auf 6:5 heran. Die Fans der Riverkings hätten den Hungerbachdome in dieser Phase ganz sicher in ein absolutes Tollhaus verwandelt, doch sie mussten daheim vor den Bildschirmen zittern. Ihre Anfeuerungsrufe verhallten ungehört.

Natürlich brachte Carciola einen weiteren Feldspieler für HCL-Keeper Blaschta, doch trotz zwei Spielern weniger auf dem Eis trafen die Gäste durch Kana (57.) ins leere Tor der Riverkings. Und nachdem Blackburn (58.) die Scheibe erneut im verwaisten Tor des HCL unterbringen konnte, war die Partie mit einem 8:5 für Passau beendet. Die Schlusssirene verkündete das Saisonende für beide Aufsteiger, wobei der EHF mit 30 Punkten wesentlich zufriedener zurückschauen kann. Ales Kreuzer bilanzierte treffend: „Wir haben oft gut gespielt und auch die Punkte behalten. Bei Landsberg hingegen war das nicht der Fall, obwohl auch sie gute Leistungen gebracht haben.“

Geradliniger und härter

HCLCoach Carciola zog sein eigenes Fazit: „Ich habe mir die Saison anders vorgestellt, aber nun wissen wir, wie die Realität ist. Wir haben einfach zu lange gebraucht, um zu kapieren, wie man in dieser Liga auftreten muss. Wir müssen geradliniger und härter spielen. In den letzten vier bis sechs Wochen haben wir gezeigt, dass wir es einigermaßen verstanden haben.“

In der langen Sommerpause wird sich herausstellen, ob die Verantwortlichen des HC Landsberg die Saison kompetent analy­sieren und an den richtigen Stellschrauben drehen können. Eine „Übergangssaison“ lassen die Fans den Riverkings offensichtlich durchgehen, aber nun lastet ein gehöriger Druck auf Teammanager Michael Oswald, Sportvorstand Gerhard Petrussek, Präsident Frank Kurz und nicht zuletzt Coach Fabio Carciola. Wird die Lehrzeit in der Oberliga Süd Früchte tragen?

Pressesprecher Joachim Simon verabschiedete die Zuschauer vor den Bildschirmen mit folgenden Worten: „Wir wünschen allen einen schönen Sommer. Bleiben Sie gesund. Wir hoffen, dass wir die nächste Saison mit unseren Fans in der Halle beginnen können.“
Dietrich Limper

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