Auf Fortschritte bedacht

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Im Heimspiel gegen Memmingen konnten die Riverkings mit einem 6:4 punkten.

Landsberg – Die Vorbereitung der Riverkings auf die Punktrunde der Eishockey-Bayernliga nimmt langsam Fahrt auf: Nach dem 3:10 im Saisoneröffnungsspiel gegen Füssen gab es jetzt zwei knappe Siege in Königsbrunn (3:2 n.P.) und gegen Memmingen (6:4).

Die Landsberger Fans unter den 440 Zuschauern im Heimspiel gegen den Liga-Konkurrenten aus dem Allgäu freute der durchaus umkämpfte Sieg, Trainer Alex Wedl kommt es im Moment eher noch auf andere Dinge an. „In der Vorbereitung sind mir die Ergebnisse fast egal, wichtiger ist es für mich, ob die Mannschaft Fortschritte macht.“ 

Starker Auftritt gegen den Ligakonkurrenten

Und davon habe er am Sonntag „einige gesehen“, so der 45-Jährige. Ganz im Gegensatz zum knappen 3:2, das man nach einer „ganz schwachen Vorstellung“ beim Landesligisten in Königsbrunn erst nach Penaltyschießen sichern konnte. Gerade von seinen jungen Spielern forderte er eine deutliche Steigerung. „Wir wollten gegen Memmingen einfach deutlich mehr laufen und unterwegs sein und außerdem auch härter spielen“, so Wedl über die Ansprache an das Team. „Und das haben wir dann auch ganz gut umgesetzt.“

Die Gäste, die beim HCL bereits das dritte Spiel des Wochenendes austrugen, hatten damit sichtlich zunächst ihre Schwierigkeiten. Schon nach gut zwei Minuten setzte Alex Christian in Unterzahl einen Abstauber zum 1:0 in die Maschen, kurz vor Drittelende erhöhte Folk im Powerplay mit einem verdeckten Schuss zum 2:0. 

Alex Reichelmair, ehemaliger EVL-Torhüter und inzwischen in Memminger Diensten, ließ seine Teamkollegen in der Pause wissen, dass er von ihrer Arbeit nicht begeistert war und tatsächlich steigerten sich die Gäste. Krafczyk (23.) und Tentschert (27.) wurden jeweils nicht konsequent genug attackiert und glichen aus. Danach schien Memmingen am Drücker zu sein, Pertl setzte zur Spielmitte noch einen wuchtigen Schuss an den Pfosten, doch noch bis zur Pause kippte die Partie erneut in Richtung der Gastgeber. Zweimal Rohde mit feiner Einzelleistung und Stefan Kerber mit einem Distanzschuss, bei dem Reichelmair nicht gut aussah, sorgten gegen den Favoriten für das 5:2. 

Luft ausgegangen 

Danach ging beiden Teams nach der bislang harten Vorbereitung sichtlich die Luft aus, die Memminger kamen damit aber im Schlussabschnitt erst einmal besser zurecht. „Wir waren da platt, das hat jeder gesehen“, meinte auch Alex Wedl. „Zum Glück haben wir bis zum Saisonstart noch drei Wochen Zeit, in denen müssen wir einfach hart arbeiten.“ In einer Partie, in der es ohnehin eine regelrechte Strafzeitenflut gab, mussten die Riverkings jetzt immer wieder zu Fouls greifen. Zwei ihrer Überzahlspiele nützten die Allgäuer dann prompt noch zu zwei Treffern, bevor Geisberger in der Schlussminute mit dem Treffer ins leere Tor den Endstand besiegelte. HCL-Coach Wedl wird in den nächsten Wochen vor allem auch noch am Über- und Unterzahlspiel seiner Truppe arbeiten. „Mit den größeren Räumen in den Dritteln haben wir teilweise Probleme, das hat man gesehen. Gerade in Unterzahl müssen die Spieler die ersten drei, vier Schritte einfach noch mehr Gas geben.“ 

Als nächste Übungseinheit bietet sich dafür das Spiel am Freitag (19.30 Uhr) in Kempten an. „Das passt im Moment ausgezeichnet, wenn wir ein Spiel gegen einen Landesligisten haben, bei dem vor allem die jungen Spieler alles geben können und dann wieder eines gegen einen Bayernligisten, bei dem wir komplett antreten können.“ Im Heimspiel gegen Peißenberg am Sonntag (17 Uhr) wird dann also auch wieder Markus Rohde – gegen Memmingen auffälligster Akteur – von der Partie sein, obwohl er als Nachwuchstrainer derzeit täglich mehrere Stunden auf dem Eis steht. 

Um noch etwas breiter aufgestellt zu sein, verhandelt der HCL unterdessen noch mit einem weiteren routinierten Akteur. Über die genauen Modalitäten, zu denen der Angreifer für die Riverkings zum Schläger greifen soll, ist man sich bislang allerdings noch nicht einig. „Das wird sich hoffentlich in den nächsten Tagen entscheiden“, so Wedl. „Er ist ein erfahrener Mann, den ich gut kenne und der unserer jungen Truppe auch mehr Sicherheit geben würde.“ Gegen Peißenberg dürfte der potenzielle Neuzugang aber aller Voraussicht nach noch nicht dabei sein. 

Auf die Partie gegen den Ligarivalen ist der Landsberger Trainer „sehr gespannt“, zumal man bei den „Eishacklern“ in dieser Saison einiges geändert hat. Nach einigen sportlichen Schwierigkeiten in der zweiten Saisonhälfte traten Vorstand und sportliche Leitung zurück, man ließ erfahrene Spieler ziehen, der neue Trainer, Randy Neal (zuletzt Bad Tölz), will die Truppe jetzt nach und nach verjüngen. „Die fahren auch einen neuen Kurs“, so Wedl, „wir werden sehen, wo wir gegen die stehen.“ Trotz wechselnder Platzierungen gehört Peißenberg seit zehn Jahren durchgängig zum Inventar der Eishockey-Bayernliga und ist zu einem großen Teil mit Spielern aus der näheren Umgebung besetzt. 

Christoph Kruse

HC Landsberg – ECDC Memmingen 6:4 (2:0, 3:2, 1:2). – Tore: 1:0 (3.) Christian (Folk/-1), 2:0 (20.) Folk (Fischer/+1), 2:1 (23.) Krafczyk, 2:2 (27.) Tentschert, 3:2 (32.) Rohde (Fischer), 4:2 (34.) S. Kerber (Rohde, Tausend/+1), 5:2 (39.) Rohde (-1), 5:3 (45.) Pertl (+1), 5:4 (55.) Schirrmacher, 6:4 (60.) Geisberger (ENG). – Zuschauer: 438. – Strafminuten: Landsberg 28 + 5+Spieldauer für Merkle, Memmingen 26 + 10 für Schweiger + 10 für P. Zimmermann + 5+Spieldauer für Jainz.

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