Ruderclub wird 25

Alle Parteien mit im Boot

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Der „Ruder Club am Lech Kaufering e.V.“ brachte sogar einem späteren Weltmeister das Rudern bei. Michael Waidhauser (l.) leitet heute die Geschicke der Kauferinger Ruderer. Luise Lechner war von der ersten Stunde an dabei und hatte ihre Begegnung mit einem aggressiven Schwan. Ulrich Wallenda (r.) war Ideengeber und der erste 1. Vorsitzender des Vereins. Im Hintergrund die Gesellen und Azubis der Zimmerei Schuster.

Kaufering – Die Ruderer der Marktgemeinde feiern ihr 25-jähriges Jubiläum. Damals hatte Ulrich Wallenda mit seiner Frau Iris die Idee, dass man auch auf dem Lech rudern könne. Am 1. Juni 1988 wurde der „Ruder Club am Lech Kaufering e.V.“ gegründet.

Luise Lechner war damals 15 Jahre alt und mit der Tochter der Wallendas befreundet. So kam sie 1988 zum Rudern. Rein formal konnte sie nicht Gründungsmitglied werden, da sie noch nicht volljährig war. Doch sie war von Anfang an dabei. Sie war dabei, als das Grundstück in der Badstraße 14 „besetzt“ wurde – die Chronik schreibt von einer „geduldeten Besetzung“. Sie hat miterlebt, wie die wertvollen und teuren Skulls, der Laie wurde Ruder dazu sagen, in einem Wohnwagen deponiert wurden, denn ein Vereinsheim gab es noch nicht. Unvergessen bleibt Luise Lechner die Begegnung mit „Paul“. Paul, so nannten sie ihn, war ein Schwan, der auf einer Vogelschutzinsel lebte und seine Aufgabe darin sah, den Ruderern das Leben so schwer wie möglich zu machen. „Jedes Mal wenn wir vorbeifuhren, kam er in Angriffshaltung fauchend auf uns zu“, erzählt Luise Lechner.

Im Gründungsjahr erhielt der Verein sein erstes Boot als Spende, ein „Gig-Doppelvierer“, der auf den Namen Lech getauft wurde. Dazu gab es 10 Paar Skulls im Wert von 20000 DM. Wer damals rudern wollte, musste sehen, dass er das Boot über Steine und Geröll heil ins Wasser bekam, denn der erste Bootssteg wurde erst im September 1989 fertig. Sechs Meter war er anfangs lang und wurde vier Jahr später auf 12 Metern gebracht. Im Dezember 1995 wurde die „Grundstücksbesetzung“ in Form eines Pachtvertrages mit der Gemeinde legalisiert. So konnte der Verein endlich ein Bootshaus bauen. Auch daran erinnert sich Luise Lechner: „Ich habe mit Steine geschleppt und ich habe die Wände mit gestrichen“.

Wie jeder Verein war der Ruderclub auf die Hilfe seiner Mitglieder und Sponsoren angewiesen. Seit 2012 ist Michael Waidhauser 1. Vorsitzender der Kauferinger Ruderer. Der Verein mit seinen rund 160 Mitgliedern hat 40 Boote in seinem Besitz. Vom Einer bis zum Achter ist alles vorhanden, um sportlich erfolgreich zu sein. Pokale in nationalen und internationalen Regatten haben die Kauferinger Ruderer errungen. Erfolgreichster Ruderer des Vereins ist Robert Sens, dreifacher Weltmeister. Er hat im Kauferinger Club am Lech das das Rudern gelernt.

Großen Wert legt der Verein weiterhin auf die Jugend- und Nachwuchsförderung. Michael Waidhauser bedauert ein wenig, dass Nachwuchstalente später oft den Verein wechseln, weil sie anderen Ortes studieren und dort in größere Vereine wechseln. „Da können wir einfach als kleiner Verein nicht mithalten“, sagt der Vorsitzende. Sein Jubiläum feierte der Ruderclub natürlich im eigenen Bootshaus, das nach und nach zwischen 1995 und 2004 ausgebaut wurde.

Die Festansprache hielt Dr. Hans-Jürgen Tzschaschel und anschließend gab es Jazz im Bootshaus. Als kleines Highlight hatten sich die Vereinsmitglieder ein Gästerennen im Vierer mit Steuermann ausgedacht: Antreten sollte aus Auswahl aus Politik gegen „Wirtschaft“, letztere vertreten durch zwei Gesellen und zwei Azubis der Zimmerei Schuster, die am Vereinsheim tatkräftig mitgearbeitet hatte.

Bei schönstem Wetter saßen dann Bürgermeister Erich Püttner (Unabhängige Wähler) mit seinen Gemeinderatsmitgliedern Gabriele Triebel von der Grün Alternativen Liste (GAL), CSU-Mann Meinrad Mayrock und Thomas Salzberger von der SPD in einem Boot. Ganz knapp siegten die Politiker vor den Mannen der Zimmerei Schuster.

Siegfried Spörer

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