Der Mann mit Trillerpfeife

Schiedsrichter Fridolin Hiefner aus Finning pfeift ab sofort in der Landesliga

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Fridolin Hiefner (Mitte) pfeift ab dieser Saison in der Landesliga.

Finning – Er pfeift für sein Leben gern. Der Finninger Fridolin Hiefner darf als Schiedsrichter seit dieser Saison erstmals in der Landesliga auf dem Platz stehen. Damit trägt er zur erfolgreichsten Saison der Geschichte der Schiedsrichtergruppe Ammersee-FFB bei.

Wie wahrscheinlich viele Schiedsrichter hatte Hiefner seinen ersten Kontakt zum Fußball als Spieler. Beim TSV Finning hechtete er dem Ball nach. Bis er dann irgendwann einmal eine Pfeife in die Hand gedrückt bekam. „Es war halt grad niemand anderes da und dann hab ichs gemacht“, erinnert sich Hiefner. Es habe ihm Spaß gemacht und als ein Kumpel ihm von einem Neulingskurs erzählte, war die Sache klar. Spontan machte er 2013 bei der Ausbildung zum Schiedsrichter mit. An mehreren Wochenenden lernte er, wie man bei einem Spiel richtig pfeift.

Seitdem hat er sich als Spieler vom Feld verabschiedet – die Zeit fehlt. Obwohl dem Schiedsrichter sein Hobby Freude macht, gibt er zu: „Es ist schon eine enorme Belastung.“ Im Durchschnitt ist er bei zwei Spielen pro Wochenende. Er ist allerdings in der Regel schon eine Stunde vor Anpfiff da. Und nach dem Spiel gibt es dann auch noch ein Coaching-Gespräch. Da vergehen dann schnell mal fünf bis sechs Stunden, bis man sich wieder auf den Heimweg machen kann.

Wünscht man sich da nicht manchmal als Spieler auf das Feld zurück? Für den 22-Jährigen ist die Sache klar. „Wenn ich mich als Schiedsrichter weiterentwickeln will, dann muss ich da voll und ganz meinen Fokus drauflegen.“ Außerdem würde er viel rumkommen, andere Orte kennenlernen und viele Menschen treffen. Trotzdem gibt der Finninger zu, dass Kicken etwas zu vermissen. Zumal er sich, wie er selbst sagt, „gar nicht so schlecht angestellt“ hat.

Aber der Fokus vom Spieler zum Schiri hat sich auch auf andere Weise verändert: beim Fußball-Schauen. „Ich schaue jetzt viel mehr auf den Schiedsrichter und freue mich, wenn der ein souveränes Spiel hinlegt.“ Er selbst arbeite natürlich auch stetig an sich. Nach jedem Spiel müsse man reflektieren. „Man darf das nicht einfach abhaken.“ Wenn man vorankommen wolle, dann müsse man auch seine Entscheidungen immer hinterfragen.

Dem jungen Schiedsrichter ist der Umgang mit den Spielern besonders wichtig. Klar bliebe es nicht aus, dass man als Schiedsrichter auch immer wieder strittige Entscheidungen fällt. Dann müsse man sich den Fußballern gegenüber halt durchsetzen können. Aber Meinungsverschiedenheiten gibt es bei Weitem nicht nur auf dem Platz. Auch die Zuschauer lassen ihren Unmut über so manche Entscheidung des Schiedsrichters raus. „Ich kann das schon verstehen. Deren Herz schlägt halt für ihr Team“, gibt sich Hiefner diplomatisch. So gäbe es bei 100 Zuschauern eben auch 100 Meinungen. Zu heftigeren Auseinandersetzungen sei es aber noch nie gekommen.

Wichtig ist bei der Arbeit des 22-Jährigen deshalb auch, dass er absolut unparteiisch bleiben muss. Daher ist es verständlich, dass er auf die Frage nach seinem Lieblingsverein nicht so recht mit der Sprache herausrücken möchte. „Stellen Sie sich vor, ich sag jetzt, welchen Verein ich toll finde. Und irgendwann muss ich dann bei einem Spiel dieses Vereins pfeifen.“ Andere Schiedsrichter hätten bei so was durchaus schon Probleme bekommen.

Also verlassen wir das ungemütliche Territorium und widmen uns doch eher den Herausforderungen in der Landesliga. „Eigentlich ist zur vorherigen Liga vom Druck her kein großer Unterschied“, erklärt Hiefner. Mehr Zuschauer gebe es und auch das Spieltempo würde im Vergleich etwas anziehen. „Ich muss deshalb auch ein bisschen mehr laufen“, sagt der Schiedsrichter mit einem Augenzwinkern.

Was die Zukunft noch so bringt, weiß niemand. Aber wie wäre es mit einem weiteren Aufstieg für den Finninger? „Man muss realistisch bleiben“, erklärt Hiefner. Um als Schiedsrichter ganz nach oben zu kommen, mit der WM als Königsklasse, sei es ein steiniger Weg und man brauche viel Glück. Aber sein Hobby wird ihn wohl immer begleiten. Zumindest ist das seine Hoffnung. „Es ist ein Teil meines Lebens, den ich mir nicht wegdenken kann.“ Und das muss er hoffentlich auch nie tun.

Stephanie Novy

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