Fair trotz Emotion

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Christian Erdle, Obmann der Schiedsrichtergruppe Ammersee-FFB, trat mit den Fußballvereinen aus Prittriching, Scheuring und Egling in den Dialog zum Motto „Fair trotz Emotion“.

Landkreis – Die Schiedsrichtergruppe (SRG) Ammersee-FFB hat unter dem Motto „Fair trotz Emotion“ eine umfangreiche Dialog-Initiative gestartet. Obmann Christian Erdle und sein Team sind derzeit auf Tour zu Gesprächsrunden mit Vereinen, eine der ersten fand jetzt beim SV Prittriching statt.

SVP-Vorstand Anton Weber sprach bei der Dialog-Veranstaltung in Burching mit den Führungskräften der SRG und der Prittrichinger Fußballer sowie auch mit den Abteilungs- und Jugendleitern des FC Scheuring und der SF Egling. Der große Weihnachtsbaum sei durchaus ein Symbol für die Veranstaltung, so Weber, denn es gehe ja vor allem um ein friedliches Miteinander der Vereine und der Unparteiischen. Das Motto der Gesprächsrunde „Fair trotz Emotion“ erläuterte SRG-Obmann Christian Erdle. „Emotion gehört dazu, sonst stirbt der Fußball“, so Erdle.

In einleitenden Videos wurde dann aber schnell deutlich, dass auf manchen – und immer mehr – Plätzen aus Emotionen leicht Hass und Gewalt werden. Schiedsrichter berichten im Video über brutale verbale und tätliche Angriffe auf Unparteiische. Die Ursachenforschung für die zunehmende Gewalt sei vielfältig. „Wir alle machen Fehler, natürlich auch Schiedsrichter“, weiß Christian Erdle, „es gibt Fehlverhalten zum Beispiel in der Darstellung.“

Gerade junge Schiedsrichter müssten hier noch sehr viel lernen, die SRG arbeite in der Ausbildung intensiv daran. Man habe heute (auch abseits des Fußballplatzes) vor allem mit wachsender Respektlosigkeit zu tun – „die Vorstufe zu Gewalt“, wie es hieß, und ein weit verbreitetes Phänomen. Während es im Fernsehen oft negative Vorbilder gebe, müssten in den Vereinen positive Vorbilder am Werk sein, so Erdle.

Die Spielgruppe Nord sei kein Bereich, in dem es kritisch zugehe, trotzdem könne man aus Sicht der Schiedsrichter manches verbessern. Christian Erdles „Wunschliste“. Im Vordergrund stehe zunächst eine Aufwertung des Ordnungsdienstes in Vereinen und feste Vergabe an Personen. Erdles schlug auch die Etablierung eines Schiedsrichterobmanns in jedem Verein vor. Dieser Obmann soll als Verbindung zwischen den Verbands-Schiris und den Mannschaften fungieren. Auch die intensivere Gewinnung von Nachwuchs-Schiedsrichtern aus den Vereinen sei dringend notwendig.

In der anschließenden Diskussion stand dann auch unter anderem das Thema Respekt im Mittelpunkt. Von Vereinsseite wurde deutlich gemacht, dass es auch Schiedsrichter manchmal am Respekt gegenüber den Spielern fehlen lassen – oft eine Folge eigener Unsicherheit und mangelnder Erfahrung, wie Christian Erdle erläutert, der in der SRG sehr viele junge Unparteiische hat, die noch lernen müssten. Die Vereinsvertreter regten an, dass in Fällen von gewalttätigen Anfeindungen oder gar Auseinandersetzungen das Sportgericht härtere Strafen aussprechen müsste. „Die Urteile sind in solchen Fällen oft zu lasch“, hieß es. Oder die Strafen würden für regulative Fehler ausgesprochen, statt für echte Vergehen. 

Personalaufstocken in Richtung festem Leiter Ordnungsdienst und eigenem Schiri-Obmann wurde von den Vereinen grundsätzlich begrüßt, aber man tue sich schwer engagierte Leute zu finden. Das gelte ja schon für die Führungspositionen im Verein. Die Teilnehmer wollen die Anregungen aus der Gesprächsrunde aber sicherlich mit in ihre Vereine nehmen. Die Runde war sich einig, dass solche direkten Dialoge nützlich für alle Seiten sind, da hierdurch das Verständnis für die jeweilige Seite wächst.

Nächster konkreter Schritt für die Teilnehmer in Prittriching: Werbung im eigenen Verein für den nächsten Schiedsrichter-Neulingskurs, der am 7. Februar 2014 beginnt. Bis dahin werden noch weitere Dialogabende der SRG Ammersee-FFB bei den Vereinen folgen.

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