Für jeden ein Pünktchen

+
Sie schenkten sich nichts und teilten am Ende die Punkte: Das Derby zwischen Landsberg (grün) und Schwabmünchen endete mit 1:1. Hier für die Lechstädter im harten Einsatz: Daniel Rieck, Qendrim Beqiri und Daniel Neuhaus.

Landsberg – Zu diesem Derby gab es mal keine zwei Meinungen: „Zum Davonlaufen“, hatte Sven Kresin direkt nach dem 1:1 des TSV Landsberg gegen Schwabmünchen die Partie in Übereinstimmung mit den Zuschauern eingeschätzt. Immerhin holte seine Truppe damit einen weiteren Punkt auf dem Weg zum Klassenerhalt in der Fußball-Bayernliga.

Recht viel mehr Positives gab es über diesen Nachmittag im Hacker-Sportpark allerdings nicht zu sagen, abgesehen von der stattlichen Kulisse von 560 Zuschauern. Diese sahen zunächst eine Heimmannschaft, die zwar mehr Spielanteile hatte, aber sich kaum Chancen herausarbeiten konnte. Auf dem vom Winter noch deutlich gezeichneten Rasen versuchte man es immer wieder mit langen Bällen, konnte sich aber vorne zu selten durchsetzen. „In der Offensive hätte ich mir von einigen Spielern schon deutlich mehr erwartet“, sah auch Toni Yildirim, Sportlicher Leiter beim TSV, die Schwächen im Angriff. Zudem fehlte die Konsequenz im Abschluss, wie nach 15 Minuten bei Daniel Neuhaus, der freistehend im Strafraum den Ball vertändelte.

Schwaches Derby, gerechte Punkteteilung

Derselbe Spieler war dann auch indirekt an der etwas überraschenden Führung beteiligt. Ein Steilpass von Beqiri rutschte Neuhaus unter der Sohle durch – was den gegnerischen Verteidiger derart irritierte, dass er ebenfalls ein Luftloch schlug. Strohhofer nahm den Ball mit und schob routiniert zum 1:0 ein (44.).

In der Pause hatte es in der Schwabmünchner Kabine dann hörbar Gesprächsbedarf gegeben und die Gäste, die mitten im Abstiegskampf stecken, kamen deutlich engagierter zurück aufs Feld. Die Landsberger dagegen wurden immer passiver und kamen nur noch vereinzelt zu Gelegenheiten. Nach 47 Minuten schoss Schwabmünchen zum ersten Mal überhaupt auf das von Heiland gehütete Tor; von diesem Moment an fanden man offensichtlich Gefallen am Offensivspiel. So fiel der Ausgleich nach einer guten Stunde nicht unerwartet: Die Abwehr der Gastgeber hatte den Ball in mehreren Versuchen nicht aus dem Strafraum gebracht, schließlich drehte sich Thomas Rudolph noch und setzte die Kugel unhaltbar ins rechte Eck.

Zum Schluss mussten die Landsberger sogar noch um den einen Punkt froh sein. Einen Konter, bei dem zwei Stürmer frei vor Heiland standen, vergaben die Gäste leichtfertig. Nach 88 Minuten erwischte ein Direktschuss von Daniel Raffler aus wenigen Metern den Torhüter auf dem falschen Fuß, der Ball strich aber um Zentimeter am linken Pfosten vorbei. „Wenn es blöd läuft, verlieren wir das sogar“, sagt auch Toni Yildirim, der aber insgesamt „ein verdientes Ergebnis von zwei Mannschaften, die an diesem Tag beide schwach waren“, gesehen hatte.

Daneben gab es aber auch Lob für Daniel Neuhaus und Manuel Detmar. „Die beiden Jungen haben das 60 Minuten wirklich gut gemacht“, so Yildirim, „auch wenn sie sich natürlich erst an die Bayernliga ge- wöhnen müssen.“ Ebenfalls positiv ist ihm die personell arg gebeutelte Innenverteidigung aufgefallen. „Mit der Rückkehr von Peter Knechtel haben wir deutlich mehr Stabilität hineinbekommen.“

Auf die wird es auch am heutigen Mittwoch ankommen, wenn Unterföhring zum Nachholspiel kommt (19 Uhr). Yildirim: „Ich gehe davon aus, dass das ein besseres Spiel wird. Aber es hilft uns nichts, wenn wir hinten vier kassieren, dafür aber vorne schön gespielt haben.“ Auch diese Partie wird ohne Spielmacher Muriz Salemovic stattfinden. Er wird mit einem angebrochenem Brustbein wohl noch mindestens drei Wochen fehlen.

Christoph Kruse

Auch interessant

Meistgelesen

X-Press rollt ungebremst weiter
X-Press rollt ungebremst weiter
Vorzeitige Rettung verpasst
Vorzeitige Rettung verpasst
Weiter ungeschlagen
Weiter ungeschlagen
Das Schicksal in der eigenen Hand
Das Schicksal in der eigenen Hand

Kommentare