TSV Landsberg klettert auf Platz 14 der Bayernliga-Tabelle

Formstarkes Offensiv-Duo

+
Daniel Neuhaus (weiß, hinten) setzte in der 89. Minute mit seinem Treffer ins lange Eck den Deckel drauf. Der TSV Landsberg klettert damit auf Platz 14 in der Tabelle.

Landsberg – Der TSV Landsberg meldet sich zurück. Und wie: Hatte die Abteilung Attacke bei der 2:0-Niederlage in Heimstetten zuletzt noch wenig Esprit versprüht, schenkte die Offensive um die beiden stark aufgelegten ­Manuel ­Detmar und Sebastian Bonfert der SpVgg Hankofen-Hailing am vergangenen Samstag vier Treffer ein. Am kommenden Wochenende kann der Lech-Bayernligist vor heimischem Publikum den nächsten Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld angehen und den holprigen Saisonstart endgültig vergessen machen. Zu Gast ist dann der FC Ismaning.

Richtig wohl war Co-Trainer Christian Detmar, der abermals seinen in China weilenden Chef Uwe Zenkner an der Seitenlinie vertrat, erst beim Abpfiff. „Es hätte jederzeit nochmal hektisch werden können“, erinnert er sich an die letzten Züge seines TSV bei der SpVgg Hankofen-Hailing. In der 81. Minuten hatte der eingewechselte Daniel Neuhaus die Weichen mit einem Sahne-Treffer schon vermeintlich endgültig auf Sieg gestellt. Am Strafraum­eck angespielt, verschaffte der Joker sich per Hackentrick etwas Platz und zirkelte den Ball unhaltbar zum 1:4 für Landsberg ins lange Eck. Doch in der 89. Minute verkürzten die Hausherren. Detmars Schützlinge waren zu weit aufgerückt und kassierten einen Konter, den Philipp Hilmer zum 2:4 abschloss. „Die Atmos­phäre mit 490 Zuschauern und die lange Nachspielzeit haben die Partie bis zuletzt spannend gehalten“, schnauft der Coach durch. Schiedsrichter Michael Hofbauer hatte fünf Minuten oben drauf gepackt.

Die, zumindest für den 52-Jährigen, bange Schlussphase wäre vermeidbar gewesen, hätte der TSV seinen starken Start in die Partie konsequenter ausgenutzt. Denn gegen die kampfstarken Niederbayern gaben die Lech-Kicker vom Anpfiff weg den Ton an. Auch die personell fast völlig umgekrempelte Hintermannschaft stand sicher. „Wir haben ziemlich guten Fußball gespielt“, lobt Christian Detmar, der vor allem in den ersten 25 Minuten deutliche Vorteile zugunsten Landsbergs notierte. Doch mehr als ein wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkanntes Tor durch Sebastian Bonfert sprang nicht heraus.

Das änderte sich erst in der 39. Minute: Wieder war es der Antreiber, der gegen die mittlerweile erstarkten Hausherren die Führung besorgte. Ein Volley nach einer Ecke landete direkt beim 29-Jährigen, der nur noch den Kopf hinzuhalten brauchte; mit 0:1 ging es in die Pause. Auch dank Torwart Philipp Beigl, der sein Team das Zwischenhoch der Hankofener schadlos überstehen ließ. „Er ist gerade in einer sehr guten Form“, bestärkt Christian Detmar den Schlussmann, der im Vergleich zu den teils wackligen Auftritten der Vorsaison eine deutliche Wandlung vollzogen hat.

Zurück auf dem Feld, kam diesmal die Spielvereinigung besser aus den Startlöchern. Landsberg strauchelte und musste sich abermals auf seinen letzten Mann und eine Portion Glück verlassen. In der 64. Minute reichte aber beides nicht mehr: Ein Eckball segelte in den Strafraum des TSV, wo eine Schar an Spielern hochstieg. Seine knapp 1,90 Meter Körpergröße am wirkungsvollsten setzte Hankofens Abwehr-Kante Michael Gröschl ein – 1:1. „Zu dem Zeitpunkt drohte die Partie zu kippen“, blickt Christian Detmar zurück, doch der TSV dokumentierte seine neu gewonnene Abgeklärtheit. Zugriff aufs Spiel und Kontrolle kehrten zurück. Sicherlich nicht ungelegen fiel das 1:2 nur wenige Minuten nach dem Ausgleich: Ein hoher Freistoß Lukas Göttles fand Manuel Detmar, der den Ball stoppte, gegen zwei Bewacher behauptete und aus knapp zehn Metern traf.

In der 79. Minute stellte der formstarke Angreifer, der mit sieben Treffern aus neun Auftritten derzeit den zweiten Platz der ligaweiten Torjägerliste belegt, sogar auf 1:3. Bonfert hatte ihm die Vorlage serviert, Manuel Detmar fackelte nicht lange und schloss ins kurze Eck ab. Für den Puls seines Vaters dürfte das zumindest eine kleine Entlastung gewesen sein, hatten die Hausherren kurz zuvor doch noch die Latte des Landsberger Gehäuses anvisiert und das 2:2 somit nur knapp verpasst.

Mit neun Punkten aus den letzten vier Spielen schiebt sich der TSV auf Rang 14 der Tabelle, immerhin den obersten Relegationsplatz, vor. Um gesicherte Gefilde anstreben zu können, müssen sich die Lech-Kicker jedoch weiter strecken. Da trifft es sich gut, dass sich die Liste derer, die verletzungs- oder terminbedingt zuletzt nicht zur Verfügung standen, lichtet. ­Sebastian Nichelmann ist wieder parat, auch der zuletzt immer wieder lädierte ­Julian Birkner gab am Wochenende sein Comeback über 90 Minuten – wenn auch nur beim Kreisklassen-Duell der Reserve in Böbing. Von der zweiten ebenfalls wieder in die erste Garnitur beordert wird Luke Rottmann; Jonas Meichelböck und Rainer Storhas tasten sich im Training in Richtung Wettkampfform zurück, während Daniel Siegwart weiterhin im Urlaub weilt. Angetan ist Coach Detmar auch von den Eindrücken, die Defensiv-Neuzugang Michael Guggumos bei seinen ersten Einheiten mit den neuen Kameraden hinterließ. „Ein guter Spieler, der reinpasst“, lobt der etatmäßige Co-Trainer. Für kommenden Samstag sei der Ex-Schwabmünchener aber noch keine Option.

Dann gastiert ab 14 Uhr mit dem FC Ismaning ein Rivale im 3C-Sportpark, der punktgleich mit den Landsbergern in der Tabelle rangiert. „Wie alle Münchener Mannschaften ein spielstarker Gegner“, weiß Christian Detmar, der ein Duell auf Augenhöhe erwartet. „Wir gehen mit breiter Brust rein und wollen mit Willen und Engagement punkten.“ Zwischenzeitlich hatten sich die Verantwortlichen um eine Spielverlegung bemüht, um Cheftrainer Uwe Zenkner die Rückkehr an die Seitenlinie zu ermöglichen. Dazu kam es nicht, sodass Vertreter Detmar erneut die Stellung hält. Ob er wieder bis zum Abpfiff bangen muss, wird sich zeigen.

Rasso Schorer

Auch interessant

Meistgelesen

Remis reicht zum Sprung über den Strich
Remis reicht zum Sprung über den Strich
Sturmreihe schon blendend eingespielt
Sturmreihe schon blendend eingespielt
Würzburg entgeht der Blamage
Würzburg entgeht der Blamage
Formstarkes Offensiv-Duo
Formstarkes Offensiv-Duo

Kommentare