Sport-Kolumne „Ganz nah dran“

Sydney, Pürgen und der Titel

Sydney Lohmann - Pürgen - Fußball
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Sydney Lohmann aus Pürgen kickt für den FC Bayern und die Nationalmannschaft.
  • Thomas Ernstberger
    vonThomas Ernstberger
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Wo ist Sydney? Klar, in Australien. Aber das hab ich jetzt gar nicht gemeint. Ich habe in den letzten Spielen der Bundesliga-Frauen des FC Bayern München und im aktuellen Kader der deutschen Nationalmannschaft die Sydney vermisst, die in Pürgen aufgewachsen ist, mit vier Jahren beim SV Lengenfeld mit dem Fußballspielen begonnen hat und die mit ihren 20 Jahren als eines der größten Talente im deutschen Frauen-Fußball gilt. Ich meine Sydney Lohmann (Foto), die den Bayern im Champions League-Viertelfinal-Rückspiel in Rosengard fehlte, beim DFB-Pokal-Aus in Wolfsburg schmerzlich vermisst wurde und auch die Länderspiele gegen Australien und gestern gegen Norwegen absagen musste.

Wo ist Sydney?, habe ich ihren Berater, meinen lieben Ex-Kollegen Felix Seidel, gefragt. „Ein kleiner Faserriss im Oberschenkel, deshalb muss sie pausieren“, hat er mich aufgeklärt. Und Sydney schrieb mir: „Nicht so schlimm. Ich fange in der Woche nach den Länderspielen wieder mit dem Training an.“

Entwarnung also bei der siebenfachen A-Nationalspie­lerin, die seit 2017 70 Mal für die Bayern gespielt hat. Mittlerweile wohnt sie in München, ist aber regelmäßig in Pürgen bei ihren Eltern Isabel und Malte zu Besuch. Die Mama Kanadierin, der Papa ein Hamburger – wieso heißt die Tochter dann Sydney? Auch das hat sie mir mal verraten: „Meine Eltern haben in Sydney geheiratet. Da ist die Idee entstanden.“

Jetzt schaut’s ganz so aus, als sollten die Lohmanns auch bald wieder Grund zum Feiern haben. Ihre Tochter wird wohl die Erste sein, die eine Deutschen Fußball-Meisterschaft nach Pürgen bringt. Fünf Punkte Vorsprung bei fünf noch ausstehenden Spielen: Schwer vorstellbar, dass sich Sydney und die in 17 Bundesliga-Partien ungeschlagenen Bayern-Frauen den Titel auf der Zielgeraden noch nehmen lassen.

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