Sportkolumne „Ganz nah dran“

Leichtathletik? Nein, Tennis!

Alexander Zverev - Tokio
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Hat mit Gold das Tennis-Fieber in Deutschland wieder entfacht: Alexander Zverev.
  • Thomas Ernstberger
    VonThomas Ernstberger
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Lang hat’s gedauert. Aber jetzt ist der „Olympische Funke“ tatsächlich auf mich übergesprungen. „Warten auf die Leichtathletik“, habe ich vergangene Woche an dieser Stelle geschrieben. Klar, der italienische Doppelsieg am Sonntag über 100 Meter und im Hochsprung war ein Highlight. Doch es war eine andere Sportart, die nicht nur mich vor dem Fernseher mitfiebern ließ. Der gute, alte „weiße Sport“ hat das „Olympia-­Feuer“ wieder entfacht.

Phantastisch, was Alexander „Sascha“ Zverev da auf den Court zauberte. Ein historischer Triumph, der erste Olympiasieg eines deutschen Herren. Die erste deutsche Goldmedaille nach Steffi Graf 1988 und dem Legen­den-Duo Boris Becker und Michael Stich 1992. Ein großartiges Match – da wurden die Tokio-typischen, seltsamen Begleit­umstände (lautstarke Proteste vor dem Stadion, keine „echten“ Zuschauer und eine Siegerehrung dank Maske ohne Lächeln und mit Medaillen, die sich die Gewinner selbst umhängen müssen) zur Nebensache.

Ich habe unseren Olympiasieger live bei den BMW Open in München gesehen. Da gewann er 2017 und 2018. Viel früher habe ich über den deutschen Spieler berichtet, der 2000 in Sydney Silber holte. Für eine große Reportage über Tommy Haas (43) war ich mit ihm schon Mitte der 90er Jahre beim Skifahren in St. Anton, das Interview (eines der ersten mit ihm, das je erschienen ist) führten wir auf der legendären „Sennhütte“. Yannick Noah, der französische Tennisspieler und spätere Popmusiker, spielte dazu auf. Da rockte die ganze Hütte.

Tommy Haas gewann 2000 in Sydney Olympia-Silber

Ich war später mit Tommy und seiner Familie beim Eisessen in Bad Aibling, wir trafen uns regelmäßig vor den BMW Open am Aumeister in München zum „Auftakt-Interview“. Nur nach Florida, in seine Wahlheimat, habe ich es trotz Einladung nicht geschafft.

All diese Begegnungen sind mir am Sonntag nach dem Olympiasieg von Alexander Zverev eingefallen. Genauso wie die München-Matches der Superstars wie Andre Agassi, Pete Sampras oder Becker, über die ich damals berichten durfte. Das war zu einer Zeit, als Tennis in Deutschland einen riesigen Stellenwert hatte. Vielleicht sorgt ja der Olympiasieg des gebürtigen Hamburgers Zverev für einen neuen Boom.

Tommy Haas ist übrigens noch immer aktiv. Der ehemalige Weltrangliste-Zweite schlägt in diesem Sommer für die Herren 30 des TC Großhesselohe in der Bundesliga Süd auf.

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