12 Stunden-MTB-Europameisterschaft

36 Mal um den Schatzberg

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Kai Saaler (vorne) und Florian Probst (34) am Schatzberg lieferten sich einen harten Fight um die Ränge 2 und 3.

Dießen – Für die Premiere im Vorjahr gab es schon viel Lob. Bei der zweiten Auflage der 12-Stunden Europameisterschaft rund um den Schatzberg wirkten die Teilnehmer und der veranstaltende Motorsportclub Dießen (MCD) noch zufriedener. „Das war eine super Sache und toll organisiert“, war von den Mountainbikern immer wieder zu hören. Michael Kalivoda aus Garmisch-Partenkirchen wiederholte seinen Vorjahressieg und bei den Damen fuhr Anja Knaub auf Podestplatz 1.

Beim MCD, der das Marathon-Rennen mit 50 Helfern aus dem Verein und der Burschenschaft Wengen reibungslos über die Bühne brachte, sah man auch nur strahlende Gesichter, trotz der Anstrengungen über den ganzen Tag. Mit 386 Teilnehmern aus ganz Deutschland und dem Ausland, etwa Österreich und Belgien, wurde die Zahl des Vorjahres um fast 100 übertroffen. „Wir waren überrascht von der hohen Starterzahl“, meinte Christian Nörpel vom Organisationsteam.

Titelverteidiger Michael Kalivoda (links) radelte am Ende einigermaßen entspannt in Richtung Europameisterschaft.

Entsprechend groß war der Aufwand, um die Mountainbiker zu versorgen. 850 Käse- und Wurstsemmeln sowie 90 Kilo Nudeln und viel Obst mussten vorbereitet und verteilt werden. Dazu galt es die Ausdauerradler mit Getränken zu versorgen. Angesichts der moderaten Sommertemperaturen floss nicht ganz so viel Schweiß wie befürchtet. Am Ende gab es dann auch noch eine kostenlose Dusche in Form eines Wolkenbruchs kurz vor Ablauf der zwölf Stunden.

Zu diesem Zeitpunkt war aber schon ein Großteil der Fahrer im Ziel, da es bei Rundenzeiten von etwa zwanzig Minuten für den 7,8 Kilometer langen Parcours mit knapp 130 Höhenmetern keinen Sinn mehr machte, um 19.50 Uhr noch eine Runde anzugehen. Auf der gab es nach Meinung der Teilnehmer vor allem zwei Schlüsselstellen. Der erste Kiesanstieg und die Kiesabfahrt, „war technisch sehr anspruchsvoll“, erklärte Nörpel, der im Sechserteam mit den älteren Mitstreitern vom MCD selbst in die Pedale trat.

Einem Fahren wurde die nicht ganz einfache Strecke promt zum Verhängnis. Bei einem Sturz zog er sich eine Schlüsselbeinverletzung zu. „Ansonsten ging es aber mit Schürfwunden ab“, ergänzte Nörpel. Der spät einsetzende Regen machte den Starten dagegen keine größeren Probleme. „Es war gut zu fahren und nicht rutschig“, urteilte ein Teilnehmer aus einem Viererteam, wie viele andere auch.

Fast nichts gesehen

Das aufziehende Gewitter sorgte allerdings für vorzeitige Dunkelheit. „Im Wald habe ich fast nichts mehr gesehen“, verriet Michael Kalivoda, der im Einzel wie schon bei der Premiere im Vorjahr nicht zu schlagen war. Der Mountainbike- Routinier aus Garmisch-Partenkirchen, der mit dem Rennen Dießen seine Karriere beendete, lag zur Rennhalbzeit noch auf Platz fünf. Im Gegensatz zur Konkurrenz, die zum Ende hin abbaute, hielt der 43-jährige seine Rundenzeiten jedoch konstant, so dass er sich Position für Position nach vorne schob und letztlich mit 36 Runden und acht Minuten Vorsprung auf Kai Saaler gewann. Platz 3 unter den 49 Soloherren ging an Florian Probst.

Siegerin bei den vier an den Start gegangenen Damen wurde Anja Knaub, die auf 28 Runden kam. Bei den Zweierteams hatte das Team Messingschlager mit Thomas Lauter- bach und Gunther Klos mit 39 Runden die Nase vorne. Beim Mixed siegten Jule Waligora und Marc Prins (Team Sebamed, 38 Runden). Die größte Anzahl an Runden erstrampelte sich der Vierer der Herren von Medsport 2 mit Markus Pielenz, Holger Pirzl, Julian Philipp und Marco Baumann, die den Schatzberg unglaubliche 43 Mal umrundeten. 35 Umrundungen brachte das Beste Damenquartett vom Sirius X-Ice Team mit Jasmin Erhardt, Tanja Trinkwalter, Kerstin Kuhnlein und Theresa Wolfrum zusammen.

Bei den 13 Sechserteams war der „Aufzugsdienst München“ nicht zu schlagen. Platz 2 ging an die Triathleten aus Riederau. Die Lokalmatadore vom MCD Jugendteam landeten auf einem guten 4. Platz, während die ältere MCD-Truppe Rang 6 belegte. „Wir wollten den jungen den Vortritt lassen“, so Nörpel schmunzelnd. Aber nicht nur er war im Zelt bei der Siegerehrung durch Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch guter Laune. „Das war eine super Sache, ihr wart toll“, lobte MCD-Chef Helmut Bischeltsrieder die Marathon-Radler, die mit ziemlicher Sicherheit auch bei der dritten Auflage im kommenden Jahr wiederkommen werden.

Roland Halmel

386 Mountainbiker am Schatzberg

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