"Rudern ist Teamarbeit"

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Der Kauferinger Ruder Club hat mit Theis Hagemeister ein Spitzentalent in seinen Reihen. Markus Vogt (r.), früher selbst international erfolgreicher Ruderer konnte dem 17-Jährigen – hier mit dem Vorsitzenden Ulrich Wallenda (l.) im Bootshaus – Tipps geben.

Kaufering – Der Ruderclub in der Marktgemeinde hat ein Supertalent in seinen Reihen. Stolz konnte der Vorsitzende des Vereins, Ulrich Wallenda, den 17-jährigen Theis Hagemeister der Presse und potentiellen Sponsoren präsentieren. Hagemeister ist bayerischer Jugendmeister und hat sich nun die Teilnahme an der Weltmeisterschaft der Junioren in Rio de Janeiro in diesem Jahr als Ziel gesetzt.

Derzeit läuft die Qualifikation. Der Verein hofft nun, Firmen aus der Umgebung zu finden, die das Vorhaben finanziell unterstützen, denn die staatlichen Zuschüsse sind nicht gerade kostendeckend. Ulrich Wallenda und der 2. Vorsitzende Alexander Kipp hatten sich für die Sponsorenpräsentation einiges überlegt und zwei Redner eingeladen, die die Verbindung zwischen der Sportart Rudern und der Leitung von Unternehmen herstellen sollten. 

Markus Vogt, Unternehmer, WM-Medaillengewinner und Olympiateilnehmer im Vierer machte auf eindrucksvolle Weise klar, wie sehr ihm die Sportart in seiner Karriere als Unternehmer geholfen habe. „Rudern ist Teamarbeit“, betonte der in Kaufering lebende Markus Vogt, der 1996 seine aktive Karriere beendet hatte. Die Sportart habe ihm bei der Schaffung einer werteorientierten Struktur für seine Berufslaufbahn sehr geholfen. Teamgeist, Geduld und Disziplin, Ziele setzen und auch Besonnenheit und Verlässlichkeit zeichneten das Rudern aus. 

Diese Werte könne man 1:1 für die Führung von Unternehmen übernehmen. „Man kann als Unternehmer die besten Leute haben, wenn man sie aber falsch im Boot platziert, nütze das gar nichts, sagte Markus Vogt. Das konnte auch der zweite Redner des Abends, Stefan Pentenrieder, bestätigen. Der Berater für Führungskräfte aus Landsberg hat in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit dem Kauferinger Ruderclub Führungskräfte aus Firmen in einen Achter gesetzt. 

Ziel der Unternehmen sei es gewesen, Teamentwicklung in der Firma fördern. Eindrucksvoll schilderte Pentenrieder die Ergebnisse. „Ach ja, ein bisschen herumrudern“, sei die erste Reaktion der Teilnehmer gewesen. Nachdem sie aber im Achter nicht von der Stelle gekommen seien, habe die Reflektionsphase begonnen. Typisch für Führungspersönlichkeiten wurde zunächst der Schuldige gesucht, erzählte Pentenrieder. 

Nach der Aufarbeitung des Misserfolges habe man dann den nächsten Versuch gestartet, im Boot von der Stelle zu kommen. Das habe dann auch geklappt, nachdem die Führungskräfte sich als Team verstanden hätten. „Acht Chefs in einem Boot geht nicht“, sagte Pentenrieder. Das hätten die Teilnehmer auch begriffen und sich untergeordnet, sagte der Landsberger Unternehmer. Den Teilnehmern sei klar geworden, dass Kooperation auch erarbeitet werden müsse. Für den Kauferinger Ruderclub sind die Event-Angebote an Firmen ein wichtiger Bestandteil der Vereinsphilosophie. 

„Wer steuert, wer gibt die Schlagzahl vor, kann einer das Boot zum Kentern bringen, ziehen alle an einem Strang“ seien Fragen im Rudersport wie auch in der Leitung von Unternehmen, sagte der 2. Vorsitzende des Vereins, Alexander Kipp. Firmen seien aber nicht die alleinige Zielgruppe, betonte Kipp. Das Angebot des Vereins reiche von Einführungskurse für Anfänger, Ruderausbildung, Wettkampftraining, Freizeitrudern und Wanderfahrten. Der Verein bietet auch in Zusammenarbeit mit der Kauferinger Realschule unter Leitung von Judith Sigl ein Schülertraining an.

Siegfried Spörer

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