TSV siegt 2:1

In letzter Sekunde

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Das Ziel Aufstieg ist für die Fußballer des TSV Landsberg, hier rechts Peter Knechtel, mit dem 2:1-Sieg in Bubesheim wieder ein Stück näher gerückt.

Landsberg – Sven Kresin schickte den Eishockeyspielern Grüße nach Pegnitz hinterher. „Die sollen den Aufstieg klarmachen – wir arbeiten auch daran.“ Der HCL hat den Sprung geschafft – aber auch der TSV hat mit dem 2:1-Sieg in Bubesheim seine Ausgangsposition in Richtung Fußball-Bayernliga verbessert.

Klar ist auch: Wer solche Spiele gewinnt, wird automatisch zu einem heißen Kandidaten auf Platz eins. Denn nach durchwachsener zweiter Halbzeit waren zwischenzeitlich die Schwaben sogar näher am Siegtreffer.

Dann zeigte die Schiedsrichterin zwei Minuten Nachspielzeit an, ließ deren zweieinhalb spielen und nahm nach einer zweimal abgewehrten Landsberger Ecke die Pfeife schon in den Mund. Beide Trainer hatten schon auf den Abpfiff gedrängt, kurz darauf war Kresin froh, dass er noch nicht erfolgt war: Verteidiger Alexander Buschel drosch den Ball von hinter der Mittellinie aus rund 50 Metern einfach noch einmal nach vorne. SCB-Torhüter Markus Bader hatte bereits einen Schritt in Richtung Kabine gemacht, merkte, dass der Ball immer länger wurde, eilte noch zurück, konnte das Spielgerät aber nur noch in den eigenen Torwinkel ablenken. 

Die Partie wurde gar nicht erst wieder angepfiffen; während die Bubesheimer wie die begossenen Pudel vom Platz schlichen, kannte der Jubel auf seiten des TSV keine Grenzen. Zur Freude trug auch bei, dass Verfolger Kottern überraschend beim Kellerkind in Thannhausen mit 4:1 unterlag. Damit haben die Landsberger auf den neuen Tabellenzweiten aus Gundelfingen – der ein Spiel mehr hat – acht Punkte Vorsprung, deren neun auf Kottern (ein Spiel weniger).

Dass in den ersten 92 Minuten in Bubesheim nicht alles rund gelaufen war, war TSV-Coach Kresin im Nachhinein damit herzlich egal. Zumal es durchaus Gründe für die Vorstellung der Gäste gab, die vor allem in der Offensive nicht so überzeugend wie zuletzt agierten. „Salemovic konnte wegen Krankheit die ganze Woche überhaupt nicht trainieren, Strohhofer nur einmal, das sieht man dann eben an einem solchen Tag.“ Zudem fielen Wochnik (Muskelfaserriss), Sanktjo-hanser (Sprunggelenksverletzung) und Süli (Handgelenksbruch) aus und werden voraussichtlich auch in den kommenden Spielen fehlen.

Die Elf, die in Bubesheim auflief, hatte dann auch noch mit dem wohl schlechtesten Platz der Landesliga zu kämpfen – das Geläuf präsentierte sich holprig, mit Mulden, Hügeln und Löchern versehen. Kresin hatte die Lacher im Publikum auf seiner Seite, als er in der Pause einige Rasenstücke festtrat und kommentierte: „Da habt ihr jetzt die einzige ebene Stelle auf dem ganzen Platz.“ Allerdings mussten auch die Gastgeber mit den Verhältnissen zurechtkommen und schafften das zunächst besser. Schmidt köpfte nach acht Minuten freistehend links vorbei.

Als Heiland im Landsberger Tor schon ausgespielt war, behinderten sich Peruzzi und Eppler gegenseitig am Elfmeterpunkt (23.). Das Blatt schien sich zugunsten des TSV zu wenden, als die Unparteiische nach 37 Minuten auf Handelfmeter entschied. Den Schuss von Fülla lenkte Bader allerdings an die Latte, den Nachschuss drosch Strohhofer aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Für das 1:0 für den TSV sorgte stattdessen kurz vor der Pause Gilg, der Bader mit einem Flachschuss von links überraschte.

Mit der Führung im Rücken lieferten die Landsberger dann ihre stärkste Viertelstunde ab, konnten aber mehrere unübersichtliche Situationen im gegnerischen Strafraum nicht nützen, immer wieder brachten die Bubesheimer den Ball noch irgendwie aus der Gefahrenzone. Stattdessen unterlief Nichelmann und Heiland ein verhängnisvoller Abstimmungsfehler, dem Verteidiger blieb zum Schluss nur ein Trikotzupfer im Strafraum – den fälligen Elfmeter verwandelte Wende selbst zum 1:1 (63.) und zog damit in der Torjägerliste mit Stefan Strohhofer gleich (beide zwölf Treffer).

Der Ausgleich führte sichtlich zum Bruch im Landsberger Spiel, die klareren Gelegenheiten hatten von da an die Gastgeber. Die beste Möglichkeit für den SCB hatte Ahmet Kayhan, doch sein Freistoß aus 22 Metern von halblinks landete hinter Heiland an der Latte (82.). Buschel hatte dann zehn Minuten später mehr Glück. Im TSV-Lager dürfte man darauf hoffen, dass man im Heimspiel gegen Nördlingen (Samstag, 14 Uhr, Hacker-Sportpark) auf solche kuriosen Momente nicht erneut angewiesen ist und die Stammkräfte offensiv zuhause die gewohnte Durchschlagskraft entwickeln, zumal Sebastian Nuscheler nach seiner Einwechslung in Bubesheim nach langer Pause noch nicht viel gelang.

Trainer Sven Kresin will die Personalsorgen beim TSV Landsberg aber nicht gelten lassen: „Alle müssen mit den Spielern auskommen, die sie im Moment haben. Wenn wir weiter so arbeiten wie bisher, können wir auch da oben bleiben.“

Christoph Kruse

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