0:4 im Bayernliga-Heimspiel gegen Holzkirchen

Kaum Lichtblicke beim TSV Landsberg

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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg (schwarz) läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.
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Bei den Bayernliga-Kickern des TSV ­Landsberg läuft derzeit wenig zusammen. Gegen Holzkirchen gab´s zuhause ein 0:4.

Landsberg – Taumelnd schleppt sich der TSV Landsberg der Winterpause entgegen. Beim Heimspiel am Samstag gegen Holzkirchen gab der Bayernligist ein Bild ab, das wenige Hoffnung in Hinblick auf den Klassenerhalt erlaubt. Mangelnde technische Qualität, Schlafmützigkeiten in entscheidenden Szenen und Auflösungserscheinungen mündeten in einer 0:4-Klatsche. Nur einer bewies das Können und den Willen, sich dem immer mehr an Fahrt aufnehmendem Abwärtssog entgegen zu stellen.

Der Mann in Gelb springt auf und brüllt, seine Stimme überschlägt sich. Dann tritt er zu. Einmal, zweimal. Es ist kein auf Krawall gebürsteter Postbote, der hier die Beherrschung verliert. Es ist Philipp Beigl, Torwart des TSV Landsberg und seit Saisonbeginn einer der wenigen, der Woche für Woche Bayernligatauglichkeit verkörpert. Am Samstag ist er der einzige. Als er in der 76. Minute das 0:3 kassiert, muss der Frust raus, der Pfosten seines Tores bekommt den ganzen Ärger zu spüren. Das, was seine Kameraden beim 0:4 gegen Aufsteiger Holzkirchen auf den Platz bringen, lässt den Fan der Lech-Fußballer derzeit nur eines auf den Wunschzettel schreiben: Liebes Christkind, bitte komm, bring Schnee und Eis mit und beschere uns eine vorzeitige Winterpause.

Sekundenbruchteile vor Beigls Gefühlsausbruch hatten die Gäste das ungleiche Kräftemessen entschieden. Es war auch dieses Tor zum 0:3, das belegte, dass der TSV an diesem nass-kalten Tag nicht bayernligatauglich war – weder in den Beinen, noch im Kopf: Landsbergs ­Sebastian ­Nichelmann hatte in der 76. Minute einen Einwurf nahe der eigenen Eckfahne ausgeführt, doch weder Sebastian Bonfert noch Lukas Göttle machten ernsthafte Anstalten, das Spielgerät unter Kontrolle zu bringen. Holzkirchen nutzte die Situation, am Ende konnten sich vier Gästespieler gegen Jonas Meichelböck und Beigl aussuchen, wer den Ball über die Torlinie schieben mochte. Die Entscheidung fiel auf Josef Sontheim, der nach seinem zweiten Treffer des Tages zum Jubel-Flickflack ansetzte, während Landsbergs Schlussmann sein Tor malträtierte und seine Mitspieler, die Blicke gen verhangenen Himmel gerichtet, abdrehten.

Schon dem 0:2 vor 210 Zuschauern war ein Einwurf vorausgegangen. Marco Höferth, Holzkirchens Antreiber mit Vergangenheit bei der Reserve des FC Bayern, hatte den Ball in Richtung TSV-Strafraum geschmissen und damit die gesamte Hintermannschaft überrascht. Nach einer Kopfballverlängerung hielt Sontheim die Stirn hin (58.) und baute damit die Führung aus, den Sebastian Hahn schon in der ersten Halbzeit per Hacke besorgt hatte (25.).

Auch die Besten patzen

Zwischendurch habe er seinem Spielern angemerkt, dass sie psychisch am Boden lägen, räumte TSV-Trainer Guido Kandziora hernach ein. „Es gab den Punkt, an dem man sich zwingen musste, nicht aufzugeben.“ Zwar erspielten sich die Gastgeber noch einzelne Chancen, doch wie schon während einer kurzen Drangphase nach rund 30 Minuten in der ersten Halbzeit fehlte es an Präzision. Philipp Siegwart, Manuel Detmar und Dominik Schön, sonst noch die technisch besten Landsberger, leisteten sich wie ihre Kameraden eine Unsauberkeit nach der nächsten.

Dabei traten auch die Gäste anfangs alles andere als dominant auf. Doch ein gutes Maß an Eingespieltheit und Höferth, der mit langem strähnig-nassem Haar wie ein schlecht gelaunter Wikinger seine Mitspieler anstachelte und mit punktgenauen Diagonalbällen versorgte, reichten, um die drei Punkte im Drachenboot auf dem Lech in Richtung Isar davon schippern zu lassen. Selbst beim Stand von 0:3 legten sich die Holzkirchener noch mit Schiri Wolfgang Haslberger an – Landsberg hatte sich zu diesem Zeitpunkt schon ergeben.

Auch das 0:4 belegte die Auflösungserscheinungen, die sich breit machten: Alexander ­Buschel, normalerweise eine verlässliche Größe, verschätzte sich bei einem langen Ball, den der bis auf wenige Ausnahmen unbeschäftigte TuS-Torwart ­Benedikt Zeisel nach vorne gedroschen hatte. Hahn vernaschte die ebenso hüftsteifen wie zaudernden Nichelmann und Meichelböck, Maximilian Preuhs traf gefühlvoll aus dem Fußgelenk zum Endstand.

Kandziora hatte schon bei seinem Antritt im Oktober angekündigt, den Kader genau auf Bayernligatauglichkeit zu überprüfen. Seine Liste könnte kurz ausfallen. „Die Frage lautet, wer bietet sich überhaupt an?“, stellte er nach dem Abpfiff als Antwort auf die Frage in den Raum, ob er der drohenden Niederlage zu spät mittels frischer Kräfte von der Bank entgegen getreten sei. Dabei war der Kader vollbesetzt, außer dem langzeitverletzten Michael Guggumos sind alle Spieler fit. Doch weder der in der 61. Minute eingewechselte ­Martin Hennebach noch Kevin Haug (75.) sammelten Pluspunkte.

„Das Ergebnis ist hart“, gab der Coach, der außer Chancen von Bonfert (35./52.) und Detmar (73.) kaum vielversprechende Offensivaktionen ­notieren konnte, danach zu. Seinem Team, das weiter auf dem vorletzten Tabellenplatz liegt, stehen vor Beginn der Winterpause zumindest planmäßig noch zwei Aufgaben bevor. Lässt es das Wetter zu, empfängt der TSV schon am heutigen Mittwoch (18.30 Uhr) den ASV Neumarkt zum Nachholspiel im 3C-Sportpark; am kommenden Samstag (14 Uhr) unterzieht die gastgebende DJK Vilzing, aktuell ­Tabellendritter, Beigl und seine Vorderleute einem Härtetest.

Rasso Schorer

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