"TVP" sagt leise "Servus"

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Wirbelwind und Publikumsliebling: Tino von Pritzbuer verlässt die Red Hocks Kaufering in Richtung Schweiz.

Kaufering – Herber Rückschlag für die Red Hocks: Nach zwei tollen Weltmeisterschaften und einigen interessanten Angeboten von Vereinen aus dem Ausland, deutete sich bereits vor Monaten an, dass eines der wohl größten Talente den Verein im Sommer verlassen würde. Im Juni folgte Tino von Pritzbuer der Einladung des amtierenden Schweizer Meisters SV Wiler-Ersigen zu einer Probewoche. Nachdem sein Eindruck sowohl von seinen künftigen Mitspielern als auch vom Umfeld des Vereins sehr positiv war, zieht es von Pritzbuer jetzt zu den Eidgenossen, wo er sich zunächst in der U21 beweisen darf.

Dass der Wirbelwind aus dem Red Hocks-Nachwuchs überhaupt den Weg zum Floorball finden konnte, war zunächst seinem Bruder Jonas zu verdanken. Als dieser 2008 die Trendsportart ausprobierte, nahm er den damals zwölfjährigen Tino mit, obwohl dessen Terminkalender mit Fußball, Tennis, Badminton und Golf schon gut ge- füllt war. Trotzdem fand der gebürtige Landsberger noch ein wenig Zeit und war in der gemischten Jugendgruppe von Beginn an mit Spaß und reichlich Talent dabei.

In der ein Jahr später gegründeten U15 übernahm Tino von Pritzbuer mit Johannes Weh gleich die Führungsrolle. Auch wenn es in der U15-Zeit noch zu keiner Meisterschaft reichte, gelang Tino mit 125 Scorerpunkten in zwölf Spielen immerhin ein vereinsinterner Rekord. Mit der U17 fuhr der bekennende Borussia Dortmund-Fan dann endlich seine ersten Titel mit der Mannschaft ein. An zwei bayerischen Meisterschaften, einer süddeutsche Meisterschaft und schließlich dem Gewinn der deutschen U17-Meisterschaft in Bonn als bester Spieler war er maßgeblich beteiligt. Als einer der jüngsten Spieler nahm er nebenher mit der U19 ebenfalls an deutschen Endrunden teil. 2011 noch Vizemeister, sicherte Tino den Red Hocks gemeinsam mit Maxi Falkenberger (beide 24 Punkte) den deutschen Meistertitel der U19.

Auch im Herrenbereich konnte sich der „Halbjapaner“ schnell durchsetzen. Seinen Kükenstatus schüttelte er nach wenigen Monaten ab und wusste sich auch gegen körperlich deutlich stärkere Gegner schon mit 14 Jahren zu behaupten. In seinen ersten Jahren in der Herrenmannschaft noch als Geheimwaffe eingesetzt, entwickelte sich der talentierte Jugendliche während der Zweitligasaison zu einer wichtigen Stütze auf und neben dem Feld. So war es unter anderem auch ihm zu verdanken, dass sich die Red Hocks in der 1. Bundesliga von Beginn an etablieren konnte. In seinen bisherigen 44 Einsätzen in Deutschlands höchster Spielklasse kam Tino auf 60 Scorerpunkte, ein beachtlicher Wert für einen 18-Jährigen.

Kein Wunder, dass auch Auswahltrainer ein Auge auf den flinken Angreifer warfen. Mit der süddeutschen U17-Auswahl nahm „TVP“ dreimal an der Trophy teil, landete dabei immer auf dem 1. Platz und spielte sich mehrfach ins All-Star-Team. So ließ auch das Debüt in der Bundesauswahl nicht lange auf sich warten, gegen Österreich wurde die Nummer 32 mit einem Dreierpack auf dem Spielbericht vermerkt. Im U19-Bereich absolvierte Tino 18 Länderspiele, nahm dabei an zwei B-Weltmeisterschaften teil. Beide endeten unglücklich, das Finale um den Aufstieg in die A-Division ging jeweils daneben.

Auch die erste Weltmeisterschaft im Herrenbereich hat der Kauferinger Publikumsliebling bereits auf dem Buckel. 2014 nahm ihn Nationaltrainer Soutter als jüngsten deutschen Teilnehmer mit nach Schweden, wo am Ende der 9. Platz heraussprang. Mit couragierten Auftritten und sehenswerten Toren gegen die Starteams aus Finnland und Schweden spielte sich Tino in die Herzen der deutschen Fans und wurde von diesen zum besten deutschen WM-Spieler gewählt.

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