Riverkings auf Siegeszug

Applaus von den Gegnern

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Wieder allen Grund zum Jubel hatten Markus Rohde (rechts) und Markus Jänichen: In Oberstdorf waren die Riverkings nicht zu bremsen und sicherten sich den 4:2-Erfolg.

Landsberg – Es gab nur eine Spielminute, in der der HC Landsberg in Oberstdorf kurz von der Siegesstraße abzukommen schien. Bei 12:01 Minuten zog sich Alexander Ott seine schwere Knieverletzung zu. Seine Mannschaftskollegen hatten kurz Schwierigkeiten, wieder ins Spiel zu finden, ansonsten waren sie klar überlegen...

Hätten die Allgäuer in dieser Szene den 1:1-Ausgleich erzielt, wären sie aber vermutlich am Ende trotzdem mit leeren Händen dagestanden. Zu dominierend waren die Gäste aus Landsberg an diesem Abend, der Erfolg stand trotz des nominell knappen Ergebnisses mit zunehmender Spieldauer immer weniger in Frage. Zwei Routiniers ragten dabei heraus. Mit Trainer Alex Wedl in der Verteidigung und Nachwuchscoach Markus Rohde im Sturm weisen die Riverkings im Moment immer noch eine andere Qualität auf, als wenn sie ohne die beiden Ex-Profis antreten. Wedl, der nach langer Verletzungspause erstmals wieder selbst mitwirkte, glänzte wie gewohnt mit Übersicht, brillantem Stellungsspiel und überlegten Aufbaupässen.

Dass ihm läuferisch in der Landesliga kaum jemand das Wasser reichen kann, hatten die Oberstdorfer offenbar schon vorher gewusst – von Forechecking gegen Wedl sahen sie, bis auf wenige Ausnahmen, sicherheitshalber komplett ab. Wenn es jemand mit dem 44-jährigen Spielertrainer aufnehmen kann, ist es sein Mannschaftskollege Markus Rohde, der zum auffälligsten Spieler der Partie wurde. Für den 35-jährigen Mittelstürmer gilt in der aktuellen Saison: Wenn er spielt, trifft er und dann gewinnt auch der HCL. Eine Ausnahme davon gab es bisher nur bei der 1:4-Heimniederlage gegen Oberstdorf, Rohde tat allerdings beim Gastspiel im Allgäu sichtlich alles, um diese Scharte auszuwetzen.

Unlösbare Probleme

Nach acht Minuten hatte er erstmals die Hintermannschaft der Wölfe komplett verwirrt, legte auf Grundner zurück, der nur noch ins leere Tor zu schieben brauchte. Die beiden nächsten Treffer erzielte Rohde dann binnen 45 Sekunden gleich selbst, wobei er seine Gegner jedesmal vor unlösbare Probleme stellte. Obwohl Köcheler zwischenzeitlich zum ersten Mal für Oberstdorf traf, hatten die ersatzgeschwächten Hausherren in der Partie zusehends weniger zu melden. Das dürfte auch dem konsequent hohen Tempo geschuldet gewesen sein, das die Riverkings von der ersten Minute an anschlugen. Obwohl Feike ab dem zweiten Drittel nicht mehr eingesetzt wurde, agierte man durchgängig mit drei Reihen und setzte Oberstdorf permanent unter Druck.

Die Gastgeber schafften es dann nicht einmal mehr, im Überzahlspiel zu großen Gelegenheiten zu kommen – im Gegenteil, HCL-Stürmer Michael Fischer machte seinem Ruf als ungekrönter Shorthander-König der Landesliga wieder alle Ehre, diesmal wieder sehr spektakulär: An einen Befreiungsschlag von Verteidiger Markus Jänichen in Unterzahl brachte Fischer gerade noch seinen ausgestreckten Schläger und legte die Scheibe zirkusreif über Oberstdorfs Verteidiger Schütze. Bevor der wusste, wie ihm geschah, hatte sich der Landsberger Stürmer auch schon um ihn herumgewunden, zog auf und davon und versenkte den Puck rechts oben zum Treffer des Abends.

Nicht ernst gemacht

Die Aktion brachte dem 21-jährigen Außenstürmer sogar Applaus des Oberstdorfer Publikums ein, das sich nach dem 1:4 mit der Heimniederlage offenbar abgefunden hatte. Für ihre Mannschaft, die das Spieltempo nun nicht mehr mitgehen konnte, galt offenbar das Gleiche. Köchelers Treffer im Powerplay zum Endstand fiel zum einen wie aus dem Nichts und löste weder bei den Riverkings noch bei Oberstdorf noch größere Aktivitäten aus. Zu überlegen waren die Landsberger im gesamten Schlussabschnitt, hätten die Männer um Wedl und Rohde ernst gemacht, wäre das Spiel deutlich höher ausgegangen.

Mit dem Sieg in Oberstdorf hat der HCL die Teilnahme an den Aufstiegs-Play-Offs bereits drei Spieltage vor Schluss fest gebucht. Pfronten schoss mit seinem 10:3-Heimsieg Bad Wörishofen endgültig aus dem Rennen, kann die Riverkings aber wegen des schlechteren direkten Vergleichs selbst auch nicht mehr überholen. Damit geht es jetzt nur noch zwischen Landsberg und Geretsried (7:0 gegen Forst) um Platz eins und damit die bessere Ausgangssituation für die Aufstiegsspiele.

Nach dem Heimspiel gegen Schongau am kommenden Freitag (20 Uhr) empfängt der HCL eine Woche später die Riverrats zum möglicherweise entscheidenden Spiel um die Top-Platzierung. Derzeitiger Trainer in Geretsried: Der in Landsberg bestens bekannte Franz-Xaver Ibelherr.

Christoph Kruse

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