Letztes Wort noch nicht gesprochen

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Nach vier Jahren verlässt Trainer Martin Hintermayr den X-Press.

Landsberg – Martin Hintermayr wird in der kommenden Football-Saison nicht mehr Cheftrainer beim Landsberg X-Press sein. Nach vier Jahren trennen sich die Wege von Coach und Klub. Präsident Knut Dins bleibt dagegen voraussichtlich an Bord – das war zuletzt nicht mehr selbstverständlich.

Der Verein werde sich zum einen neu aufstellen, Hintermayr selbst könne andererseits aus beruflichen Gründen nicht mehr ausreichend Zeit investieren, teilte der X-Press jetzt offiziell mit. Vorstand und Mann- schaft bedanken sich bei Hintermayr, unter dem der Aufstieg in die Regionalliga gelang, in dem Statement ausdrücklich für dessen „gute und erfolgreiche“ Arbeit. 

Dins selbst hat naturgemäß noch keinen Ersatz als Trainer parat, Gespräche will er nach dem Urlaub Ende des Monats aufnehmen. Daneben hat er gleich noch mehrere andere Baustellen zu bearbeiten. Unter anderem steht die Frage im Raum, ob Brandon Watkins auch in der kommenden Saison für den X-Press auflaufen wird. 

Der wieselflinke 21-jährige Amerikaner äußerte im Gespräch mit dem KREISBOTEN grundsätzliches Interesse: „Ich habe sehr gerne hier gespielt, meine Erfahrungen waren unbedingt positiv.“ Für das kommende Jahr habe allerdings auch sein Vater, der ihn über seine bisherige Karriere stets begleitet und beraten hat, ein gewichtiges Wort mitzureden. „Er war nicht wirklich begeistert, als ich nach Europa ging, ich werde mich mit ihm in den nächsten Wochen zusammensetzen. Es könnte sein, dass er Pläne für mich in den Staaten hat“, meinte Watkins, der während seines Engagements in Landsberg auch private Kontakte geknüpft hatte, vor seinem Rückflug in die USA. 

Knut Dins selbst kann sich eine weitere Saison von Watkins im Landsberger Dress „grundsätzlich“ vorstellen. „Dazu müssten aber noch Fragen geklärt werden, die im Moment offen im Raum stehen“, sagt er, ohne dabei auf Details einzugehen. Für den Fall einer Rückkehr hatte der bisherige Quarterback Watkins selbst sein Einverständnis signalisiert, auch auf eine neue Position als Runningback auszuweichen. Das käme dann zum Tragen, wenn ein alter Bekannter zum X-Press zurück kommt – „wir sind in Gesprächen mit Jason Bertrand“, bestätigt Dins auf Nachfrage. 

Der 27-jährige Kanadier, der nach drei Jahren in Landsberg nach Augsburg wechselte, macht sich derzeit ebenfalls intensiv Gedanken über seine nähere Zukunft. Der Spielmacher zum KREISBOTEN: „Ich bin in Kontakt mit Knut Dins, wir müssen sehen, wie nahe unsere Vorstellungen zusammen liegen. Ich würde nicht darauf wetten, dass ich in der nächsten Saison wieder in Landsberg spiele, aber es ist definitiv eine Option.“ Bertrand hat Angebote von höherklassigen Vereinen in Bayern, aber auch aus seiner Heimat vorliegen. Wieder in Landsberg zu spielen, könne er sich aber ebenfalls vorstellen, sagt der Kanadier. 

Für eine mögliche Rückkehr Bertrands müssten allerdings auf beiden Seiten noch Details geklärt werden, sagt Dins („es geht nicht nur um Geld, darüber haben wir noch gar nicht gesprochen“), bekräftigt aber das Interesse des Vereins. „Jason hat viele Kontakte geknüpft, er hätte sicher Möglichkeiten, das Team weiter zu verstärken.“ Ein erstes Gespräch wird wohl bereits in dieser Woche stattfinden, bis zu einer möglichen Einigung könnten aber durchaus noch Wochen vergehen. 

Mindestens in dieser Zeit wird sich Knut Dins jedenfalls weiter um die Geschicke des Vereins kümmern. Der Vereinsgründer und Präsident hatte sein Amt und sein weiteres Engagement intern allerdings bereits vor Monaten offen zur Verfügung gestellt, da er teilweise die notwendige Unterstützung vermisste. Inzwischen hat man beim X-Press eine grundlegende Umorganisation in Angriff genommen. 

Aus zwei Sportdirektoren sollen künftig drei werden, für Finanzen, Verwaltung und Kasse sollen vier Mitglieder (statt einem) zuständig sein. „Mir wurde inzwischen sehr unter die Arme gegriffen“, sagt Dins, „die Spieltage liefen in dieser Saison schon gut.“ Damit steht einem weiteren Engagement des Präsidenten eigentlich nichts mehr im Wege. 

„So wie bisher hätte ich sicher nicht mehr weitermachen können, das wäre einfach nicht gegangen“, stellt der junge Familienvater klar. „Aber mit der neuen Struktur kann ich gut leben, wenn sie so umgesetzt wird.“ Die geplanten Positionen sind bereits mit Kandidaten besetzt. Dins: „Aber das muss jetzt natürlich auch noch so abgesegnet werden. Das letzte Wort hat hier immer die Mitgliederversammlung.“

Christoph Kruse

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