Geschafft:

X-Press bleibt in der Regionalliga

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Das ging gerade noch mal gut: Trotz 6:48-Schlappe bei den "Dukes" in Ingolstadt bleibt der Landsberg X-Press in der Regionalliga.

Landsberg – Harald Göbel macht gar keine großen Umschweife: „Man merkt jetzt schon langsam, dass ein bisschen die Luft raus ist“, so der Vizepräsident des Landsberg X-Press. Die Footballer verloren in Minimalbesetzung erwartungsgemäß auch beim Tabellenführer in Ingolstadt. Trotz des 6:48 bei den Dukes, die vorzeitig als Regionalliga-Meister feststehen, haben die X-Men den Klassenerhalt jetzt endgültig sicher. Überschattet wurde das Spiel von einer schweren Verletzung eines Landsberger Spielers.

Bei einem unglücklichen Sturz zog sich Michael Glasner einen offenbar komplizierten Bruch des Ellbogens zu. Er musste ins Klinikum Ingolstadt eingeliefert werden und wurde dort wenige Stunden später operiert. „Das ist wirklich ein übles Jahr für ihn, er hatte schon zu Saisonbeginn eine heftige Verletzung", so Göbel.

Seine Mitspieler hatten unterdessen glücklicherweise nur mit sportlichen Problemen zu kämpfen. Obwohl man überraschend sogar mit 6:0 in Führung ging, war von Beginn an klar, dass bei den Dukes wohl nicht viel zu holen sein würde. „Sie haben dann einfach die individuelle Qualität, die den Unterschied ausmacht“, resümiert Harald Göbel. Dazu kamen gravierende Personalprobleme beim X-Press. Aus gesundheitlichen und familiären Gründen sagten so viele Spieler ab, dass zwischenzeitlich sogar zur Debatte stand, ob man die Mindestteamstärke von 25 Spielern erreichen und überhaupt nach Ingolstadt fahren würde.

27 Aufrechte wurden es zum Schluss, wobei an der Aufstellung allerdings erkennbar war, dass der X-Press mit dem letzten Aufgebot anreiste: Zwei Spieler wurden aus dem Football-Ruhestand reaktiviert, die Offense Line war so dünn besetzt, dass einige Akteure aus der Defense Line auf ungewohnten Positionen eingesetzt werden mussten. Das konnte nicht gutgehen – insgesamt vier Interceptions (abgefangene Bälle) warf Quarterback Jason Bertrand in der Partie, zwei davon führten direkt zu Touchdowns der Ingolstädter. Da man außerdem nicht immer in der Lage war, das druckvolle Angriffsspiel der Dukes zu stoppen, hieß es schon zur Halbzeit 28:6 für die Gastgeber, nach dem dritten Viertel war der Endstand erreicht.

Göbel will die Partie trotz des klaren Ergebnisses nicht zu negativ sehen. „Diejenigen Spieler, die wir noch zur Verfügung hatten, haben wirklich alles gegeben, man kann niemand einen Vorwurf machen.“ Auch, dass man damit die inzwischen beträchtliche Niederlagenserie weiter verlängert hat, macht ihm keine Sorgen: „Wir haben viele junge, unerfahrene Spieler und treffen auf etablierte Vereine, die sich teilweise seit zwölf oder 15 Jahren in diesen Ligen aufhalten, da ist es schwer für uns und der Klassenerhalt ist auf jeden Fall schon ein Erfolg.“

Dass dieser inzwischen sicher gelungen ist, hat man letztlich den drei Siegen zu verdanken, die man in der Saison erreichen konnte – aber auch der Schwäche der Konkurrenz gegen den Abstieg. Während man in Landsberg zwar arg mit dem dünnen Kader zu kämpfen hatte, zeigten sich anderswo bereits regelrechte Auflösungserscheinungen. Starnberg sagte Ende Juli sein Spiel gegen München kurzfristig genauso ab wie Feldkirchen wenig später die Partie gegen Ingolstadt (jeweils 0:20-Wertung). Nachdem die Argonauts dem X-Press die 19:27-Heimniederlage beigebracht hatten, ließen sie alle US-Spieler in deren Heimat ziehen; prompt setzte es im nächsten Spiel ein peinliches 0:77 gegen München.

Starnberg ist jetzt auch Abstiegskandidat Nummer eins. Zwar sind derzeit noch die Feldkirchen Lions Tabellenletzter mit 4:20 Punkten; Starnberg hat aber den direkten Vergleich verloren und muss im letzten Spiel noch nach Ingolstadt - was dort mit dezimierter Truppe zu holen ist, kann man beim X-Press erfragen.

Dort wiederum kann man den letzten Spieltag entspannt angehen, da man jetzt auch theoretisch nicht mehr auf den Abstiegsrang rutschen kann. Ob man für den 31. August noch eine Mannschaft für das Spiel in München zusammenbekommt, ist derzeit noch nicht sicher absehbar. „Das wird schwierig, bei den vielen angeschlagenen Spielern“, weiß Harald Göbel. Die Partie jetzt schon einfach abzusagen und die sportlich bedeutungslose 0:20-Wertung hinzunehmen, kommt für ihn aber nicht infrage. „Wir wollen auf jeden Fall antreten, wenn es irgendwie geht. Niederlagen am Grünen Tisch haben für mich immer einen komischen Beigeschmack.“

Christoph Kruse

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