TSV Landsberg feiert Aufstieg

Bayernliga, wir kommen!

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Kaum zu glauben: Dem TSV Landsberg gelingt vorzeitig der Aufstieg in die Bayernliga – und das, obwohl die Kicker zuvor gegen Aindling eine herbe 4:2-Niederlage einstecken mussten.

Landsberg – In Aindling gab's eine Niederlage, die nicht einmal 24 Stunden später völlig gleichgültig war: Die Fußballer des TSV Landsberg sind vorzeitig in die Bayernliga aufgestiegen. Schon vier Spieltage vor Schluss ist den Landsbergern Platz 1 bei 13 Punkten Vorsprung nicht mehr zu nehmen

Nach dieser frühen Entscheidung hatte es nach dem 2:4 in Aindling dabei nicht ausgesehen. TSV-Trainer Sven Kresin war dementsprechend am Samstag auch ganz entspannt mit seinem Nachwuchs in München unterwegs, als nacheinander die überraschenden Ergebnisse der Verfolger Nördlingen (0:4 in Memmingen) und Kottern (2:2 gegen Oberweikertshofen) eintrudelten. Dann war es aber schnell vorbei mit der Beschaulichkeit: „Innerhalb von zweieinhalb Minuten hatte ich 96 What's-App-Nachrichten auf meinem Handy, da weißt du dann gleich, was los ist“, schildert Kresin die entscheidenden Minuten. 

Spieler, Trainer, Betreuer und Funktionäre brauchten nicht lange, um eine zünftige Party auf die Füße zu stellen. „Wir haben ausgiebig gefeiert und viel habe ich in der Nacht zum Sonntag nicht geschlafen“, so Kresin, „aber ich denke, wenn man so lange und so hart für etwas gearbeitet hat, ist das dann auch erlaubt.“ 

Dass damit aus den letzten vier Spielen sportlich die Luft heraus ist, will der Trainer gar nicht abstreiten. „Natürlich fühlt sich das alles jetzt ein bisschen anders an als vorher. Aber wir als Trainerteam werden auf jeden Fall versuchen, die Spannung hochzuhalten. Und wer mich kennt, weiß auch: Sobald ein Spiel angepfiffen wird, will ich das auch gewinnen.“ 

Obwohl gerade aufgestiegen, dürften sich einige Spieler in den kommenden Wochen aber zusätzlich in ungewohnten Tabellenregionen wiederfinden. „Unsere zweite Mannschaft steht im Moment nicht gut da. Es ist aber wichtig, dass sie die Klasse hält“, sagt Kresin, „auch damit Spieler, die in der Ersten nicht so oft drankommen, in einer ordentlichen Liga spielen können.“ Im Moment steht die Nachwuchstruppe des TSV in der Kreisklasse auf dem letzten Platz – da wird ab sofort der eine oder andere arrivierte Akteur wohl aushelfen. Nächstes Spiel des TSV II ist am Samstag um 12 Uhr gegen Haunstetten, direkt danach spielt die erste Mannschaft im Hacker-Sportpark gegen Kottern, „ein Gegner, den wir immer gerne spielen“, so Kresin. 

Offizielle Feier folgt 

Nach der Partie wird der Aufstieg noch einmal offiziell gefeiert, der Blick geht allerdings schon lange nach vorne. Mit der Tabellenführung im Rücken hat das Trainerteam zusammen mit dem sportlichen Leiter Toni Yildirim bereits die ersten Weichen in Richtung Bayernliga gestellt. Zwar wird ein Großteil der Mannschaft zusammenbleiben, punktuelle Verstärkungen wird es aber geben, wobei man in Landsberg weiter auf Spieler aus der Region setzt, die eher unterklassig aktiv sind. „Fünf Neuzugänge sind schon sicher, ein weiterer Spieler hat Interesse angemeldet, aber noch nicht sicher zugesagt“, sagt der Trainer, der noch keine Namen nennen will. 

Ein Zugang ist allerdings schon sicher und auch offiziell: Vom TSV Mindelheim kommt Philipp Siegwart nach Landsberg. Damit gibt der Bezirksligist, der momentan noch Chancen auf den Relegationsplatz zur Landesliga hat, seinen gefährlichsten Stürmer an den Nachbarn ab. Der 24-Jährige hat in den letzten sieben Jahren über 130 Pflichtspiel-Tore für die Schwaben erzielt und auch in der laufenden Saison schon wieder 20 mal getroffen. Dementsprechend ist klar, wo er auch in Landsberg eingesetzt wird. Der Mittelstürmer wird damit Stefan Strohhofer auf dieser Position Konkurrenz machen, was sein Trainer nicht als Schaden ansieht. „Es ist immer gut, wenn man auf einer Position doppelt besetzt ist“, so Sven Kresin über seinen Neuzugang. „Und Strohi kann außerdem auch als hängende Spitze oder verkappter Stürmer spielen, er hat seine Stärken auch im Kopfball und im Abschirmen des Balles.“ 

Zudem sind die Verantwortlichen ohnehin über jede Stärkung der Truppe froh. Kresin: „Wir hatten in der aktuellen Saison zwar auch das Quäntchen Glück, das du einfach nur hast, wenn du oben stehst. Aber vor allem konnten wir im Training und im Spiel aus einem vollen Kader schöpfen, damit kann man dann auch schwierige Situationen gut überbrücken.“ 

Früh beginnen 

Auf eine breit aufgestellte Mannschaft und auf hohe körperliche Fitness wird es auch in der Bayernliga wieder ankommen und die Arbeit dafür muss angesichts des engen Terminkalenders früh begonnen werden. „Wenn ich im Juni meine Spieler zum Training zusammenhole, werden die mir sagen, wie früh das ist“, ahnt Sven Kresin. „Aber am 12. Juli fängt die Punktrunde schon wieder an.“ Nicht nur er sieht diesen Zeitpunkt als zu früh an. „Damit haben die Spieler im Sommer zwei Wochen frei, wer Relegation spielen muss, hat gar keinen Urlaub. Dafür machen wir dann im Winter wieder dreieinhalb Monate Pause", ärgert sich der 37-Jährige. „Das ist wirklich die absolute Härte, man muss sich langsam fragen, wer so etwas in München entscheidet.“

Christoph Kruse

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