Nicht über die Pause gerettet

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Trainer Sofian Marrague musste gegen die SG Kempten-Kottern erneut ins Trikot schlüpfen und sein Team im Spiel unterstützen.

Landsberg – Die Hoffnungen Landsberger Handballer auf einen Erfolg in der Bezirksoberliga bei der SG Kempten-Kottern erfuhren schon vor Spielbeginn einen Dämpfer, meldeten sich zwei weitere mit Torhüter Dominik Keller und Rückraumspieler Max Matzer-Kernich krank beziehungsweise verletzt ab. So zog sich Trainer Sofian Marrague wieder ein Trikot über, um den Rückraum zu verstärken. Dafür nahm Abteilungsleiter Roland Neumeyer als „Aushilfscoach“ mit auf der Bank Platz.

Trotz des geschwächten Kaders führte man aber lange und es waren erst die letzten 15 Minuten, in denen die Partie verloren ging. Das Spiel begann torarm, nach acht Minuten stand es erst 2:2. Es dominierten die Abwehrreihen und keine Seite produzierte nennenswert zwingende Chancen. Erst nach einer Viertelstunde (4:4) fand der Landsberger Angriff besser ins Spiel. Aus der aufmerksamen und stabilen Abwehr heraus kam man mit schnellem Spiel nach vorne zum Erfolg. Auch die Kreisanspiele funktionierten jetzt immer besser. 

Die Gegner hatten sich darauf zwar gut eingestellt, konnten Alex Schwarz aber oft nur durch regelwidriges Spiel am Wurf hindern. Die daraus resultierenden Siebenmeter verwandelte Alex Neumeyer wieder sehr sicher (7 von 8). So baute man den Vorsprung zusehends aus (11:5/ 26.). 

Doch in den bis zur Pause bleibenden Minuten zeigten die Gastgeber viel Einsatz, nutzten Landsberger Ballverluste in Angriff und verkürzten mit schnellem Spiel nach vorne auf 11:8. Es war keine Überraschung, dass die Gastgeber da nach dem Wiederanpfiff weiter zumachen versuchten. Sie verkürzten auch schnell auf 12:11 (32.) Doch die Landsberger hielten dem Druck stand und bauten ihrerseits den Vorsprung wieder auf 16:12 (36.) aus. 

Zu wenig Druck 

Die Partie wurde jetzt auf beiden Seiten immer hektischer geführt. Das kam der SG offensichtlich mehr entgegen. Mit hohem Tempo im Spiel arbeiteten sie sich wieder auf 16:15 (38.) heran. Landsberg schaffte es nochmal zu kontern und wieder auf 18:16 vorzulegen, aber es gelang dann nicht den Sack auch zuzumachen. Vielmehr konnte man das nicht stabilisieren, sondern verlor immer mehr die Ordnung in der Abwehr und schaffte im Angriff zu selten richtig Druck aufzubauen. 

Dafür gelang es den schnellen Gastgebern immer wieder in Einzelaktionen durch die Landsberger Abwehr zu kommen und erfolgreich abzuschließen. Und im Angriff wurden immer weniger zwingende Chancen erarbeitet. Gleichzeitig ließ die Wurfeffektivität deutlich nach. Man kämpfte zwar unverdrossen, doch Kempten hatte jetzt einen Lauf und kam immer wieder zum Erfolg. So war die Führung nur logische Konsequenz (21:23/53.). Trainer Sofian Marrague versuchte nochmal alles und brachte den siebten Feldspieler. 

Da sich der Angriff aber auch dadurch nicht steigerte kam es weiterhin zu Fehlwürfen oder leichten Ballverlusten, die die Gastgeber zu schnellen Würfen ins leere Landsberger Tor nutzen konnten. So wuchs der Rückstand deutlicher an als es dem Spielverlauf entsprach, entscheidend gekippt war die Partie jedoch schon früher. 

Am Ende stand dann ein für die Lechstädter enttäuschendes 23:29 auf der Anzeigentafel. „Bis zur Pause hatten wir den Gegner eigentlich im Griff, entscheidend war dann, dass wir in der zweiten Hälfte in der Abwehr nicht mehr so gut gestanden sind – eigentlich keine zwingende Niederlage,“ war das Fazit von Abteilungsleiter Roland Neumeyer nach dem Spiel. 

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