TSV übersteht erste Relegationsrunde knapp

»Da ist mir richtig der Atem gestockt«

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Sebastian Nichelmann erzielte eines der wichtigen beiden Auswärtstore in Augsburg. Am Mittwoch geht es in die zweite Relegationsrunde – zuhause gegen Wolfratshausen.

Landsberg – Der Auswärtstor-Regelung sei Dank: Mit zwei Unentschieden, einem 2:2 in Haunstetten und einem 1:1 im heimischen 3C-Sportpark, haben sich die Bayernliga-Kicker des TSV Landsberg in der ersten Runde der Relegation gegen Türkspor Augsburg durchgesetzt. Schon am Mittwoch und Samstag geht es weiter. Gegner ist mit Wolfratshausen ein alter Bekannter.

Ein gutes Auge, etwas Zielwasser und eine Portion Glück, das waren die wichtigsten Zutaten, die Landsberg bei seinen entscheidenden Treffern gegen Türkspor Augsburg erfolgreich bemühte. Gleich zwei Tore von der Mittellinie sorgten dafür, dass die Mannschaft von Uwe Zenkner weiter auf den Klassen­erhalt hoffen darf.

Schon im Hinspiel hatte es lange Zeit so ausgesehen, als verpatzte der TSV den Auftakt in die Relegation. Türkspor begann elanvoll und ging nicht unverdient in Führung, als Ante ­Pavlicevic nach einem gefühlvollen Freistoß von der rechten Seite am Fünfmeterraum richtig stand und TSV-Keeper Tobias Heiland überwand (24.). Doch auch die Gäste bewiesen, dass sie aus ruhenden Bällen Kapital schlagen können: Nur vier Minuten später herrschte, ebenfalls nach einem Freistoß, Unordnung im Türkspor-Sechzehner. Diesmal drückte Sebastian Nichelmann den Ball im Fallen über die Linie, Ausgleich. Dass es nicht unentschieden in die Pause ging, war Jerome Fayé zu verdanken. Nach einer feinen Einzelleistung fand Yildirim Dönmez‘ Hereingabe den freistehenden Senegalesen und der Torjäger der Hausherren stellte auf 2:1 (44.).

Glückliche Bogenlampe

Nach dem Seitenwechsel schien es teilweise nur eine Frage der Zeit, wann Türkspor den Landsbergern endgültig den Garaus machen würde. „Da waren sie besser als wir“, gibt Zenkner unumwunden zu. Doch bis kurz vor Schluss zog sein Team den Kopf immer wieder mit Glück aus der Schlinge. Und besser: In der 88. Minute sprach Schiedsrichter Julian Kreye dem TSV einen Freistoß nahe der Mittellinie zu. Jonas Meichelböck trat an, seine Bogenlampe wurde immer länger und erwischte Türk­spor-Schlussmann Nazim Kücükkaya auf dem falschen Fuß, 2:2. Die Landsberger hatten es geschafft, sich trotz teils wackliger Vorstellung eine hervorragende Ausgangsposition fürs Rückspiel zu sichern.

„Das haben wir dann auch deutlich besser kontrolliert“, zieht Zenkner ein positives Fazit. Top-Stürmer Fayé sowie Antreiber Manuel Hiemer aus dem Spiel zu nehmen, sei das erklärte Ziel gewesen. Das klappte vor gut 1.200 Zuschauern weitgehend, auch weil beim unterklassigen Gegner zunehmend die Kräfte schwanden. „Sie sind deutlich weniger engagiert zu Werke gegangen“, beschreibt Zenkner. „Gerade zum Ende hin ist Türkspor in der Rückwärtsbewegung merklich die Puste ausgegangen.“

Umso besser für seine Schützlinge, dass sie diesmal ein frühes Gegentor verhindern und die Gäste anrennen lassen konnten. So ergaben sich Konter. Die erste aussichtsreichere Chance hatte Manuel Detmar per Drehschuss, doch er vergab. Erfolgreicher machte es in der 41. Minute Andreas Fülla: Ähnlich wie wenige Tage zuvor Meichelböck nahm er auf Höhe der Mittellinie Maß, wieder flog der Ball gefährlich Richtung Türkspor-Kasten. Dort hatte der unglückliche ­Kücükkaya Platz für Ersatzmann Batuhan Tepe gemacht, doch auch der zweite Torhüter sah nicht allzu gut aus. Füllas Versuch passte. „Wir haben uns in der Pause geschworen, das Spiel nicht mehr aus der Hand zu geben“, lässt Zenkner hinter die Kabinentür blicken.

Beiden Teams boten sich in der zweiten Hälfte vielversprechende Chancen, immer wieder ließen die technisch versierten Gäste Landsbergs Außenverteidiger arg hüftsteif wirken. Doch erst ein Elfmeterpfiff von Referee ­Florian Riepl brachte den TSV nochmal so richtig ins Wanken. Landsbergs Andreas ­Beinhofer zog bei einer Hereingabe die Hand nicht rechtzeitig weg, Strafstoß. Ein Fall für Fayé, der Heiland ins falsche Eck schickte und sicher traf (71). Kurz vor Schluss war der Routinier zwischen den Pfosten dann aber zur Stelle. Und wie: Türkspor-Innenverteidiger Moustapha Salifou legte fünf Minuten vor dem Abpfiff seine ganze Verzweiflung in einen fulminanten Dropkick, der Ball rauschte in Richtung Lattenkreuz. „Da ist mir richtig der Atem gestockt“, schnauft ­Zenkner durch. Doch Heiland parierte bravourös und durfte sich feiern lassen, während Absender Salifou die Hände über dem Kopf zusammenschlug und sich wenig später mit Gelb-Rot verabschiedete. Mit 1:1 erreichten die Landsberger die nächste Relegationsrunde.

Dort wartet der BCF Wolfratshausen. Das Dauer-Kellerkind hatte während der Saison einen Platz am Ende der Tabelle regelrecht gepachtet, bezwang den TSV aber gleich zweimal mit 2:1, zuletzt am finalen regulären Spieltag. Damals hatten die aufgrund dreier Rotsperren ersatzgeschwächten Landsberger den noch möglichen Klassenerhalt in einer rumpligen Partie aus der Hand gegeben, die Gäste aus dem Oberland zogen im Klassement noch vorbei und sicherten sich so das Freilos in der ersten Relegationsrunde. „Sie sind nach der Pause sicher frischer als wir und hatten Zeit, uns ausgiebig zu studieren“, so Zenkner. „Andrerseits konnten wir im Wettkamp-Rhythmus bleiben.“ Schon am kommenden Mittwoch rollt der Ball ab 18.30 Uhr im 3C-Sportpark, das Rückspiel steigt am Samstag um 16 Uhr.

Viele Fragezeichen

Fraglich ist allerdings, ob Zenkner auf Mittelfeld-Leitwolf Sebastian Bonfert bauen kann. Der Routinier meldete sich schon gegen Türkspor mit einer Oberschenkelzerrung ab. Auch der Einsatz von Sebastian Gilg ist fraglich, ihm zwickt die Leiste. Wieder mit an Bord sollte allerdings der zuletzt von einer Magen-Darm-Infektion gebeutelte Daniel Jais sein, Alexander Buschel kehrt aus dem Urlaub zurück. Dass die noch frischen Erinnerungen an die letzte Pleite gegen Wolfratshausen noch in den Köpfen seiner Schützlinge herumspuken, glaubt Zenkner nicht. „Das werden völlig andere Spiele mit komplett anderen Vorzeichen.“

rass

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