"Da sind wir zu ungefährlich"

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Wegen einer Muskelverletzung hatte Spielgestalter Salemovic (rechts) längere Zeit aussetzen müssen. Ob er im Heimspiel am kommenden Samstag gegen Unterföhring zum Einsatz kommt, lässt Trainer Sven Kresin noch offen.

Landsberg – Ganz so, wie von Wolfratshausen geschildert, wollte Sven Kresin die Spielwertung nach dem 1:4 (1:2) seiner TSV-Fußballer beim BCF dann doch nicht stehen lassen. „Man konnte ja lesen, dass wir dort praktisch überrollt worden sind. Das stimmt absolut nicht“, so der 38-Jährige. „Wir haben eigentlich ganz gut gespielt. Aber wenn du solche Fehler machst wie wir, gewinnst du in der Bayernliga wahrscheinlich kein Spiel mehr.“

Im gegnerischen Strafraum fehlte auch in Wolfratshausen die Durchschlagskraft. „Da sind wir zu ungefährlich. Wir spielen zwar gut Pressing, bis wir den Ball haben. Dann fehlt uns aber der Esprit zum klaren Abschluss, obwohl alle sehr bemüht sind.“ Noch gravierender fielen allerdings diesmal die Pannen in der Defensive ins Gewicht. 

Vor allem die eklatanten Personalsorgen in der Innenverteidigung machen dem Trainerteam weiter zu schaffen. Benjamin Hauke verließ den Verein bekanntlich in der Winterpause, Sebastian Nichelmann kämpft immer noch mit seiner Leistenverletzung, Peter Knechtel hat eine lädierte Achillessehne und für Daniel Rieck ist die Saison nach einem Kreuzbandriss ohnehin schon gelaufen. „Dass wir solche Probleme auf dieser Position bekommen würden, war nicht vorauszuahnen“, so Kresin, der sich bei der Aufstellung damit irgendwie behelfen musste. 

Diesmal sollten Korora und Storhas die Lücke füllen – und das ging gründlich schief. „Elmin hat das ordentlich erledigt, bei Rainer vergessen wir den Tag lieber, das hatte weder Hand noch Kopf, was da rauskam.“ Schon nach neun Minuten schlug es deshalb hinter Heiland ein, als die Verteidigung im Spielaufbau nicht nur den Ball zum Gegner spielte, sondern sich auch gleich noch überlaufen ließ. Die kurzzeitige Hoffnung durch den Kopfball-Ausgleichstreffer von Wochnik machte noch vor der Pause Schuhmann mit dem 2:1 zunichte. 

Nach einer Hereingabe stand dieser völlig frei, „er hat zwar Glück, weil er mit dem Schienbein trifft, aber der darf als Stürmer da nie so blank stehen“, ärgerte sich Kresin. Auch Heiland selbst trug noch sein Scherflein zur Niederlage bei, sein Abstoß landete direkt bei Gegenspieler Korkor an der Strafraumgrenze – der bedankte sich mit einem weiteren Treffer. In der laufenden Woche wollen die Trainer nun „so zügig wie möglich“ an diesen Problemen arbeiten. 

Das Experiment mit Storhas in der Innenverteidigung dürfte als gescheitert gelten, „da bekommt er von mir kein Patent“, meint Kresin. Nach dem missglückten Start nach der Winterpause stehen die Landsberger als Aufsteiger zwar immer noch auf einem guten siebten Platz, aber so langsam richtet man den Blick sicherheitshalber doch noch einmal nach unten. „Wir müssen sehen, dass wir diesen Larifari wieder herausbekommen und in den nächsten Spielen in unseren Rhythmus kommen. Sonst wird’s mit zwei, drei Niederlagen plötzlich doch noch kritisch“, so Kresin. 

Nächste Gelegenheit, den Trend zu stoppen, ist am Samstag um 14 Uhr, wenn zum ersten Mal seit Ende November im Hacker-Sportpark wieder Bayernliga-Fußball gespielt wird. Gegner ist der Tabellenfünfte aus Unterföhring, für Kresin ist alles dabei, was es für ein Erfolgserlebnis braucht. „Der Frühling kommt, wir spielen wieder auf richtigem Rasen, die drei Punkte wollen wir hierbehalten.“ Lediglich „mit Schönspielerei“ werde man dabei aber nicht weit kommen, „wir müssen schon aufpassen, dass wir alle Komponenten auf den Platz bringen.“ 

Dabei lässt es der Chefcoach auch ausdrücklich offen, ob Spielgestalter Salemovic im Heimspiel ins Geschehen eingreifen wird. In Wolfratshausen konnte er nach seiner Einwechslung nicht die erhofften Impulse setzen. „Das weiß er selber, dass das nichts war. Er will zwar unbedingt, aber in der Form kann ich ihn nicht aufstellen, vielleicht ist er einfach noch nicht so weit.“ Der 26-Jährige hatte wegen einer Muskelverletzung den größten Teil der Vorbereitung aussetzen müssen.

Christoph Kruse

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