Marschrichtung erfüllt

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Noch nicht in gewohnter Form: Muriz Salemovic.

Landsberg – „Nicht gut gespielt, aber 2:0 gewonnen“, fasste Trainer Sven Kresin den Auftakt seiner TSV-Fußballer in die Bayernliga-Saison zusammen. Vor 550 Zuschauern präsentierte sich der TSV Schwabmünchen spielerisch etwas besser, in den entscheidenden Momenten waren dann aber die Hausherren zur Stelle.

Einigen Spielern sei nach den vielen Spielen der vergangenen Wochen die Müdigkeit deutlich anzumerken gewesen, so Kresin. Tatsächlich hatte seine Elf sichtlich Schwierigkeiten, in die Partie und vor allem in die Zweikämpfe zu finden. Auffällig war dies unter anderem bei Muriz Salemovic, der kaum etwas von seiner gewohnten Brillanz sehen ließ. „Er hat wenig trainiert und wenig gespielt, das merkt man dann einfach“, so Kresin, der den 26-Jährigen aber dennoch nicht auswechseln wollte. „Jede Minute auf dem Platz gibt ihm Substanz und er ist einer, der dann doch immer wieder einen lichten Moment hat.“ 

Nicht so gnädig war er mit Andreas Fülla und Rainer Storhas, beide mussten vorzeitig vom Feld. „Fülla hatte auch wenig Training. Und Storhas hatte keinen guten Tag, wir haben viele zweite Bälle nicht erobern können, das kenne ich von ihm eigentlich nicht.“ Damit allerdings ergab sich in der 70. Minute ein personeller Engpass. Nach einem klaren Foul an Salemovic entschied der Unparteiische auf Elfmeter. Den treten üblicherweise Storhas oder Fülla. Da beide nicht mehr im Spiel waren „und sich aus der Mannschaft auch niemand vorgedrängelt hat“ (Kresin), bestimmte der Trainer den gerade eingewechselten Spannenberger als Schützen – der scheiterte jedoch mit seinem schwachen Versuch am Keeper. 

Der Mittelfeldmann vergab damit die Vorentscheidung und nach dem Fehlschuss musste sein Team tatsächlich noch um die Führung bangen. Nach 29 Minuten hatten Salemovic und Strohhofer sehenswert Siegwart in Szene gesetzt, der aus sehr spitzem Winkel zum 1:0 einschoss. Zuvor hatte Schwabmünchen bereits einen Lattentreffer von Andreas Rucht überstanden. Rucht setzte der Defensive der Gastgeber auch weiter zu, verscherzte sich aber in der zweiten Hälfte nicht nur die Sympathien des Publikums. „Er hatte schon Gelb und versucht dann dreimal, mit klaren Schwalben einen Elfmeter zu schinden“, ärgerte sich Kresin, „da muss ein Schiedsrichter dann auch irgendwann reagieren.“ 

In einer Partie, die zusehends von Nickligkeiten geprägt war, wurde es zum Ende hin dann noch einmal richtig bunt: Für Schwabmünchen setzte Zerle einen Kopfball auf die Latte (74.), Rudolph und Manno scheiterten zweimal an Heiland (75.), Manno verzog auch noch freistehend aus sieben Metern (89.) und erneut Heiland parierte spektakulär einen Seitfallzieher von Sandner (91.). Dass auch die Landsberger gute Gelegenheiten vergeben können, zeigten Salemovic (82.) und Siegwart (91.), die freistehend vor dem Tor den Ball verstolperten. 

Salemovic machte es dann im dritten Konterversuch allerdings besser und schob überlegt unter Schwabmünchens Keeper Thiel zum entscheidenden 2:0 ein. Genau genommen war damit die Marschrichtung für die neue Saison exakt erfüllt, wie Kresin selbst sagt. „Vielleicht wird es manchmal nicht mehr so attraktiv, dafür ergebnisorientierter.“ Immerhin blieb seine Truppe damit in den ersten drei Pflichtspielen (im Pokal gab es 2:0-Siege in Aindling und Mering) ohne Gegentor. 

Eine Bilanz, die der Trainer sicher auch gerne auf die beiden nächsten Partien ausdehnen würde, die aber seiner Voraussicht nach „ganz eklig“ werden dürften. Bereits am Mittwoch geht es zum BCF Wolfratshausen, „da ist viel Körper und lange Bälle, aber wenig Fußball angesagt, wenn wir nicht früh ein Tor schießen, könnte es schwer werden.“ Einen ganz neuen Gegner hat man am Samstag beim Aufsteiger Erlbach vor der Brust. Wegen des Ruethenfestes hat man das Heimrecht getauscht und spielt vor den Toren Altöttings. 

Kresin wäre es angesichts des engen Taktes lieber gewesen, die Partie komplett zu verlegen, so aber trifft er auf einen alten Bekannten aus Burghausener Zeiten. Harald Bonimeier gebe dort eine Art Libero, hat er sich sagen lassen. „Das wird sehr interessant, die spielen ein 5-3-2-System und das vor 800 Zuschauern.“ Er selbst will die Messlatte für sein Team im Moment aber noch nicht zu hoch hängen. „Wenn wir zweimal nicht verlieren, wäre ich zufrieden.“

Christoph Kruse

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