Kampf um den Klassenerhalt

Nervenprobe Abstiegskampf

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Voraussichtlich am kommenden Wochenende nicht für den TSV im Einsatz: Sebastian Gilg.

Landsberg – Den Kickern des TSV Landsberg bleiben kaum noch Verschnaufpausen im Abstiegskampf der Bayernliga. Einem überzeugenden 0:3-Erfolg am Karfreitag in Gundelfingen folgte schon am Ostermontag das nächste Sechs-Punkte-Duell um den Klassenerhalt. Doch in Bogen ließ das Team um Coach Uwe Zenkner Killerinstinkt vermissen. Die Quittung: Eine vermeidbare 2:1-Niederlage, die den Tabellenkeller noch näher zusammenrücken lässt.

Ist der 18. Rang in der Bayernliga-Tabelle bereits vergeben? Sieben Mannschaften stecken derzeit mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Darunter auch der TSV Landsberg. Für vier dieser Vereine wird das rettende Ufer nur über den Umweg Relegation zu erreichen sein, einer, der Tabellenletzte, steigt direkt ab. Klar, dass Landsbergs Trainer Uwe Zenkner deshalb nicht gänzlich unzufrieden auf die letzten beiden Partien seiner Truppe zurückblickt: „Hätte ich mich dafür entscheiden müssen, welches dieser Spiele wir gewinnen, hätte ich mich für das in Gundelfingen entschieden.“ Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt, die rote Laterne brennt weiterhin an der Donau statt am Lech.

Bei böigem Wind übernahm der TSV von Beginn an das Kommando, Zählbares sprang in der ersten Halbzeit aber nur einmal heraus. „Gundelfingen war uns spielerisch klar unterlegen“, konstatiert Landsbergs Coach, der „drei, vier hundertprozentige Chancen für uns“ allein in der ersten Halbzeit verbuchte, sich bis zum ersten erfolgreichen Abschluss aber gedulden musste: In der 35. Minute landete ein erkämpfter Ball bei Andreas Fülla, der mit einem trockenen Schuss ins untere linke Eck die Gästeführung besorgte. Wenige Minuten vorher waren die Gastgeber per Kopfball und Drehschuss zu ihren bis dahin einzig nennenswerten Gelegenheiten gekommen.

Nach Wiederanpfiff lauern die Landsberger auf die schnelle Entscheidung und dieser Biss zahlt sich aus: Als Gundelfingen-Schlussmann Dominik Trenker bei einem Rückpass kurz zögert, zum Ball zu gehen, spritzt TSV-Schlitzohr Daniel Neuhaus dazwischen und markiert das 0:2. „Das war die Entscheidung“, so Zenkner, der sich vor allem darüber freut, dass seine Elf bis zum Schlusspfiff nichts mehr anbrennen lässt. Der Lohn: Das erste Zu-Null-Ergebnis seit neun Spielen. „Natürlich ist das ein gutes Gefühl, an dieser Stabilität arbeiten wir hart“, berichtet der Trainer, der in der 84. Minute abermals jubelt. Mit seinem sechsten Saisontreffer zum 0:3 stellt Daniel Jais den Endstand her. Einziges Manko: „Mit einer besseren Chancenverwertung gewinnen wir noch deutlich höher.“ Was in Gundelfingen als Schönheitsfehler abgetan werden konnte, erwies sich nur zwei Tage später beim Gastspiel in Bogen als ernstes Problem. Denn diesmal wurde den Landsbergern ihr fehlender Killerinstinkt zum Verhängnis.

Sebastian Bonfert war es, dem sich in der 70. und 80. Minuten gleich zweimal die dicke Chance bot, seine Farben gegen den Konkurrenten aus dem bayerischen Wald in Führung zu bringen. Doch unmittelbar vor dem Kasten von Bogen-Keeper Max Putz versagten dem Routinier beim Stand von 1:1 die Nerven.

Besser machten es kurz danach die Hausherren. Landsbergs Martin Hennebach hatte in der Zwischenzeit Gelb-Rot gesehen, seine verbliebenen zehn Kameraden fingen sich einen Konter über die linke Seite ein, den Tobias Richter zum schlussendlich entscheidenden 2:1 abschloss (86.). „Ich bin sehr enttäuscht“, gewährt Zenkner Einblick in sein Gefühlsleben. „Wir stehen mit leeren Händen da, obwohl man, gemessen am Spielverlauf, nicht mal mit einem Unentschieden zufrieden sein sollte.“

Die frühe Führung der Hausherren, die ein missglücktes Dribbling Julian Birkners auf Höhe der Mittellinie per Konter mit dem 1:0 durch Christoph Schambeck bestraft hatten (9.), steckte Landsberg noch gut weg. Die große Chance zum Ausgleich schien sich schon zehn Minuten später zu bieten, als Schiedsrichter Vinzenz Pfister, der allein in der ersten Halbzeit sieben Mal den gelben Karton zückte, auf Handelfmeter zugunsten der Gäste erkannte. Doch nach einem kurzen Zwiegespräch mit seinem Assistenten zog der Referee seine Entscheidung zurück. „Der Bogener hat unseren Pass mit der Hand abgefangen“, ärgert sich Zenkner, der sich um den fälligen Strafstoß gebracht sah. Am Ausgleich seiner Landsberger hatte in der 41. Minute aber auch das Unparteiischen-Gespann nichts mehr zu deuteln: TSV-Kapitän Philipp Siegwart war über die rechte Außenbahn durchgebrochen, seinen Querpass verwertete der spätere Unglücksrabe Bonfert zum 1:1.

„Eigentlich läuft dann alles auf ein Remis raus“, resümiert Zenkner. Doch die beiden verpassten Hochkaräter Bonferts und die darauffolgende Führung der Hausherren warfen die Hoffnungen auf einen Punktgewinn über den Haufen. „Damit war die Sache eigentlich gegessen, auch wenn wir in Unterzahl natürlich nochmal alles nach vorne geworfen haben.“ Kurz vor Schluss gerieten die Landsberger numerisch noch weiter ins Hintertreffen, Innenverteidiger Peter Knechtel holte sich bei einem Gerangel die rote Karte ab. „So ist es im Abstiegskampf: Nuancen entscheiden und wir haben die Gunst der Stunde nicht genutzt“, klagt Landsbergs Trainer.

Doch Zeit, um dem verpassten Befreiungsschlag nachzutrauern, bleibt keine. Am kommenden Samstag bestreitet der TSV bereits den nächsten Abstiegs-Gipfel, die Reserve des Jahn aus Regensburg gastiert im 3C-Sportpark. „Ich erwarte einen gut gestaffelten Gegner, gegen den Geduld gefragt sein wird“, mahnt Zenkner. Dazu komme, dass im Aufeinandertreffen mit den Oberpfälzern stets abzuwarten sei, welche Spieler aus ihrer ersten Garde die Gäste aufbieten könnten. In den Landsberger Kader zurückkehren könnte mit dem wieder genesenen Sebastian Nichelmann ein wichtiger Eckpfeiler, auch Jonas Meichelböck dürfte rechtzeitig fit werden. Für Sebastian Gilg kommt eine Einsatz indes wohl noch zu früh. Anpfiff des Sechs-Punkte-Schlagers ist um 14 Uhr.

rass

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