TSV Landsberg gegen Jahn Regensburg

TSV Landsberg: Ein Unentschieden zum Auftakt

Manuel Detmar und Alessandro Mulas
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Kein Durchkommen: Auch bei dieser Ecke kommen Manuel Detmar und Alessandro Mulas (dunkle Trikots) nicht an den Ball.
  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Die Bayernliga Süd ist gestartet. 360 Zuschauer waren am vergangenen Samstag zum Auftaktspiel des TSV 1882 Landsberg in den 3C-Sportpark gekommen. Sie sahen ein packendes Duell gegen die zweite Mannschaft des Jahn Regensburg, das mit einem 1:1 Unentschieden endete. Die Hausherren mussten rund 50 Minuten in Unterzahl spielen, denn Keeper Daniel Witetscheck sah nach einer Notbremse vor dem Strafraum glatt Rot.

Mit großer Spannung sahen Spieler, Offizielle und Fans des TSV 1882 Landsberg dem ersten Saisonspiel entgegen. Die guten Ergebnisse und Leistungen in den Partien der Vorbereitung gaben berechtigten Anlass zur Hoffnung auf einen Sieg zum Auftakt. Abteilungsleiter Sebastian Gilg schilderte die Stimmung vor dem Anpfiff: „Wir haben fast 20 Monate kein Spiel mehr in unserem Stadion bestritten und die Jungs sind heiß. Ein wirklich tolles Gefühl! Außer Steffen Krautschneider sind alle Mann an Bord und ich sage mal, dass drei Punkte eingefahren werden müssen.“ Es sollte anders kommen.

Dennis Hoffmann ist aus dem Urlaub zurück, musste aber zunächst noch auf der Bank Platz nehmen. Die erste Elf bot keine Überraschungen: Witetschek - Nikolic, Anzenhofer, Schmeiser, Lutz - Gutia, Hutterer - Detmar, Salemovic, Fülla - Mulas. Manuel Detmar darf in der Bayernliga auflaufen, in der Pokalrunde ist er allerdings nach seiner Roten Karte in Sonthofen für drei Spiele gesperrt. Zwei Namen fehlten auf dem Aufstellungsbogen: Die Zugänge Gottfried Agbavon und Antonios Masmanidis. Die beiden jungen Spieler sind die Leidtragenden der komplizierten Transfermodalitäten innerhalb des Verbands. Masmanidis wird am 27. August spielberechtigt sein, die Zukunft von Agbavon soll sich laut Teammanager Wolfgang Sanktjohanser in den nächsten Tagen entscheiden.

Vor dem Anpfiff

Die Schweigeminute für die Opfer der Hochwasserkatastrophen war dann aber auch der letzte ruhige Moment an diesem Nachmittag. Beide Mannschaften gaben, trotz der schwülen Witterung, von Beginn an Vollgas. Dass die Regensburger hier mit allen Mitteln etwas mitnehmen wollten, zeigte Jahn-Kicker Benedikt Fischer schon nach zwei Minuten, als er eine allzu offensichtliche „Schwalbe“ machte, die mit Gelber Karte und ernsthafter Ermahnung des Schiris bestraft wurde.

Die junge Truppe von Regensburg-Coach Christoph Jank war den Hausherren ebenbürtig und das Geschehen spielte sich größtenteils zwischen den beiden Strafräumen ab. Die erste Chance gehörte nach acht Minuten den Gästen, im Gegenzug prüfte Manuel Detmar Jahn-Keeper Niclas Müller mit einem Schüsschen.

Die Mannschaft des Trainergespanns Hutterer/Salemovic kombinierte immer wieder einfallsreich durchs Mittelfeld, allein der letzte Pass in die Tiefe fehlte und die Flanken fanden keine Abnehmer. Große Torgelegenheiten gab es hüben wie drüben nicht zu verzeichnen. Mit Thomas Stowasser verfügt der Jahn über einen exzellenten Freistoßschützen, aber TSV-Keeper Daniel Witetschek war bei zwei Versuchen auf dem Posten.

Der 21-jährige Schlussmann musste kurz vor der Pause allerdings bitteres Lehrgeld zahlen: Als letzter Mann räumte er Benedikt Fischer vor dem Strafraum allzu ungestüm ab. Schiedsrichter Michael Hofbäuer zeigte ihm ohne zu zögern die Rote Karte und die Proteste der Landsberger hielten sich in Grenzen. Der TSV-Offizielle Reiner Drüssler hob resignierend die Arme: „Eine harte Entscheidung, aber man kann diese Karte geben, denn Abseits stand der Jahn-Spieler anscheinend nicht. Jetzt wird es sehr schwer für uns.“

Während Witetschek geknickt und um eine Erfahrung reicher in der Kabine verschwand, verließ Charly Fülla das Feld, um Platz für Sebastian Hollenzer zu schaffen, der von nun an das Landsberger Gehäuse hütete. Wie schon beim Pokalfight in Sonthofen hatten sich die Lechstädter selbst geschwächt und nicht nur die Zuschauer sahen der zweiten Halbzeit sorgenvoll entgegen.

Führung in Unterzahl

Nach dem Seitenwechsel kam beim TSV Luca Wollens auf der rechten Abwehrseite für Branko Nikolic. Die Hausherren zogen sich hinter die Mittellinie zurück, das frühe Anlaufen der Gegner war im 4-4-1 System nur noch selten möglich. Die Gäste hatten nun dauerhaft Ballbesitz, der TSV setzte erwartungsgemäß auf Konter. Muriz Salemovic konnte in der 54. Minute den Ball gegen drei Gegenspieler behaupten, legte ab auf Alessando Mulas, der im Strafraum zu Fall kam. Aber noch bevor die Landsberger einen Elfmeter fordern konnten, versenkte Kapitän David Anzenhofer den Abpraller aus wenigen Metern im Tor der Gäste. Die Taktik war aufgegangen, der Jubel war groß, aber vielleicht fiel dieses 1:0 zu früh.

Regensburg erhöhte den Druck, die Heimelf konnte sich kaum noch aus der eigenen Hälfte befreien. Mit Dennis Hoffmann kam nach 64. Minuten eine weitere Defensivkraft für den TSV. Salemovic verließ den Platz unter Applaus. Aufopferungsvoll warfen sich die Abwehrspieler in die Schüsse und Flanken. Das Tor der Landsberger stand unter permanenter Belagerung, Keeper Hollenzer konnte sich über mangelnde Arbeit nicht beschweren. Doch nun forderten auch die hohen Temperaturen ihren Tribut und die Kräfte schwanden auf beiden Seiten. Kollmann ersetzte Detmar, Holdenrieder kam für Gutia. Der Jahn brachte gleich drei neue Spieler für die nervenaufreibende Schlussphase.

In der 86. Minute wurde das Bollwerk des TSV dann schließlich doch noch geknackt: Nach einer Ecke reagierte Thomas Stowasser am kurzen Pfosten am schnellsten und bugsierte das Leder über die Linie. Es war erstaunlich, dass die Hausherren in den letzten Minuten noch einmal alles versuchten, um erneut in Führung gehen. Doch die Konter wurden nicht sauber zu Ende gespielt. Nach dem Schlusspfiff sanken die TSV-Kicker ermattet auf den Rasen. Sollten sie sich über das 1:1 in Unterzahl freuen oder den späten Ausgleichstreffer beklagen? Der verletzte Zaungast Steffen Krautschneider brachte das Spiel auf den Punkt: „Die Mannschaft hat eine tolle Moral gezeigt und mit dem Ergebnis können wir angesichts der Unterzahl sicherlich leben.“

Englische Wochen

Sebastian Gilg war am Sonntag versöhnlich gestimmt: „Natürlich hätten wir die drei Punkte zum Saisonbeginn gerne geholt und die Jungs waren direkt nach dem Spiel sehr enttäuscht. Aber wenn man die Umstände und die Hitze bedenkt, können wir letztendlich zufrieden sein. Einen Tag später denkt die Mannschaft sicherlich genauso.“

Viel Zeit sich zu grämen bleibt auch gar nicht, denn sogenannte „englische Wochen“ stehen an. Bereits am Mittwoch, 28. Juli, geht es um 18.30 Uhr beim TSV Schwaben Augsburg weiter. Das nächste Heimspiel findet am kommenden Samstag, 28. Juli statt. Zu Gast ist der FC Ismaning, Anpfiff ist um 13.00 Uhr.

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