Eine neue Nummer eins?

TSV Landsberg: zwei Neuzugänge, eine Vertragsverlängerung

Jürgen Meissner (links), sportlicher Leiter des TSV Landsberg, mit dem neuen Torhüter Daniel Witetschek.
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Jürgen Meissner (links), sportlicher Leiter des TSV Landsberg, präsentiert den neuen Torhüter Daniel Witetschek.
  • Dietrich Limper
    vonDietrich Limper
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Landsberg – Es geht weiterhin Schlag auf Schlag beim TSV 1882 Landsberg am Lech e.V. Der sportliche Leiter Jürgen Meissner und Trainer Muriz Salemovic konnten am vergangenen Wochenende erneut Personalien verkünden: Dennis Hoffmann hat seinen Vertrag verlängert. Mit Plator Doqai und Daniel Witetschek wurden zwei neue Spieler verpflichtet.

Es gibt Konkurrenz für die gestandenen TSV-Keeper Sebastian Hollenzer und Patrick Rösch, denn mit Daniel Witetschek kommt ein vielversprechendes Torwart-Talent von der U23 des FC Augsburg. Wieder einmal mussten Meissner und Salemovic mit Engelszungen auf den 20-Jährigen einwirken, um ihn von einem Engagement bei TSV zu überzeugen. „Jürgen Meissner hat sehr viele Telefonate mit mir geführt, denn nicht nur der TSV Landsberg war an meinen Diensten interessiert. Schließlich habe ich vor Ort das ganze Trainerteam um Salemovic, Hutterer, Tomic und Schmid getroffen. Und nachdem sie mir geschildert hatten, was sie mit dem TSV vorhaben und wohin die Reise gehen soll, habe ich zugesagt“, berichtet der Keeper aus Schrobenhausen.

Augsburg, Ingolstadt?

Bereits 2013 absolvierte er ein Probetraining beim FC Augsburg, aber damals gelang ihm der Sprung zum großen Club noch nicht. Ein Jahr später lief es allerdings so gut, dass ihm sogar der FC Ingolstadt ein Angebot machte, aber Daniel Witetschek entschied sich für ein Engagement bei den Schwaben. Er durchlief alle Jugendmannschaften und reifte unter FCA-Torwarttrainer Christian Krieglmeier zu einer festen Größe zwischen den Pfosten. Er kam bei 15 Spielen in der Regionalliga für die U23 zum Einsatz und trainierte gelegentlich sogar mit den Torhüter-Profis Gikiewicz, Leneis und Koubek. Der FCA hätte ihn gerne gehalten, aber der gelernte Schreiner entschied sich für die Lechstadt: „Für mich ist das einfach der nächste Schritt in meiner Karriere, denn ich möchte regelmäßig spielen. Wenn ich auf mich aufmerksam machen will, brauche ich Einsätze und ich denke, die werde ich in Landsberg bekommen“, erklärt Daniel Witetschek seine Beweggründe. Eine Garantie auf die Nummer Eins möchte Trainer Muriz Salemovic allerdings nicht aussprechen: „Daniel ist noch jung und wir werden einfach sehen, wie es läuft. Ich kann dazu vor der Saison keine klare Aussage treffen.“

Mit 1,80 Metern hat Daniel Witetschek nicht gerade das Gardemaß der Torhüterzunft, aber darin sieht er kein Problem: „Ich muss ein bisschen mehr Sprungkraft trainieren, aber habe dafür sehr gute Reflexe auf der Linie. Manche Trainer wollen keine Torhüter unter ein Meter neunzig, aber Tomas Tomic kennt mich ja auch schon vom FCA und die Trainer des TSV hätten mich nicht geholt, wenn sie mir nicht vertrauen würden.“

Im letzten Jahr beendete er erfolgreich seine Lehre zum Schreiner im Familienbetrieb in Schrobenhausen. Derzeit arbeitet er dort halbtags und fährt nachmittags zum Training beim FCA. „Wenn ich beim TSV bin, kann ich auch mehr für unseren Betrieb tun, denn das Training findet jeweils abends statt. Das war auch ein Grund, warum es mit diesem Wechsel einfach passt. Aber hauptsächlich haben mich das Konzept und der langfristige Plan beim TSV überzeugt. Hoffentlich kann es im Sommer wieder losgehen“, sagt Daniel Witetschek mit verhaltener Zuversicht. Muriz Salemovic fügt an: „Wir sind wirklich stolz, dass Jürgen Meissner dieses Talent an uns binden konnte. Er hat einen tollen Job gemacht, denn der Junge ist wirklich heiß und will unbedingt für Landsberg spielen. Diesen Eindruck hatte ich in letzter Zeit nicht von allen Spielern.“

Flügelflitzer mit Aussicht

Ebenfalls heiß auf den TSV ist Plator Doqai, der ein ausgesprochener Wunschspieler von Salemovic ist. Der 21-Jährige kommt vom TUS Geretsried und möchte in Landsberg den nächsten Schritt machen. Salemovic begründet die Verpflichtung: „Ein ehemaliger Mitspieler hat mich auf Plator aufmerksam gemacht und ich habe seine Entwicklung verfolgt. Er ist verdammt schnell auf dem Flügel unterwegs und dabei auch noch torgefährlich. Plator ist ein hungriger, junger Spieler mit Zukunft und passt genau in unser Konzept. Wir brauchen Jungs, die ehrgeizig sind und etwas erreichen wollen.“

Auch wenn Plator Doqai bei Geretsried oftmals nicht in der Startelf stand, konnte er bei 41 Einsätzen in der Landesliga acht Tore erzielen und vier Assists für sich verbuchen. Und genau diese Qualität schätzt Salemovic an dem jungen Mann, der auch nach einer späten Einwechslung immer Vollgas geben würde. Vielleicht wird er beim TSV Landsberg häufiger in der Startelf stehen.

Dennis Hoffmann hat seinen Vertrag verlängert.

Das erhofft sich auch Dennis Hoffmann, der bereits letztes Jahr vom FC Pipinsried an den Lech wechselte. Unschönes Verletzungspech warf den 29-jährigen Mittelfeldspieler immer wieder zurück, so dass er nur ein Pflichtspiel für den TSV absolvieren konnte. Trainer Salemovic setzt dennoch auf den ehemaligen Regionalligaspieler des FC Memmingen und sieht ihn als wichtigen Baustein für die kommende Saison.

Gemeinsames Training ist derzeit allerdings immer noch nicht möglich. Während Kinder unter 14 Jahren dank der niedrigen Inzidenz immerhin wieder kontaktlos in kleinen Gruppen trainieren dürfen, müssen sich die älteren Jahrgänge gedulden. Die Zukunft des Amateurfußballs bleibt ungewiss.

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