Ein Kauferinger Trio für Bozen

Drei Kauferinger Floorballer für die WM-Quali

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Johannes Eckebrecht, David Winzinger und Ricardo Wipfler (von links) laufen in Südtirol für die deutsche U19-Juniorennationalmannschaft auf.

Kaufering– Einen starken Kauferinger Block stellen die Red Hocks bei der deutschen U19. David Winzinger, Johannes Eckebrecht und Ricardo Wipfler sind mit der Nationalmannschaft der Junioren vom 29. August bis 2. September in Bozen gefordert. Das Ziel: Am Ende des Mammutprogramms mit fünf Spielen in fünf Tagen gegen die europäische Konkurrenz soll die erfolgreiche Qualifikation für die WM 2019 im kanadischen Halifax stehen.

Die Saisonpause Winzingers, Eckebrechts und Wipflers unterschied sich doch erheblich von der ihrer Bundesliga-Teamkameraden: Legte der Großteil der Mannschaft nach dem Viertelfinal-Aus im April genüsslich die Beine hoch, galt es für das Trio, sich auf die im Juni steigenden deutschen Nachwuchs-Mannschaften vorzubereiten. Auch danach blieb wenig Zeit zum Verschnaufen. Ende Juli ent-

sandten die Red Hocks das Dreier-Gespann nach Harzgerode zum Trainingslager des U19-Nationalteams.

„Ich weiß, dass ich auf der Torwart-Position starke Konkurrenz habe“, schildert Winzinger die Eindrücke, die er dort sammelte – und auch selbst hinterließ. Denn bis zuletzt schien das Rennen, welche beiden Schlussleute sich einen Platz im schwarz-rot-goldenen Quali-Kader sichern würden, völlig offen. „Ich habe in Harzgerode nochmal gezeigt, dass ich den Willen und das Zeug dazu habe, in Bozen dabei zu sein“, beschreibt der 16-Jährige den sportlich geführten Konkurrenzkampf um den Platz zwischen den deutschen Pfosten.

Bis Mittwoch vergangener Woche ließ sich das Trainergespann um Headcoach Thomas Berger Zeit, ehe es das Aufgebot benannte. Gleich an zweiter Stelle stand Winzingers Name, entsprechend groß war dessen Freude. „Ich habe den ganzen Tag mit permanent ansteigender Spannung auf die Mail gewartet“, schildert der Landsberger. Auch zwei seiner Kauferinger Teamkameraden, mit denen er seit der U13 für die Red Hocks auf Punktejagd geht, wurden mit Verteidiger Eckebrecht und Angreifer Wipfler berufen.

In Bozen erwartet die deutsche Equipe ein forderndes Programm: Fünf Tage lang steht täglich eine Partie ins Haus. Der Modus ist hart. Nur der erste des Klassements, in dem sich neben Deutschland auch Ungarn, Österreich, die Niederlande, Italien und Großbritannien tummeln, bucht sicher sein Ticket für Halifax. Der Vize muss bangen Blickes das Geschehen in der eine Woche später ausgetragenen Qualifikations-Gruppe in Russland verfolgen. Erst durch eine Hintertür springt der bessere der beiden Zweitplatzierten noch auf den WM-Zug auf. Und weil alle Anwärter für das Abenteuer Kanada deshalb permanent unter Druck stehen und auch vermeintlich schwächere Gegner mit möglichst deutlichen Ergebnissen abgefertigt werden müssen, bietet sich in Bozen keinerlei Gelegenheit, auch nur einen einzigen Gang zurückzuschalten.

Doch das will Winzinger auch gar nicht: „Unser Motto bei der Quali lautet durchgehend Vollgas“, sagt der Schlussmann. In erster Linie gelte dem Erfüllen der sportlichen Pflicht – ein Nichterreichen der WM wäre ein herber Rückschlag für den aufstrebenden deutschen Floorball – das höchste Augenmerk. „Wir als Team wollen uns aber auch insgesamt einen Namen machen.“ Für ihn persönlich ginge es darum, auf internationalem Parkett seinen Mann zu stehen. „Ich will dem deutschen Nationalteam ein starker Rückhalt sein und mich über die Quali hinaus mit dem Ziel Halifax weiter steigern.“

Bevor es nach Südtirol geht, macht der deutsche Tross am 27. August noch am südlichsten Bundesliga-Standort halt – in Kaufering. Dort feilen Deutschlands Coach Berger und sein Team an den letzten Feinheiten. „Es ist natürlich eine super Gelegenheit, daheim den letzten Schliff zu erarbeiten und dann mit einem gestärkten Gefühl aus der eigenen Heimat loszufahren“, freut sich Winzinger. Dort, in der Heimat, wird auch die übrige Kauferinger Floorball-Gemeinde den Auftritt ihrer Jungs in Bozen natürlich genau verfolgen.

„Ich freue mich über ihre Nominierung“, sagt Bundesliga-Spielertrainer Tobias Hutter. Überrascht habe diese ihn aber überhaupt nicht. „Jockl und Rici hatten schon letztes Jahr einen festen Platz in unseren ersten beiden Reihen.“ Winzinger habe mit viel Trainingsfleiß eine überragende Entwicklung genommen.

Durchschnaufen ist für das Trio indes auch nach Bozen nicht angesagt. Denn schon eine Woche nach der Rückkehr ihrer Nationalspieler starten die Red Hocks in ihre sechste Bundesliga-Saison. „Für alle drei gilt es, Konstanz in ihre Leistungen zu bringen und mehr soziale Verantwortung innerhalb des Teams zu übernehmen“, sind auch die künftigen Aufgaben im Vereins-Trikot klar umrissen. Diese kommen auch auf alle anderen jungen Talente zu, die die Red Hocks in ihren Reihen haben. „Vielleicht bekommen dann im Falle einer erfolgreichen Qualifikation auch noch weitere unserer Jungs die Chance, sich für Halifax zu empfehlen“, hofft Kauferings Nachwuchsleiter Rasso Schorer. „Wünschen würde ich es mir.“

Rasso Schorer

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