Vor dem Start in die Eishockey-Oberliga

Covid-19 bleibt der ärgste Gegner der Riverkings

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Noch ist nicht sicher, ob der Puck am 16. Oktober für den Start der neuen Oberliga-Saison bereit liegt.

Landsberg – Mit dem Aufstieg der Riverkings in die Oberliga Süd kommen spannende Zeiten auf den HC Landsberg, die Mitarbeiter und Fans zu. Ob der geplante Saisonauftakt wirklich am 16. Oktober stattfinden kann, wird der Verlauf der Corona-Pandemie bestimmen. Gleichwohl arbeiten die Riverkings fieberhaft daran, ihren Teil der Hausaufgaben zu erledigen.

Pressesprecher Joachim Simon ist in diesen Tagen ein vielbeschäftigter Mann. Und er wird viel lesen müssen. In Kürze wird ein 80-seitiges Rahmenkonzept der DEL ins Büro der Riverkings flattern, bei dem es detailliert um die Vorgaben für ein Hygiene-­Konzept geht. Beim HCL zerbrechen sich die Verantwortlichen den Kopf: Wie soll es in den Kabinen zugehen? Wer und wie viele Menschen dürfen sich dort tummeln? Wie kann man verhindern, dass sich die Fans an den Getränke- und Würstchen­buden drängeln? Kann der HCL gewährleisten, dass das Gesundheitsamt weiß, wer welches Spiel besucht hat? Wie viele Zuschauer dürfen überhaupt in die Halle und wie verfährt man bei der Meldepflicht mit den Gästefans? Fragen über Fragen.

Simon seufzt: „Wir orientieren uns momentan an den bereits bekannten Verordnungen. Zwar bekommen wir bald die Rahmenbedingungen von der DEL, die sich am Konzept der DFL orientieren, aber dann müssen wir ganz genau schauen, wie wir das alles beim HC Landsberg umsetzen können. Das wird eine echte Herausforderung.“

Das geplante digitale, bargeld­lose Ticketing wird sicherlich hilfreich sein, wenn das Gesundheitsamt Fälle nachverfolgen möchte. „Es muss möglich sein, dass wir nachvollziehen können, an welchem Platz eine infizierte Person im Stadion war. Nur so können die Ämter Warnungen an die Kontaktpersonen weitergeben“, schildert Simon diese sehr komplizierte Aufgabe. Fest steht im Moment nur, dass es keine anonymen Eintrittskarten mehr geben darf. Wie man das an der Abendkasse und mit den Gästefans regeln will? Es gibt reichlich Ideen, aber noch nicht die ultimative Lösung.

Eine Gewissheit bleibt allerdings, und darauf hat sich die gesamte Oberliga Süd geeinigt: Die Saison wird im Oktober nicht mit Geisterspielen starten. Joachim Simon geht davon aus, dass zunächst nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern ins Stadion darf. „Ob Handball, Basketball oder Eishockey – in den unteren Ligen kann sich keine Spiele ohne Publikum leisten. Es bleibt also bei der Aussage, die unser Präsident vor einigen Wochen getätigt hat: Keine Zuschauer. Kein Eishockey. Punkt.“

Videowand und TV

Ungleich entspannter gestaltet sich die Situation rund um die neue Anzeigetafel, die wohl im September montiert werden kann. Die Auflagen der Stadt sind nun endlich erfüllt. Statik und Brandschutz entsprechen den aktuellen Auflagen und der Hersteller ist ein erfahrener Dienstleister, der schon in Augsburg die Spielstände bei den Profis aufleuchten lässt. Da kann Joachim Simon schon mal erleichtert durchschnaufen: „Der Dienstleister kann die Videowand in kurzer Zeit routiniert montieren, daran wird es nicht scheitern. Es lag eher an den vielen Auflagen der Stadt. Über ein Jahr haben wir geplant und geprüft und nun gibt es Grünes Licht. Wir sind erleichtert, dass das Thema beinahe über die Bühne ist.“

Es ist unter anderem eine Auflage der DEL, dass die Spiele in der Oberliga Süd gefilmt und aufgezeichnet werden müssen. Eine Baustelle, bei der es laut Simon aber zügig voran geht. Es haben sich mittlerweile knapp zehn Freiwillige gemeldet, die sich um die Technik kümmern werden. Die Tore müssen während der laufenden Partie schnell für die Videowand aufbereitet werden. Dabei sind flinke Finger und Beherrschung der Software und Technik vonnöten.

Für die Live-Übertragungen arbeitet der HC Landsberg mit dem Dienstleister Sprade TV zusammen. Zwei Kameras sollen das Geschehen auf dem Eis einfangen. Kommentatoren seien auch gefunden, versichert Simon. An ihrer Seite sollen unter anderem ehemalige Spieler als Co-Kommentatoren arbeiten, um für das nötige Fach- und Insiderwissen zu sorgen. Wo dieses Sprecher-Duo während der Spiele seinen Platz haben wird, ist allerdings noch nicht geklärt.

„Auch hier spielt der Verlauf der Pandemie eine Rolle, denn der Platz ist begrenzt. Vielleicht werden sie außerhalb der Halle untergebracht. In der Oberliga wird ebenfalls mit mehr Presse­vertretern zu rechnen sein –auch da müssen wir noch Lösungen erarbeiten“, sagt Simon.

Während die sportliche Leitung an der Kaderplanung arbeitet und nahezu wöchentlich Vertragsverlängerungen vermelden kann, sind viele engagierte Mitarbeiter des HCL mit ganz anderen Herausforderungen beschäftigt. Die Riverkings haben nun nicht nur auf dem Eis vermeintlich fordernde Gegner – der ärgste Widersacher ist nach wie vor Covid-19 mit all seinen Auswirkungen.
Dietrich Limper

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