Droht die Auflösung?

Notstand im Vorstand

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Die Vorsitzenden des DJK Landsberg Horst Geiger (links) und Matthias Fiebich würden den Ball des Vorstandspostens gerne weiterreichen, finden aber keine Nachfolger – ein Zustand, der die Existenz des Vereins bedroht.

Landsberg – Große Enttäuschung machte sich bei der Jahresmitgliederversammlung des DJK Landsberg breit: Bereits letztes Jahr kündigte der Vorstand an, den Posten abgeben zu wollen, aber dennoch zeigte sich keines der Mitglieder bereit, die Aufgabe zu übernehmen. Noch sind erster Vorsitzender Horst Geiger und zweiter Vorsitzender Matthias Fiebich bereit, für eine kurze Zeit die Lückenbüßer zu spielen: „Aber lang geht das nicht mehr so weiter“, warnt Geiger.

Geiger ist bereits sechs Jahre im Vorstand, Fiebich noch länger. „Unsere Kinder sind jetzt älter und spielen nicht mehr in diesem Verein“, ist für beide der Grund, den Vorstand niederzulegen. Natürlich blieben sie dem Verein erhalten und seien auch bereit, weiterhin unterstützend mitzuwirken. Aber sechs Jahre intensive Vorstandsarbeit seien genug: „Ich möch- te jetzt auch mal spontan ein Wochenende verplanen können“, sagt Geiger.

Viel bräuchte es nicht 

Nicht nur diese Posten sind zu besetzen: Es mangelt auch an Meldungen für die Posten Zeugwart, Schiedsrichterwart, Jugendwart, Webmaster und einem Verantwortlichen für die Sponsorenaquirierung. „Uns fehlt ein bisschen der Mittelbau“, urteilt Fiebich. Was er damit meint, sind die Eltern zwischen 30 und 40, deren Kinder im Verein spielen – und die deshalb auch eher bereit sind, Zeit in die Vereinsarbeit zu stecken. Viel bräuchte es gar nicht: „Im Normalfall kommt man mit der Verwaltungsarbeit auf eine Stunde pro Woche“, berichtet Fiebich. 

Zudem steht der Verein gut da. Die Mitgliederzahlen sind konstant: Im Moment zählt der Verein gute 320 Mitglieder. Trotz der um 65 Prozent gestiegenen Hallengebühren der Stadt und etwas geringerer Einnahmen durch Sponsoren sei das finanzielle Polster dick genug, um auch die laut Geiger „weniger fetten Jahre“ gut zu überstehen. Denn auch die Ausgaben seien geringer geworden: Wegen weniger Mannschaften fallen auch Schiedsrichtergebühren, Hallenmieten und ähnliches kleiner aus. 

Das im Moment hohe Niveau der Vereinsarbeit müsse nicht gehalten werden, ist Geiger überzeugt: „Es reicht auch weniger.“ Er könne sich zum Beispiel ein Team als Vorsitz denken, sodass die Verantwortung, „die keiner tragen will“, auf mehreren Schultern ruhe. Eine Eingliederung in einen anderen Verein löse das Problem nicht, da dort ein Bereichsvorstand nötig sei. Für Geiger und Fiebich ist es erschreckend zu sehen, dass die Eltern nicht mehr bereit seien, ihre Zeit für den Verein und damit für ihre Kinder zu investieren. „Wenn wir niemanden finden, steht die Vereinsauflösung bevor. Und es wäre schade, wenn der Basketball in Landsberg verschwindet“, lautet die ultimative Warnung Geigers. Noch dazu, da nächstes Jahr das 60-jährige Jubiläum ansteht. 

Wahl in vier Wochen 

Bei der Jahreshauptversammlung war auch Bildungsreferent Roland Weber vom DJK Diözesanverband Augsburg anwesend, um den Anwesenden Mut zu machen: „Diese Situation ist nicht so ungewöhnlich. Und dafür gibt es Lösungen.“ Er überreichte Geiger und Fiebich als Dank für ihre hervorragenden Dienste einen golde- nen Basketball – den beide gern an die verantwortungsvollen Nachfolger weiterreichen würden. Die Wahl des Vorstands wurde auf die nächste Sitzung in vier Wochen vertagt.

Susanne Greiner

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