"Muss zu Landsberg passen"

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Wieder ein Brüderpaar zu den Riverkings: Benjamin und Niklas Arnold.

Landsberg – In harmonischer Atmosphäre und ohne Gegenstimmen wurden bei der Mitgliederversammlung des HC Landsberg die Weichen für die nächste Saison gestellt. Dabei geht es längst um viel Geld, wie Kassier Stefan Schindler anmerkte: „Immerhin bewegen wir uns inzwischen bei einem Etat von einer Viertel Million Euro.“

Dass sich durch die Übernahme des Nachwuchses des insolventen EV Landsberg vor einigen Jahren viel verändert hat, weiß auch Christian Gerum, bisher kommissarischer 2. Vorstand. „Die Jungs waren ursprünglich eigentlich nur angetreten, um Spaß zu haben und haben dann den Nachwuchs gerettet. Das hat unter anderem mir erspart, dass ich meinen Sohn zum Eishockey weit fahren musste. Da denke ich, dass ich jetzt auch etwas zurückgeben kann.“ 

Der langjährige Bundesliga-Verteidiger, der jetzt einstimmig gewählt wurde, hatte dann auch gleich noch zwei weitere Neuzugänge zu vermelden – wieder handelt es sich um ein Brüderpaar. Benjamin (27) und Niklas (20 Jahre) Arnold sind beide in Augsburg gebürtig. Während der jüngere Bruder dort Verteidiger in der DNL spielte, hat es Benjamin Arnold zuletzt auf dem rechten Flügel beim Konkurrenten Memmingen auf drei Tore und elf Vorlagen gebracht. 

Möglicherweise legt Sportvorstand Gerum beim Kader sogar noch einmal nach. „Wenn es sich ergibt, sind wir schnell“, so der 48-Jährige. „Aber wir verpflichten nicht um jeden Preis. Es muss auch zu Landsberg passen.“ Dass damit die Personalkosten für die 1. Mannschaft auf rund 65000 Euro steigen, sei indirekt auch dem sportlichen Erfolg der abgelaufenen Saison zuzuschreiben, so Kassier Schindler. „Wir haben letztes Jahr so gut wie gar nichts bezahlt. Inzwischen kennen die Spieler natürlich ihren Marktwert.“ 

Schindler stellte den ausführlichen Finanzplan für die Saison 2015/16 vor. Die wichtigsten Eckdaten daraus: 

• Der Gesamt-Etat steigt auf 263000 Euro, neuer Vereinsrekord. 

• Für die Bayernliga-Mannschaft wendet der HCL rund 147000 Euro auf, für den Nachwuchs gut 67000, für die Eiskunstläufer 21500 Euro. 

• Die eingeplanten Sponsorengelder von 106000 Euro sind laut Marketing-Chef Frank Kurz bereits fast vollständig gesichert. Schindler: „Das ist ein reeller Wert und nicht eine Zahl, die wir nur eingebaut haben, damit der Etat auf dem Papier funktioniert.“ 

• Für die Eiszeiten (32700) und die Bandenwerbung (7500) überweist der HCL rund 40000 Euro an die Stadt Landsberg. 

Dass dieser Betrag voraussichtlich auch tatsächlich wieder pünktlich fließen wird, habe das Verhältnis zwischen Stadt und dem (neuen) Eishockey-Verein spürbar verbessert, resümierte Versammlungsleiter und Stadtrat Felix Bredschneijder. „Es ist inzwischen ein ausgesprochen partnerschaftlicher Umgang miteinander.“ 

Positiv fiel dann auch die Saisonbilanz für alle Mannschaften aus. Die Bayernliga-Spielzeit mit über 2000 Zuschauern im letzten Spiel gegen Memmingen sei „gigantisch“ gewesen, freute sich Vorstand Markus Haschka. Aber auch sein Nachwuchs-Kollege Thomas Blaschta blickte auf „die bisher erfolgreichste Saison zurück“. Im Bereich „U10“ kann man heuer erstmals drei Mannschaften stellen. 

Um das Abwandern talentierter Nachwuchskräfte zu verhindern, hat man von Buchloe über Kaufbeuren und Augsburg für jede Nachwuchsklasse einen Kooperationspartner gefunden. Zufrieden dürfte auch Stefan Schindler mit der Saison 2014/15 gewesen sein. Trotz umfangreicher nötiger Investitionen schloss der HCL das Jahr mit einem Plus von 8000 Euro ab und bleibt damit weiterhin schuldenfrei. 

Angesichts dessen bestand auch keine Notwendigkeit, die Eintrittspreise für die nächste Spielzeit zu erhöhen. Zwischen acht (Stehplatz) und zehn Euro (Sitzplatz) kosten die regulären Einzeltickets, Mitglieder profitieren weiterhin von einem deutlichen Abschlag (sechs/ acht Euro), zudem gibt es weitere Ermäßigungen. Die Stehplatz-Saisonkarte liegt bei 120 Euro (Mitglieder 90). Zwar sind mögliche Play-Offs darin diesmal nicht enthalten. Durch Änderungen im Modus kommen die Fans dennoch auf 21 bis 23 Heimspiele.

Christoph Kruse

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