Kampfgeist statt Erfahrung

+
Red Hocks-Kapitän Maximilian Falkenberger bewies auch gegen die Dresden Igels sein Geschick und so entwickelte sich eine bis zum Schluss spannende Partie.

Kaufering – Nach einigen Startschwierigkeiten haben die Kauferinger Red Hocks gegen die Igels Dresden gerade noch die Kurve gekriegt. Am 13. Spieltag der Floorball-Bundesliga musste der Sieger erneut in der Verlängerung ermittelt werden. Dort setzte sich die Mannschaft vom Lech mit 6:7 durch.

Mit einer Kaderstärke von drei Reihen an die Elbe gereist, galt es für die drittplatzierten Red Hocks, wichtige Punkte im Kampf um die Playoff-Qualifikation zu sammeln. Ähnlich wie schon in Berlin geriet man gleich in der 2. Minute ins Hintertreffen, Marek Soukoup hatte sich seinem Bewacher entzogen. Während die Hausherren schnell zu einem flüssigen Aufbau kamen, stimmte die Abstimmung in der Defensive der Red Hocks gar nicht. Der entscheidende Schritt fehlte und hatte man den Gegner einmal in einen Zweikampf verwickelt, zeigte sich dieser häufig schlicht wacher. 

Überraschend dann der schnelle Ausgleich: Julian Rüger zog einfach mal ab, sein verdeckter Distanzschuss fand den Weg ins Netz. Doch die Probleme im Rückwärtsgang waren damit noch nicht behoben und sollten bestraft werden. Binnen vierzig Sekunden schlug Dresden gegen konfuse Gäste doppelt zu, eine deutliche Niederlage in diesem wichtigen Spiel bahnte sich an. Auf der Kauferinger Bank wurde nun reagiert, mit nur noch zwei Reihen und veränderten Formationen sollte die Wende gelingen. Tatsächlich fingen sich die Red Hocks nun.

Bis zur Pause hätte der Ausgleich durchaus fallen können, doch Dresdens Torhüter Georg Jahn klärte glänzend. Mit 3:1 ging es erstmals in die Kabine. Wie verwandelt gingen die Kauferinger nach Wiederanpfiff zu Werke. Nach zwei Minuten gelang Tobias Hutter aus dem Gewühl heraus der Anschluss, kurz darauf markierte Kapitän Maximilian Falkenberger den Ausgleich. Kaufering blieb am Drücker und drängte auf die Führung. Die Hausherren sahen sich teils eingeschnürt und begingen nun Fehler: Nach sieben Minuten im zweiten Abschnitt bekamen die Red Hocks einen Penalty zugesprochen, Falkenberger bewies Geduld und erzielte das 3:4.

Kurz danach stockte dann das Powerplay. Nun begann eine erneut schwächere Phase, die rückblickend das weitere Geschehen prägte. Die Red Hocks agierten unvorsichtig, riskante Bälle wurden gespielt und der Gegner somit wieder ins Spiel gebracht. Dem folgerichtigen Ausgleich folgten weitere Fehler im Aufbau, plötzlich lief man wieder einem Rückstand hinterher. Im letzten Abschnitt zeigte sich wieder Dresden cleverer. Nach einem schönen Solo markierte Marek Mandler das 6:4. Die Gelegenheit, in der Folge in Überzahl zu verkürzen, verpuffte erneut.

Doch wo den Red Hocks noch Erfahrung fehlt, da wird ihr Kampfgeist zum Trumpf. 13 Minuten vor Spielende erkannte Dennis Häringer seine Chance, per Distanzschuss ins Kreuzeck gelang das 6:5. Unmittelbar darauf bot sich abermals durch einen Penalty die Möglichkeit zum Ausgleich. Diesmal trat mit Daniel Szirbeck der eigentlich sicherste Schütze der Red Hocks an, doch fand der Ball nicht den Weg aufs Tor. Die Zeit wurde knapp und Kaufering bekam eine zweiminütige Strafe aufgebrummt. Doch nun verteidigte die Mannschaft couragiert und teils auch glücklich. Tobias Hutter konnte noch zum 6:6 abschließen.

Die verbleibenden Minuten bis zum Ende der regulären Spielzeit waren hart umkämpft. Einmal mehr musste die Verlängerung entscheiden. Tatsächlich schlug der Ball zum bereits vierten Mal in der laufenden Spielzeit auf der gegnerischen Seite ein. Eine der wenigen zügig gespielten Kombinationen der Partie nutze Tino von Pritzbuer zum Golden-Goal, der wichtige Zusatzpunkt wanderte an den Lech.

Durch diesen Sieg rutschen die Red Hocks auf Platz 4, nachdem Berlin an diesem Wochenende ebenso siegreich war. Vor dem Endspurt legt die Liga eine Pause ein. Für Kauferings Bundesligafloorballer eine willkommene Gelegenheit, im Training einige Weichen zu stellen. Das nächste Spiel bestreiten die Red Hocks am 8. Februar gegen Meister Leipzig, dann endlich wieder vor eigenem Publikum.

Auch interessant

Meistgelesen

Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Riverkings weiterhin wie eine Dampfwalze
Guido Kandziora coacht künftig TSV-Kicker
Guido Kandziora coacht künftig TSV-Kicker
Markus Klingl erfolgreichster WM-Starter
Markus Klingl erfolgreichster WM-Starter
Weiter mit beiden Teams
Weiter mit beiden Teams

Kommentare