HC Landsberg punktet wieder

Riverkings müssen zweimal ins Penalty-Schießen

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Vor allem HCL-Goalie Christoph Schedlbauer war es am Freitag in der Partie gegen Lindau zu verdanken, dass seine Mannen im ersten Abschnitt nicht mehr als das eine Gegentor einfingen.

Landsberg – Die Riverkings haben sich beeindruckend am eigenen Schopf aus dem Sumpf gezogen. Mit einer ab dem zweiten Drittel starken Leistung holten sie zunächst zwei Punkte gegen den Favoriten aus Lindau (4:3 nach Penalty) und am Sonntag einen weiteren Zähler in Dorfen (0:1 nach Penalty).

Damit hielt der HC Landsberg den Anschluss an das Mittelfeld. Im Kampf um das Optimalziel, Platz 5, der den vor- zeitigen Klassenerhalt in der Eishockey-Bayernliga bedeuten würde, beginnen jetzt für die Landsberger die „Wochen der Wahrheit“. Zunächst trifft man am Freitag im Heimspiel auf den Tabellenfünften aus Pfaffenhofen (20 Uhr), danach geht es je zweimal gegen Germering und Nürnberg – beides Gegner, die das Tabellenende zieren und die der Aufsteiger auf jeden Fall hinter sich lassen will.

Drei Punkte für die "Riverkings" 

Bisher hatte der Spielplan vorwiegend die stärkeren Teams als Auftaktgegner für den HCL vorgesehen, dabei hatte es zweimal böse Pleiten gegeben (1:10 gegen Peißenberg und 2:8 in Buchloe). Trotzdem waren über 600 Zuschauer in die Landsberger Halle gekommen, um sich den Wiedergutmachungsversuch gegen die Lindau Islanders anzuschauen. „Sehr beeindruckend, vielen Dank dafür, dass so viele da waren“, so HCL-Trainer Alex Wedl.

Den Zuschauern schwante allerdings zunächst überhaupt nichts Gutes. Schon nach 31 Sekunden lag die Scheibe zum 0:1 hinter Schedlbauer im Tor. Das waren keine guten Vorzeichen für die ohnehin sichtlich verunsicherte Landsberger Truppe, zumal Alex Wedl beinahe das letzte Aufgebot aufs Eis schicken mussten. Unter anderem fehlten in Rohde, Fischer und Stefan Kerber drei der stärksten Stürmer. „Kurz vor dem Spiel hat sich dann auch noch Schäffler abgemeldet“, so Wedl später, „da habe ich vor dem ersten Bully die Reihen praktisch zusammengewürfelt; die Jungs hatten so noch nie zusammengespielt.“

Das war dann auch deutlich zu sehen, hinten agierte man nervös, nach vorne brachte man in den ersten 20 Minuten kaum etwas zusammen. Nur Schedlbauer und der mangelnden Chancenverwertung der Gäste war es zu verdanken, dass es nach 20 Minuten nur 0:1 stand. „Da haben wir es versäumt, den Sack zuzumachen“, resümierte Lindaus Interimstrainer Sebastian Schwarzbart.

Was in der ersten Pause in der Kabine der Riverkings geschah, ist nicht bekannt – es zeigte jedenfalls eine erstaunliche Wirkung. Von Minute zu Minute steigerten sich die Gastgeber, wurden defensiv stabiler und erarbeiteten sich im Angriff plötzlich Chance um Chance. Innerhalb von zwei Minuten drehten Sturm und Tausend mit zwei sehenswerten Toren die Partie zum 2:1.

Von da an entwickelte sich ein packendes Bayernliga-Derby auf Augenhöhe. Den Lindauer Ausgleich beantwortete der HCL noch vor der zweiten Pause mit der 3:2-Führung, als Tobias Wedl nach einem schnellen Konter abstaubte.

Die inzwischen bärenstarke Leistung honorierten die Zuschauer lautstark, auch das 3:3 für Lindau konnte der Stimmung und der guten Vorstellung keinen Abbruch tun. Diesmal blieb man der Strafbank fern, setzte dem favorisierten Gegner trotzdem immer wieder giftig zu und hatte zum Schluss sogar mehr Spielanteile.

Im Penaltyschießen scheiterte Lindau dreimal, für Landsberg sicherte Sturm den Zusatzpunkt. „Ich bin begeistert von meiner Mannschaft. Wie sie gefightet und sich reingehauen hat, war außergewöhnlich, großes Kompliment“, freute sich Wedl später über den gelungenen Befreiungsschlag.

Zweite Zusatzschicht

In Dorfen musste man zwei Tage später wieder in die Zusatzschicht, diesmal hatten aber die Gastgeber das bessere Ende für sich. „Bei den Penalties braucht man auch Glück. Am Freitag hatten wir es, diesmal halt nicht“, nahm Wedl das Ergebnis gelassen – immerhin nahm man damit auch beim ESCD einen Punkt mit nach Landsberg. In der regulären Spielzeit hatte es für keines der beiden Teams für einen Treffer gereicht, obwohl man mehrfach gute Gelegenheiten hatte. Viermal scheiterten die Dorfener aussichtsreich an ihren Nerven oder an Christoph Schedl­bauer.

Auf der Gegenseite hielt Andreas Tanzer (der 2007/08 selbst in der 2. Liga in Landsberg gespielt hatte) seinen Kasten auch in der 29. Minute bei einer Großchance von Sturm sauber und rettete seine Mannschaft zum Schluss ins Penaltyschießen.

Für die Partien am kommenden Wochenende hofft Alex Wedl auf die Rückkehr des bislang noch erkrankten Markus Rohde ins Team. Ob Michael Fischer und Stefan Kerber wieder eingreifen können, ist dagegen noch unklar, beide Angreifer sind an der Schulter verletzt.

HC Landsberg – EV Lindau 4:3 n.P. (0:1, 3:1, 0:1 – 1:0). Tore: 0:1 (1.) Sekula, 1:1 (29.) Sturm (Gäbelein, Tausend), 2:1 (31.) Tausend (Gäbelein, Turner/+2), 2:2 (35.) Mikesz, 3:2 (40.) T. Wedl (Gäbelein), 3:3 (45.) Olesko. Penalties: Sturm für Landsberg. Zuschauer: 606. Strafminuten: Landsberg 12, Lindau 10.

ESC Dorfen – HC Landsberg 1:0 n.P. (0:0, 0:0, 0:0 – 1:0). Penaties: Brenninger, Eberl für Dorfen, Sturm für Landsberg. Zuschauer: 220. Strafminuten: je 8.

Christoph Kruse

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