Gnadenlos geschlagen

Keine Chance

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X-Press-Headcoach Martin Hintermayr hatte beim Spiel gegen Ingolstadt keinen Grund zur Freude.

Landsberg – Die Footballer des X-Press sind erstmals seit langem auf einen Gegner getroffen, der eindeutig eine Nummer zu groß für die Landsberger waren. Mit dem 28:75 kassierte man gegen Ingolstadt die höchste Niederlage überhaupt und hatte kaum eine Chance, die Dukes ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Viel Zeit, die Wunden zu lecken, bleibt nicht: Schon am Samstag (17 Uhr) geht es mit dem nächsten Heimspiel weiter. Dann sind die Straubing Spiders im Sportzentrum zu Gast. Bei den Niederbayern hatte man im zweiten Saisonspiel zwar ebenfalls verloren, dort wäre für die X-Men aber durchaus mehr drin gewesen. Nicht so gegen die Dukes, von Anfang an wurde klar, warum der Regionalliga-Favorit bislang im Schnitt fast 50 Punkte erzielt und nur deren 17 zugelassen hatte. 

Ingolstadt Dukes schlagen den X-Press

Einige Angriffsspieler der Gäste stellten die Landsberger Defense immer wieder vor unlösbare Aufgaben. In der ersten Hälfte sorgten vor allem die US-Spieler auf den Wide-Receiver-Positionen für die Aha-Erlebnisse bei den gut 350 Zuschauern und der X-Press-Verteidigung. Andrew Blakley und George Robinson schienen im Verbund mit Quarterback Patrick Carey die Punkte erzielen zu können, wann immer sie wollten, schon mit dem ersten Angriff gingen die Ingolstädter 7:0 in Führung. Doch auch die X-Press-Offense musste schon die besonderen Dinge auspacken, wenn sie an diesem Nachmittag zu Zählbarem kommen wollte. Quarterback Jason Bertrand geriet häufig unter Druck und konnte seine Pässe auch deshalb nicht in der gewohnten Weise anbringen, weil seine Receiver meist gut abgeschirmt waren. 

Die Zuschauer nahmen’s sportlich und feierten die Erfolgserlebnisse umso lauter - so etwa, als Florian Borchert einen mächtigen in der Endzone herunterpflücken konnte und so für die ersten Punkte für die Gastgeber sorgte. Die selbe Kombination funktionierte noch einmal mit einem spektakulären Pass und dann mit einem schönen Lauf von Borchert. 21:34 hieß es anschließend, die Dukes gerieten erstmals unter Druck. Doch schon bis zur Pause (21:48) waren, auch dank einiger zumindest zweifelhafter Schieds- richterentscheidungen, die klaren Verhältnisse wiederhergestellt. 

Im zweiten Durchgang begann die Hitze ihren Tribut zu fordern, doch ein Ingolstädter Spieler machte weiter nachdrücklich auf sich aufmerksam. Sebastian Fürbacher wuselte sich blitzschnell durch die Landsberger Abwehrreihen und kam dann auch noch zweimal zu Punkten (während für den X-Press nur noch René zur Mühlen scorte). Fürbacher hat dabei eine bemerkenswerte Geschichte: Der 20-jährige Running Back spielt erst seit zwei Jahren Football und war zuvor im DNL-Team der Tölzer Löwen als „zu klein und leicht für Eishockey“ befunden worden. 1,70 Meter misst er immer noch, auf die damaligen 67 Kilo hat er inzwischen einiges draufgelegt und angesichts seiner Vorstellungen bei den Dukes progonostiziert ihm nicht nur deren Headcoach Eugen Haaf „eine schöne Karriere“. 

Die soll erst einmal in der zweiten Football-Bundesliga in Ingolstadt weitergehen; ernsthafte Zweifel, dass die mit ehemaligen GFL-Spielern und Importen gespickte Truppe dieses Ziel erreicht, dürfte kaum jemand haben. In diese Regionen blickt der X-Press in der laufenden Saison ohnehin nicht, gegen Straubing gilt es jetzt, das positive Punktekonto möglichst auszubauen. 6:4 Punkte weist man im Moment auf, 4:6 haben die Niederbayern – ein Erfolg wäre somit schon deshalb wichtig, weil man anschließend in Fürstenfeldbruck und München zwei weitere Gegner hat, die sich auf Augenhöhe zu befinden scheinen. 

Ein Rezept könnte dann ein Spielzug wie der in der letzten Minute gegen die Dukes sein. Mit einem schönen Reverse – einer der spektakulärsten Aktionen der Partie – kamen die X-Men dann noch einmal bis kurz vor die Endzone, überwarfen aber sieben Sekunden vor Schluss den letzten Pass. Ein Trost: Es ist nicht jede Woche Ingolstadt.

Christoph Kruse

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