Mike Hutterer hat beim TSV Landsberg Großes vor

Wenn der Coach die Bayerliga-Saison komplett durchspielen will

Mike Hutterer - TSV Landsberg - Trainer
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Mike Hutterer beobachtet die Spieler des TSV Landsberg aufmerksam beim Training.
  • Dietrich Limper
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Landsberg – Seit Freitag befinden sich die Fußballer des TSV Landsberg wieder im Mannschaftstraining. Das Team bereitet sich auf den Saisonstart der Bayernliga Süd am 24. Juli vor. Auf dem Platz sind viele neue Gesichter zu sehen. Eines gehört zu Mike Hutterer, der gemeinsam mit Muriz Salemovic als spielender Coach wirken wird. Für den KREISBOTEN sprach Dietrich Limper mit dem neuen Trainer.

Unterstützt wird das Duo ab 1. Juli durch Tomas Tomic, der als Co-Trainer an der Linie stehen soll. Während Salemovic in der Lechstadt kein Unbekannter ist, kennt man Mike Hutterer nur als Spieler der Bayernliga, wo er in 262 Spielen neun Tore und sechs Assists verbuchen konnte und 42 Mal in die „Elf der Woche“ gewählt wurde. Der 31-jährige gebürtige Münchener lebt in der Landeshauptstadt, arbeitet als Angestellter im Öffentlichen Dienst und ist seit rund drei Wochen Vater eines Sohnes.

Im KREISBOTEN-Interview erzählt der beidfüßige defensive Mittelfeldspieler warum er sich für den TSV Landsberg entschieden hat und wie die Zusammenarbeit im Trainerteam funktionieren soll.

Es herrscht Bombenwetter und Sie stehen nach langer Zeit tatsächlich wieder auf dem Platz. Wie fühlt sich das an?

Hutterer: „Geil! Endlich kann ich mit den Leuten kicken und das macht richtig Spaß. Es sind fast alle an Bord, nur wenige sind beruflich verhindert. Der Fitnessstand ist erstaunlicherweise ganz okay. In den nächsten zwei Wochen werden wir daran aber noch verstärkt arbeiten.“

Kommen wir mal zu Ihrer fußballerischen Karriere. Wie ist die bis heute verlaufen?

Hutterer: „Meine Wurzeln liegen beim FC Teutonia München, da habe ich im Alter von vier oder fünf Jahren angefangen. Beim SV Sulzemoos habe ich schon als A-Jugendlicher bei den Herren gespielt, und so ging es los. Über Unterhaching, den BC Aichach und Dachau 65 bin ich schließlich 2016 beim SV Pullach gelandet. Dort habe ich dann erfolgreich fünf Jahre gespielt.“

Sie spielen heute im defensiven Mittelfeld, aber gelernt hast du eine andere Position.

Hutterer: „Ich habe eigentlich rechter Verteidiger gelernt und auf dieser Position auch lange gespielt. Erst im zweiten Jahr beim BC Aichach bin ich als Sechser aufgelaufen. Das Trainerteam hatte mich dort aufgestellt und ich fühlte mich da direkt wohl. Ich bin ein Spieler, der den Ball liebt, und die Position war einfach perfekt für mich. Seitdem spiele ich im defensiven Mittelfeld.“

Und das durchaus erfolgreich. Ein paar Meisterschaften haben Sie schon erleben dürfen...

Hutterer: „Mit Aichach waren wir in meiner zweiten Saison Meister in der Bayernliga. Bei Dachau hingen wir im Tabellenmittelfeld fest, aber beim SV Pullach sind wir direkt im ersten Jahr Meister geworden und waren auch die nächsten Jahre immer unter den besten vier Mannschaften. In der letzten Saison war ich schließlich auch Kapitän. Ich war schon immer ein Spieler, der Verantwortung übernimmt und auf dem Platz viel redet, ob mit oder ohne Binde. Und irgendwann hat mich der Muri Salemovic angerufen...“

Sie haben nie zusammen im Verein gespielt, aber kannten sich trotzdem schon lange?

Hutterer: „Ja, wir haben mal gemeinsam 2015 für einen Ausrüster in Berlin gekickt und der Kontakt ist nie abgebrochen. Muri hat mich immer wieder mal gefragt, ob ich mir einen Wechsel nach Landsberg vorstellen könnte, aber als Spieler war es damals nicht wirklich attraktiv für mich, weil ich mit Pullach sehr erfolgreich war. Aber dann kam eine Zeit, in der ich mich sowieso sportlich verändern wollte und so hat es mit Muri dann doch noch geklappt. Ich war auch zum Ende meiner Zeit bei Pullach schon in die Trainingsarbeit eingebunden, also ist das nun folgerichtig der nächste Schritt.“

Ging es bei den ersten Gesprächen direkt um die Aufgabe als Trainer?

Hutterer: „Ja, es ging wirklich gleich um die gemeinsame Arbeit als Trainer. Das ist nun meine erste Station als Coach und für die nötigen Scheine habe ich mich auch angemeldet. Die Schulungen gehen bald los. Mich hat es überzeugt, was der TSV Landsberg auf die Beine stellen möchte. Da möchte ich gerne dabei sein. Und die ganze Sportanlage hier ist ohnehin überragend. Die Trainingsbedingungen, der Platz, die Kabi­nen und das Umfeld sind einfach perfekt.“

Dann haben sie doch sicher besprochen, welchen Fußball Sie spielen lassen wollen.

Hutterer: „Natürlich, denn genau bei dem Thema ticken wir ja auch ähnlich. Wir ergänzen uns mit den Ideen, die wir beide im Kopf haben. Dabei harmonisieren wir perfekt, aber jetzt müssen wir es auf den Platz bringen. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber wir werden auf alle Fälle früh attackieren. So viel kann man sagen (lacht).“

Auf ein festes Spielsystem haben Sie sich demnach auch noch nicht festgelegt?

Hutterer: „Nein, da sind wir ganz offen. Erst einmal sollen die besten elf Spieler auf dem Platz stehen und dann passen wir unser System so an, dass es für diese Spieler richtig ist. Wir müssen nun die neuen Leute kennenlernen. Die jungen Spieler sind etwas nervös und wollen sich zeigen, aber das ist ganz normal. Wir gehen die erste Woche mal entspannt an und dann wird es sich herauskristallisieren wie wir spielen werden.“

Und ein erster Härtetest steht auch schon fest: Am 22. Juni ist der FC Augsburg II zu Gast. Anpfiff 19 Uhr.

Hutterer: „Ja, eine junge Mannschaft, die Regionalliga spielt. Die trainieren schon wesentlich länger als wir und sind sicherlich einen Schritt weiter, aber vielleicht fehlt den Spielern ein bisschen die Erfahrung. Das wird ein sehr ordentlicher Test.“

Wollen Sie denn noch viel spielen oder mehr als Trainer arbeiten?

Hutterer: „Ich möchte komplett durchspielen, wenn es geht. Ich hatte in den letzten zwei Jahren zwei schlimme Verletzungen: In Regensburg habe ich einen Ellenbogenschlag abbekommen und die Augenhöhle ist gebrochen. Und zufällig genau hier in Landsberg habe ich mir bei einem Pokalspiel mit dem SV Pullach das Syndes­mose­band gerissen. Danach war ich drei Monate außer Gefecht. Ich habe ansonsten immer um die 30 Spiele pro Saison gemacht und daran möchte ich wieder anknüpfen.“

Wie soll das Coaching während der Spiele funktionieren, wenn Muri und Sie als Spieler auflaufen?

Hutterer: „Wir haben uns darüber unterhalten. Muri sagt, wenn wir auf dem Platz stehen, müssen wir uns auf das Spiel konzentrieren. Das verstehe ich und habe ich in Pullach auch schon ein bisschen erlebt. Deshalb haben wir den Tomas Tomic draußen stehen, der alles beobachten soll. In der Halbzeit werden wir uns besprechen und nötigenfalls etwas ändern. Aber sobald der Schiri wieder anpfeift, sind wir wieder voll im Spiel.“

Was machen Sie, wenn Sie nicht Fußball spielen?

Hutterer: „Ich bin ein Familienmensch. Mein Sohn hält mich nun gut auf Trab und wir verbringen so viel Zeit wie möglich als Familie in unserem Schrebergarten.“

Sind Sie Fan eines Vereins? Wer wird Europameister und wie weit kommt Deutschland?

Hutterer: „Ich von Kindesbeinen an Löwen-Fan, also 1860 München. Ich kann echt nicht sagen, wer Europameister wird, das ist zu schwierig. Aber ich glaube, dass Deutschland bis ins Viertelfinale kommt.“

Herr Hutterer, wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute beim TSV Landsberg!

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