Doch noch gedreht:

"Plötzlich hat alles gepasst"

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Lange sah es am Sonntag schlecht aus für den Landsberg X-Press in Burghausen. Am Ende gingen die Lechstädter dann doch als 25:23-Sieger vom Platz.

Landsberg – Noch um 17.30 Uhr hätte am Sonntag in Burghausen wohl kaum jemand viel Geld auf den X-Press gesetzt. 16:0 hieß es für die „Crusaders“ kurz vor Ende des 3. Viertels – zum Schluss gingen allerdings die Landsberger als 25:23-Sieger vom Platz.

„Es hat lange richtig übel ausgesehen, vor allem, weil wir nach vorne nicht viel zustande gebracht haben. Viel Hoffnung hatte ich dann zwischenzeitlich nicht mehr“, räumt Präsident Knut Dins ein. Mehrere Akteure, darunter auch Antonio Harris, hatten einen grippalen Infekt erwischt und fehlten in Burghausen. Auch die verbliebenen Spieler zeigten sich zunächst nicht ganz auf der Höhe. 

Zweiter Spieltag, zweiter Sieg

Gleich mit dem ersten Drive holte sich Burghausen den Touchdown und ging mit 7:0 in Führung. Dins: „Da war unsere Defensive noch nicht ganz wach.“ Allerdings sollte die Verteidigung immer mehr zum großen Rückhalt an diesem Nachmittag werden. 

Im Angriff tat man sich dagegen lange Zeit schwer. Die Offense Line habe es oft nicht geschafft, dem Quarterback die nötige Zeit zu verschaffen und die Receiver hätten keine Chance gehabt, die Bälle zu fangen, „obwohl sie gut geworfen waren“, so Dins. Die Lage wurde im 2. Viertel nicht wirklich besser. Bereits in die eigene Endzone zurückgedrängt, ließen die X-Men den Ball fallen, konnten ihn aber wenigstens selbst sichern, so dass es durch die „Safety“ nur zwei Punkte für die Crusaders gab. Auf der Gegenseite ließ man sich in der Burghausener Endzone sichere Punkte entgehen. 

„Der Ball war perfekt geworfen und eigentlich auch schon gefangen. Aber der Receiver war gedanklich wohl schon damit beschäftigt, wo er zum Feiern hinlaufen soll“, ärgerte sich der X-Press-Präsident. Als Burghausen dann noch 16:0 in Führung ging, brauchte es schon einen 70-Yard-Pass von Brandon Watkins auf Thomas Pokas, um die Landsberger noch im Spiel zu halten. 

Vor allem aber ließ die Defense in dieser Phase nicht mehr viel zu, was auch Dins beeindruckte. „Wie Sascha Wein die Jungs gepusht hat, war der Wahnsinn. Wir konnten dann richtig Druck auf Burghausen ausüben und haben damit den Fumble provoziert, der letztlich zum 16:13 führt.“

Burghausen sah auf einmal kein Land mehr und musste im nächsten Drive im 4. Versuch punten. „Wir haben dann die Passrouten umgestellt und plötzlich hat nach vorne alles gepasst“, berichtet Dins. Mit einem 8-Yard-Pass auf Anselm Hoppe ging man mit 19:16 erstmals in Führung. Auch der schnelle erneute Touchdown der Crusaders zum 23:19 warf die Gäste dann nicht mehr aus der Bahn. Über die Seiten arbeitete man sich konsequent wieder nach vorne und knapp zwei Minuten vor Schluss stellte Norman Loos-Zetteler den 25:23-Endstand her. 

In seiner Eigenschaft als Kicker hätte er eigentlich noch für den Extrapunkt sorgen sollen. Das gelang nicht, Dins kennt aber auch den Grund: „Er hat sich vor dem Spiel den Mittelfuß ausgerenkt, da wird’s dann natürlich schwer.“ Insgesamt ist die Freude beim Präsidenten trotz vier Punkten aus den beiden ersten Saisonspielen nicht ganz ungetrübt. In Burghausen hatten ihm die „sensationell vielen guten Tackles“ der Defense besonders gefallen. „Aber die Abstimmungs- probleme in der Offense müssen wir unbedingt so schnell wie möglich abstellen.“ 

Dazu hat man jetzt durchaus Zeit, erst am 30. Mai (17 Uhr) steht das Heimspiel gegen den Nachbarn aus Fürstenfeldbruck an. In der Vorsaison verlief diese Partie einigermaßen dramatisch, die X-Men gewannen damals hauchdünn mit 49:47.

Christoph Kruse

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