"Faktor 5" glänzt in Thailand

Memmingen – Im Sommer 2012 begeisterte die neue Seitenträgerbrücke „Faktor 5” von Goldhofer bei ihrer Vorstellung in Memmingen die Schwerlastbranche, jetzt musste der 70 Meter lange Koloss erstmals auch in der Praxis sein Können beweisen.

Im Auftrag der Electric Generating Authority of Thailand (EGAT) transportierte der Goldhofer-Kunde Silamas Transport Ltd. eine 320 Tonnen schwere Siemens-Gasturbine quer durch Thailand. Drei Tage dauerte der Transport über die 330 Kilometer lange Strecke vom Silamas-Werksgelände in Sri Racha zur Wang Noi 4 Combined Power Plant. 

Bereits am ersten Tag musste die „Faktor 5”-Kombination mit 2 mal 12 THP/SL-Systemen (je zwölf Achsen vorne und hinten) Steigungen von bis zu 6 Prozent bewältigen. Kein Problem für „Faktor 5”, denn die Seitenträgerbrücke von Goldhofer beeindruckt mit einem vertikalen Hubausgleich von bis zu 1,80 Metern und meistert somit steile Anstiege spielend. Auch andere knifflige Situationen nahm die Neuheit von Goldhofer locker. So konnten beispielsweise sämtliche Brücken problemlos unterfahren werden, nachdem die Seitenträgerbrücke von Goldhofer jeweils kurzzeitig abgesenkt worden war. 

Eine große Herausforderung für den Transport war die Tatsache, dass der Weg über das normale Verkehrsstraßennetz erfolgen und teilweise während des Berufsverkehrs gefahren werden musste. So ging es oft nur mit Schritttempo vorwärts, die maximale Geschwindigkeit am ersten Tag betrug gerade einmal 30 km/h. An besonders engen Passagen wurde aus Sicherheitsgründen die Gegenspur gesperrt, um Unfälle zu vermeiden. Etwas brenzlig wurde es in der zweiten Nacht, denn hier musste der Transport einen 60 Kilometer langen Abschnitt einer einspurigen Straße mit Gegenverkehr absolvieren. Glück für das Silamas-Team: Je später die Nacht, desto weniger Fahrzeuge kamen entgegen und so konnten am Ende sogar Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreicht werden. Am nächsten Tag wurden verschiedene Städte durchfahren, und der Konvoi kam außerorts mit bis zu 60 km/h vorwärts. 

„Insgesamt hat alles hervorragend funktioniert und es gab keine Probleme. Bei der Durchfahrung von Ortschaften haben wir bei engen Radien das Silamas-Team bei der Nachlenkung unterstützt“, erklärt Jürgen Heubuch aus dem Goldhofer-Serviceteam, das den Transport begleitet hatte. Im Kraftwerk angekommen, wurde die Siemens-Gasturbine über ein von Silamas selbst entwickeltes Gantry-System abgeladen und mit Hilfe einer THP/SL-12-Split-Kombination an Ort und Stelle gebracht. Über das erfolgreiche Premieren-Projekt der „Faktor 5”-Seitenträgerbücke freut sich auch Stefan Fuchs, der Vorstandsvorsitzende der Goldhofer Aktiengesellschaft: „Wir haben unserem Top-Kunden Silamas versprochen, dass er mit unser Neuheit in eine ganz neue Dimension des Schwerlasttransportes vordringt. Jetzt ist es natürlich toll zu sehen, dass unsere „Faktor 5”-Innovation im Alltag genau das hält, was wir dem Kunden versprochen haben. Das zeigt, dass sich Goldhofer durch seine Innovationen wie „Faktor 5” einfach zum Faktor „Unverzichtbar” macht.“ 

Auch die Fachwelt ist begeistert: So war die Seitenträgerbrücke „Faktor 5” von Goldhofer jüngst auch für den angesehenen „Award of Excellence“ des europäischen Branchenverbandes ESTA nominiert und kam im Bereich Innovation/Entwicklung in die Endausscheidung der besten Zehn.

Zur Info: "Faktor 5"

Die Seitenträgerbrücke „Faktor 5” wird von der Goldhofer Aktiengesellschaft in verschiedenen Ausführungen angeboten, und zwar von 70 bis 130 Tonnen Eigengewicht, was Nutzlasten von 350 bis 650 Tonnen ermöglicht. Die Innovation besticht dabei mit herausragender Technologie und maximaler Kosteneffizienz, sie ist ein intelligentes und sicheres Transportsystem für viele spezielle Anforderungen. Gerade beim Transport extrem schwerer Lasten wie Transformatoren, Generatoren oder sonstigen schweren Bauteilen der Industrie überzeugt die neue Seitenträgerbrücke, die bei schwierigen Infrastrukturen, beispielsweise bei Brücken und anderen lastsensiblen Untergründen, ihre volle Stärke ausspielt. 

Der vertikale Hub der Brücke ohne Berücksichtigung des Hubs der Schwerlastmodule im Lastaufnahmebereich liegt bei 1,80 m. Stufenlos einstellbare Ladungsbreiten von drei bis zu 6,75 m machen die Seitenträgerbrücke flexibel, die leichte Einstellbarkeit garantiert größten Komfort. Dank möglicher Ladungslängen von elf bis 17 m oder länger sowie einer äußerst variablen Achskonfiguration von 2 mal 12 bis zu 2 mal 20 Achslinien sind beim Transport schwerer und großer Ladegüter nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Seitenträgerbrücke mit „Faktor 5” gewährleistet zudem leichte Mobilisierung und ökonomische Verschiffung in Containern, was gerade bei weit entfernten Einsatzorten von sehr großer Bedeutung ist.

jm

Rubriklistenbild: © Goldhofer

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