Gelungene Revanche von Philipp Buhl

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Philipp Buhl will wieder zur Weltspitze aufschließen.

Oberallgäu - Für die „Garda Olympic Week“, Regatta der olympischen Klassen, setzte sich Laser-Segler Philipp aus Sonthofen das Ziel, wieder näher an die Weltspitze anzuschließen.

Bei den zurückliegenden Sailing Worldcups in Spanien und Frankreich waren nicht alle Wettfahrtergebnisse für ihn zufrieden stellend ausgefallen. Mit einem siebten Platz unter 102 Athleten aus 30 Nationen ist dies dem Oberallgäuer am Gardasee nun durchaus gelungen. Allerdings nicht mit voller Zufriedenheit, wie Philipp Buhl meint: „Das Top-Ten-Ergebnis ist okay. Aber wegen eines Ranglistenplatzes habe ich erneut das Finale nicht erreicht. Verspüre also etwas gemischte Gefühle.“ 

Das verfehlte Finale war auch eine Folge der erneuten Änderung des Bewertungsformates, das während der laufenden Saison in unterschiedlichen Ausführungen getestet werden soll. Danach erhielten erstmals nur mehr die sechs Besten das Ticket zu den Medaillenrennen, anstatt der ersten zehn Platzierten, gemäß dem klassischen Format. Im Verlaufe des Qualifyings über sechs Wettfahrten an zwei Tagen segelte Buhl viermal unter die besten Zehn (9., 8., 4. und 3.). Damit zog er nach solider Leistung als Neunplatzierter in die „Goldflotte“ ein. 

Am ersten Tag der Finalserie rief die Wettfahrtleitung wegen schwachem und unregelmäßigem Wind die Segler nicht aufs Wasser. Dadurch entfielen drei Wettfahrten. Zu den letzten drei Finalwettfahrten mussten die Segler statt der gleichmäßigen „Ora“ (typischer, meist kräftiger Südwind) mit dem kühlen „Vento“ Vorlieb nehmen. Dieser frische, böige Nordwind aus den Bergen ist teils sehr drehend und stellt sehr hohe Anforderungen an die Taktik sowie die Einschätzung des Windverhaltens. Obwohl sich der Oberallgäuer den Wind stärker gewünscht hätte, kam er gut damit zurecht. Buhl leistete sich keinen größeren Ausrutscher und segelte das viertbeste Tagesergebnis. Damit rückte er in der Gesamtbilanz um zwei Positionen auf Platz sieben vor. 

Und dabei blieb es, da dieses Mal nur die besten Sechs um die Medaillenränge weiterkämpfen durften. Nach zwei abschließenden Finalläufen gingen die Podestplätze an Neuseeland, Frankreich und Australien. 

Die „Garda Olympic Week“ war die erste Regatta der neuen Serie „Champions Sailing Cup“, die der Europa-Seglerverband veranstaltet. Vier weitere Regatten folgen in Medemblik (Niederlande), Weymouth (England), Kiel und La Rochelle (Frankreich). Buhl wird in Medemblik nicht im Laser starten. Er folgt stattdessen als Skipper mit seinem Team für den Youth America’s Cup einer Wildcard-Einladung zum „Match Race Germany“ vom 15. bis 20. Mai vor Langenargen auf dem Bodensee. Hierbei handelt es sich um die erste Wettfahrt der „Alpari World Match Racing Tour“, zu der über das Pfingstwochenende mehr als 30.000 Fans und Zuschauer erwartet werden. Die Fünf-Mann-Besatzungen segeln bei diesem Deutschland-Intermezzo auf den über acht Tonnen schweren Rennyachten „Bavaria 40 S“. 

Buhl ist mit 23 Jahren der jüngste Skipper und Steuermann. Sein Kommentar zur Frage nach seinen Erwartungen: „Im harten Wettkampf unter den professionellen Matchracern sind wir eher nur fortgeschrittene Anfänger. Da fehlt uns noch eine Menge Erfahrung. Gerade deshalb wird das ein coole Chance und Herausforderung für mein Team und mich.“

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