Oberallgäuer Segler landet trotz widriger Bedingungen auf gutem Platz

Erster Härtetest für Buhl

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Trotz schwieriger Bedingungen gelang es Philipp Buhl vor Mallorca gute Resultate einzufahren.

Sonthofen – Zu seinem Start in die neue Segelsaison hatte sich Laser-Ass Philipp Buhl aus Sonthofen für die Weltcup-Regatta vor Palma de Mallorca zwar nicht die höchsten Ziele gesetzt, aber dennoch viel vorgenommen.

Schließlich war es aus verschiedenen Gründen nicht möglich, das geplante Winter- und Frühjahrspensum an Wassertraining komplett zu absolvieren. Zudem war die „Trofeo Princesa Sofia“ sein erster Wettkampf in diesem Jahr. „Ich will auf jeden Fall ins Medalrace“, also in die Gruppe der Top Ten, machte der amtierende Segler des Jahres 2013 klar.

Bis zum vierten Tag schien während sehr unterschiedlichen und teils extremen Bedingungen die Rechnung aufzugehen. Buhl segelte durchwegs einstellige Ergebnisse und lag im Zwischenklassement nach acht Wettfahrten auf dem dritten Rang. Sogar eine Medaille war nun in Reichweite.

Doch dann kann die Wende: Am letzten Tag der Finalserie erlitt der WM-Dritte ein Desaster seltener Prägung. Zunächst ein herber Dämpfer wegen einer Frühstart-Disqualifikation. Danach ein sehr schlechtes Ergebnis und in der letzen Wettfahrt noch ein keineswegs berauschender 25. Rang.

Für Buhl wurde der Tag zum Schwarzen Freitag. Drei hohe bis höchste Punktepakte zerschmetterten die bis dato glanzvolle Zwischenbilanz. Der Medaillenanwärter im roten Trikot wurde auf den 13. Platz zurückgeworfen und hatte auch das Medalrace-Ticket um vier bei insgesamt 126 Punkten verspielt.

Am Start waren 144 Athleten aus 40 Nationen, gruppiert in drei Fleets. Mit einem Sieg in der ersten Wettfahrt fand Buhl, der für den Segelclub Alpsee Immenstadt startet, einen traumhaften Einstieg. Danach noch ein vierter und neunter Platz für ihn. Damit verwies er bei Leichtwindbedingungen zweimal auch den amtierenden Weltmeister Robert Scheidt (Brasilien), auf die Plätze.

Am Folgetag mischte Buhl mit einem neunten Rang und trotz eines kleinen Ausrutschers (15.) weiterhin in der Weltelite mit (10. im Zwischenklassement). Am dritten Tag spannten launische und ungeeignete Windbedingungen die Segler auf die Folter. Nach langem zermürbendem Abwarten auf dem Meer und einem Wettfahrt-Versuch kam kein weiteres Ergebnis zustande.

Am vierten Tag sollte Buhl seinen überzeugendsten Auftritt abliefern. Ein Tiefdruckgebiet fegte über die Insel und bescherte zwei bis drei Meter hohe Wellen und teils starken Wind bis 26 Knoten. „Fast wie auf dem Atlantik. Es war anstrengend“, resümierte der Segler vom Alpsee, stolz auf die zweitbeste und beeindruckend konstante Tagesleistung (5., 7. und 5.). Dafür gab es in der Zwischenrangliste den dritten Platz hinter Scheidt (1.) und Tom Burton.

Am Folgetag dann der Absturz. Eine Frühstartdisqualifikation wie Buhl kassierten insgesamt acht weitere Segler. Die Handhabung des Starts seitens der Wettfahrtleitung war sehr umstritten und es gab zahlreiche Proteste. Buhl: „Es ist sehr ärgerlich.“ Ähnlich schlecht erging es dem führenden Brasilianer, wobei er sich durch Abwehren einer von zwei Disqualifikationen noch ins Medalrace retten konnte.

Im Endergebnis standen Burton vor Jean-Baptiste Bernaz (Franreich) und Tonci Stipanovic (Kroatien) als Sieger fest. Scheidt musste sich mit dem 9. und Buhl mit dem 13. Platz zufrieden geben.

Die drei weiteren deutschen Segler - Tobi Schadewaldt (67., Hamburg); Fabian Gielen (104., Lindau) und Hannes Hollaender (115., Hamburg) - konnten das Gold- oder Silberfleet nicht erreichen.

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