Allgäuer Transalpine-Teams mischen in der Endabrechnung vorne mit

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Geschafft: Uwe Pfanzelt und Andi Brittain landeten nach sieben Etappen auf Rang 8 der Senior Master Men.

Allgäu – Benjamin Bublak und Christoph Lauterbach holen sich den Gesamtsieg des Gore-Tex® Transalpine-Run 2017. Mit der 7. Etappe von Prad am Stilfserjoch nach Sulden am Ortler über 31 Kilometer und 2.600 HM endete am Samstag der 13. Transalpine-Run.

584 Athleten waren am Sonntag vor einer Woche in Fischen gestartet. 454 beendeten die letzte Etappe in Sulden in Italien. Dazwischen lagen knapp 270 Kilometer, 15.500 Höhenmeter, Dauerregen, Nebel und Schneefall. Aber auch Sonne und Temperaturen in einer Bandbreite von 0 bis 25 Grad. Am Ende dieses härtesten und emotionalsten Etappenlaufs für Zweierteams über die Alpen siegten die Vorjahres-Vierten Benjamin Bublak / Christoph Lauterbach in 29:44.03,2 Stunden. Mit einem Rückstand von 1:14.52 Stunden erreichten die als Favoriten gehandelten Stephan Hugenschmidt und der Allgäuer Matthias Dippacher (Oy-Mittelberg) das Ziel als Zweite; Rang drei ging an die Schweizer Adrian Zurbrügg/Jonathan Schmid (1:23.40 Stunden zurück). Die im Laufe der Woche immer stärker werdenden Eidgenossen sicherten sich in eindrucksvoller Manier die anspruchsvolle Schlussetappe mit der Überquerung der 2.886 m hohen Tabarettascharte.

Das Finale hatte es nach einer extrem anspruchsvollen Woche noch einmal in sich. Und damit war nicht nur der emotionale Empfang in der Tennishalle von Sulden gemeint. „Allein für diese Gänsehautstimmung lohnen sich die Anstrengungen“, sagte Matthias Dippacher, der eigentlich einen Sonderpreis für die kämpferischste Leistung verdient gehabt hätte. Denn Dippacher („ich hatte gar kein Körpergefühl“) zeigte sich nicht in seiner besten Verfassung, quälte sich aber von Etappe zu Etappe. „Jetzt bin ich froh, endlich im Ziel zu sein. Ich bedanke mich bei Stephan, dass er mich so unterstützt hat, er war der geilste Partner, den ich mir wünsche konnte. Ich bin jetzt wirklich ganz, ganz müde“.

Verständlich. Denn der Weg nach Sulden führte nach längerer Pause wieder über die legendäre, fast 3000 m hohe Tabarettascharte. Gelaufen wurde die sogenannte Originalroute, die zusätzlich noch durch Nebel und Dauerregen erschwert wurde.

„Das war für mich die schönste Etappe des gesamten Gore-Tex® Transalpine-Run, so könnte es immer sein“, kommentierte Benjamin Bublak das extreme Finale.

Für Bublak und Lauterbach ging mit dem Gesamtsieg ein Traum in Erfüllung. „Nach der vierten Etappe habe ich gespürt, dass es mit dem Sieg klappen kann“, erklärte der 26-jährige Thurnauer. Sein drei Jahre älterer Teamkollege Bublak, der für seine Leidenschaft Trailrunning seinen Wohnort von Berlin nach Kufstein verlegt hat, hatte schon auf der zweiten Etappe „eine gewisse Hoffnung, dass es klappen könnte“.

Keine Schwäche erlaubt

Bublak und Lauterbach waren die verdienten Sieger der 13. Auflage des Transalpine-Run. „Wir standen jeden Tag auf dem Podest und haben uns keine oder nur wenige Schwächen erlaubt“, erklärte Christoph Lauterbach in seiner zurückhaltenden Art. Ein Erfolgsrezept, was nicht auf alle zutraf. „Wir haben unseren zweiten Platz ins Ziel gerettet. Das war eine harte Aufgabe und mehr war auch nicht drin. Aber Matthias hat wirklich toll gekämpft“, sagte Stephan Hugenschmidt, der Sieger von 2014: „Aber der Weg über die Tabarettascharte hat mich für alles entschädigt. Das war eindrucksvoll.“ Rang 2 an diesem Tag und Rang 4 in der Endabrechnung ging an die Allgäuer Daniel Jochum und Philipp Quack (Salomon / Dynafit) in 31:38.32 Stunden.

Der 13. Gore-Tex® Transalpine-Run präsentierte sich als das, was ihn auszeichnet: anspruchsvoll, lang, mit wunderschönen Landschaften und als Herausforderung im zwischenmenschlichen Bereich. „Das Geheimnis des Erfolges liegt wohl darin, wie man am besten den Teamgedanken umsetzt. Also die Schwächen des Partners akzeptiert“, zeigte sich Annette Hanssum, Marketing & PR Gore-Tex® products, von der 13. Auflage des Wettkampfes angetan: „Sieben Tage sind lang, das schweißt zusammen und macht auch den Charakter des TAR als Teamwettbewerb aus. Beeindruckend ist für mich immer wieder, wie emotional die Athleten im Ziel reagieren, wenn sie die letzten Meter geschafft haben.“ Als der letzte Meter gelaufen war, entlud sich die Anspannung in Sulden. Die Tennishalle war gefüllt mit Fans, Touristen und Familienangehörigen, die für einen lautstarken Empfang sorgten. Es war die Zeit für große Emotionen und Freudentränen. Die Athleten saßen zusammen, genossen den Augenblick oder pflegten ihre Verletzungen und Blessuren, nachdem sie sich sieben Tage lang auf sportlich höchstem Niveau auseinandergesetzt, bis zur Erschöpfung und darüber hinaus gekämpft hatten.

Großer Kampf der Allgäuer

Als harte Probe erwies sich das Finale auch für die beiden Schwedinnen Lina und Sanna El Kott Helander, die alle sieben Etappen dominierten und mit großem Vorsprung die Kategorie Women gewannen. Immer sah man die beiden 23-Jährigen aus Östersund lachen, nur am letzten Tag nicht mehr. Die eineiigen Zwillinge litten unter schmerzhaften Knöchelentzündungen, erstaunlicher Weise an denselben Stellen. Aber sie bissen auf die Zähne und ließen sich in Sulden von ihren Fans feiern.

Großer Kampf war auch in den anderen Klassen angesagt. Es blieb aber bei den bestehenden Kräfteverhältnissen. Den Sieg in der Klasse Master Men holten sich wie im Vorjahr die Deutschen Florian Holzinger und Stefan Holzner mit sieben Etappenerfolgen. Interessant ihre Gesamtzeit. Mit 30:16.11,9 Stunden lagen sie noch vor Hugenschmidt/Dippacher, den Zweiten in der Kategorie Men.

Angesichts der Dominanz von Holzinger/Holzner war Platz 2 für die starken Anton Philipp/Seppi Neuhauser aus dem Oberallgäu/Kleinwalsertal ein starkes Resultat. „Der Seppi hat mich durchgezogen“, bedankte sich Anton Philipp bei seinem Teamkameraden Neuhauser. Der nach seiner elften Teilnahme auf ein positive Bilanz zurückblicken kann: „Ich bin jetzt elfmal gestartet, fünfmal ist mein Partner ausgeschieden, sechsmal bin ich durchgekommen, davon jetzt zweimal mit Dodo.“ Jetzt darf man auf das kommende Jahr gespannt sein. Denn dann starten Philipp/Neuhauser in der Kategorie Senior Master Men.

Die Kategorie, die in diesem Jahr extrem spannend verlief, auch wenn Dr. Thomas Miksch seinen achten und Partner Jörg Schreiber seinen vierten Sieg in der Zeit von 34:08:10,7 Stunden feierte. „Bis auf den ersten Tag lief es gut, wir haben die Zähne aufeinander gebissen“, sagte Miksch, der von Beginn an unter einer Wadenverletzung litt. Jörg Schreiber: „Unsere Erfahrung hat uns geholfen, wir sind schlau gelaufen.“

Mit Top-Platzierungen beendeten weitere Allgäuer Teams den Transalpine-Run 2017. So kam das Duo Uwe Pfanzelt / Andreas Brittain (Team Devold Inov-8) auf Rang 8 (Senior Master Men), vor Gerald Krehl / Michael Hiemeyer (Team Salomon Allgäu) in 45:09:09 Stunden. In der Klasse Master Men belegten Wolfgang Sieder und Uli Morgen (Sensor-Technik Wiedemann) Platz 7 in 38:46:32 Stunden. Aufs Siegerpodest schaffte es nach sieben Etappen das Mixed-Team Wolfi Steinhauser und Simone Philipp (35:55:21 / Team Sport Buck.com). Nicht nur sportlich stimmte es bei der 13. Austragung des Transalpine-Run. Die Westroute von Fischen nach Sulden am Ortler kam bei den fast 600 Sportlern aus 30 Nationen bestens an. Grandiose Landschaften, beste Trails und spektakuläre Downhills sorgten trotz großer Anstrengungen für beste Stimmung und Motivation im Feld. Alle Ergebnisse unter www.transalpine-run.com.

gts/Plan B

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