»So etwas darf nicht passieren«

Abreibung für Peißenberg Miners in Buchloe

Eishockey Bayernliga Peißenberg Miners Ondörtoglu Buchloe
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Sinan Ondörtoglu und die Peißenberger kamen gegen Buchloe ordentlich ins Straucheln. Die Miners kassierten sieben Gegentreffer allein im letzten Drittel, der Auftakt der Meisterrunde endete mit 5:11.
  • Roland Halmel
    VonRoland Halmel
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Peißenberg – Sechs Tore fallen im Schnitt im Eishockey in den Top-Ligen wie der DEL oder der NHL. Deutlich darüber lag die Trefferquote beim Bayernliga-Gastspiel der Peißenberg Miners am Sonntag beim ESV Buchloe. Im ersten Auftritt der Truppe von der Ammer in der Aufstiegsrunde klingelte es insgesamt 16-mal in den beiden Kästen. Allerdings schlug der Puck wesentlich häufiger bei den Peißenbergern ein, die letztlich von den Piraten mit 5:11 versenkt wurden. 

„Wir wollten das Spiel einfach halten und vor allem in der Abwehr konsequent spielen, das ist uns nicht gelungen“, meinte Co-Trainer Sepp Staltmayr, der den erkrankten Coach Christian Kratzmeir vertrat. Dass das Debakel derart heftig ausfiel, lag am komplett verkorksten Schlussdrittel. „So etwas darf nicht passieren“, zeigte er sich vom desolaten Auftritt der Miners, die im letzten Durchgang sieben Gegentreffer kassierten, entsetzt. „Der Gegner kam ins Laufen und bei uns merkte man die kleine Besetzung“, versuchte Staltmayr sich an Ursachenforschung für die höchste Saisonniederlage.

Dabei hatten sich die Peißenberger trotz der langen Ausfallliste einiges vorgenommen und waren zuversichtlich ins Ostallgäu gereist. Anhand der Körpersprache der 13 Feldspieler war davon schon in den ersten Minuten aber wenig zu sehen. Einzig Torhüter Korbinian Sertl war sofort im Spielmodus, was auch wichtig war, denn er vereitelte gleich ein paar gute Möglichkeiten der aggressiv auftretenden Piraten, die zwei Tage zuvor bereits bei der 3:5-Niederlage beim EHC Klostersee die Runde eröffnet hatten.

Beim Führungstreffer der Hausherren in Überzahl durch Robert Wittmann (7.) musste sich Sertl dann aber geschlagen geben. Die Peißenberger Antwort fiel bis auf eine Chance von Sinan Ondörtoglu (10.), ebenfalls im Powerplay, relativ verhalten aus. Umso überraschender kam der Ausgleich, bei dem die Buchloer freundliche Unterstützung leisteten: Ein Fehlpass der Gastgeber im eigenen Drittel landete bei Dejan Vogl (15.), der abgeklärt zum 1:1 einnetzte.

Dieses Tor gab Auftrieb, die Miners gestalteten die Partie nun ausgeglichen und kurz vor der Sirene verpasste Tobias Estermaier den Führungstreffer nur haarscharf, als der Puck fünf Zentimeter vor der Linie liegenblieb.

Im Mittelabschnitt war der Schwung bei den Gäste aber schnell wieder dahin. Buchloe dominierte das Geschehen und hatte dann auch noch Glück, dass Sertl ein harmloser Schuss von Robert Wittmann (24.) durch die Schoner rutschte. Danach vereitelte der Miners-Keeper aber einige Großchancen der Hausherren, ehe Max Schorer (31.) aus der Distanz das 3:1 nachlegte.

In der Folge handelten sich die Peißenberger zahlreiche Strafzeiten ein. „Das war undiszipliniert“, ärgerte sich Staltmayr, nachdem Andreas Schorer (34.) in doppelter Überzahl auf 4:1 stellte. Bei zwei Stangentreffern der Gastgeber hätten sich die Miners danach über einen größeren Rückstand nicht beschweren müssen.

Versäumtes holten die Piraten dann aber im verrückten Schlussdurchgang nach, der zum munteren Scheibenschießen mutierte, das einem neutralen Besucher bestimmt gefallen hätte. Die Gesichter des Dutzends mitgereister Miners-Fans wurden jedoch von Minute zu Minute angesichts der Gegentorflut immer länger.

Mehr oder weniger ohne Gegenwehr kurvten die Buchloer regelmäßig durch das Peißenberger Drittel. Zweimal Wittmann (42., 57.), der so auf vier Tore kam, zweimal Alexander Krafczyk (45., 55.) sowie Markus Vaitl (47., 50.) und dazu noch ein Treffer von Max Schorer (59.) schraubten das Ergebnis in zweistellige Dimensionen.

Über das Toreschießen vergaßen die Piraten auch ihre Abwehrarbeit, so dass die Miners zwischendurch durch Moritz Birk­ner (44.), Vogl (49.), Niko Fissekis (51.) und Ondörtoglu (56.) noch etwas Ergebniskosmetik betrieben. Der Schlussdurchgang nahm mit elf Toren in 18 Minuten fast historische Dimensionen an.

Am Freitag (20 Uhr) steht nun für die Peißenberger das Heimspiel gegen den ERSC Amberg auf dem Programm, sofern sich kurzfristig aufgrund der Pandemie keine Änderung ergibt. Denn zu solchen kam es am vergangenen Wochenende mehrfach, nur drei Partien konnten stattfinden. Auch die EA Schongau musste ihren Aufstiegsrunden-Auftakt verschieben, für Freitag (19.30 Uhr) ist ein Mammut-Auftritt in Kempten angesetzt.

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