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Benefizturnier für Amelie in Schongau: 10.000 Euro für die Forschung am Rett-Syndrom

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Von: Christine Wölfle

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Amelie Rett-Syndrom Schongau
Amelie und Sabine Weith und Verena Mock freuten sich riesig über die große Unterstützung beim Benefiz-Handballturnier in der Lechsporthalle. © Wölfle

Schongau – Damit haben die Organisatoren nicht gerechnet: 10.000 Euro kamen beim Benefiz-Handballturnier in der Lechsporthalle für die Rett-Forschung zusammen. Und alle hatten einen Riesenspaß dabei.

Es wuselte in der Lechsporthalle, und zwar überall. Voll motivierte kleine Handballer, stolze Eltern, Geschwister und Großeltern, zahlreiche Sponsoren, Gäste und ganz viele fleißige Helfer. Da war schnell klar: Diese Veranstaltung wird ein voller Erfolg.

„Wir wurden regelrecht überrannt, das war einfach der Wahnsinn“, zeigte sich die federführende Organisatorin Verena Mock überglücklich, wenn auch etwas erschöpft. Denn sie und ihre Mitstreiter hatten wirklich alles gegeben. Und der Erfolg gibt ihnen Recht.

Was war geboten? In der Mitte der Halle war das Spielfeld, denn Handball wurde natürlich auch gespielt. Und das richtig gut, wenn man bedenkt, dass es die Minis aus Schongau, Partenkirchen, Weilheim, Landsberg und Murnau (Jahrgang 2014/2015) waren, die da zu Werke gingen.

Rechts und links davon waren Turn-Parcours aufgebaut, um sich zwischen den Spielen fit zu halten, und einer eventuell aufkommenden Langeweile vorzubeugen.

„Ganz geflasht“

Doch davon war ohnehin keine Spur, denn es gab auch noch ein Glücksrad, bei dem es richtig tolle Preise zu gewinnen gab. Und leckere Wurst- und Käse-Semmeln und Kuchen gab es auch. „Da hätten wir noch viel mehr verkaufen können, aber mit so vielen Unterstützern haben wir tatsächlich nicht gerechnet“, war Mock „ganz geflasht“.

Wobei „verkaufen“ nicht ganz stimmt, denn Essen und Getränke wurden allesamt auf Spendenbasis ausgegeben. Und in dieser großen Box raschelte es mehr, als dass es klimperte.

Über 2.000 Euro kamen allein durch Glücksrad, Verköstigung und weitere Spenden in der Box zusammen. Für die laut Mock „gigantische Endsumme“ von 10.000 Euro zeichneten auch 64 Sponsoren, heimische und überregionale Betriebe und Privatpersonen verantwortlich.

Diese beteiligten sich auch an der Aktion, dass für jedes geworfene Tor eine feste Spendensumme zusammenkam: Letztlich waren es 37,50 Euro pro Tor. Und davon wurden in den elf Spielen (die Mini-Minis waren auch dabei) immerhin 118 geworfen, also wurden damit knapp 4.500 Euro generiert.

Geld für die Forschung

„Das ist hoffentlich mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein, den wir damit der Forschung zur Verfügung stellen können“, hoffen die Organisatoren mit Sabine Weith, die mit ihrer am Rett-Syndrom erkrankten fünfjährigen Tochter Amelie beim Turnier dabei war.

Vor knapp drei Jahren hatte Familie Weith die Diagnose Rett-Syndrom erhalten. „Dabei handelt es sich um eine neurologische Störung, bei der die Kinder bereits erlernte Fähigkeiten in Sprache und Bewegung wieder verlieren“, erklärt Mama Sabine.

Da die betroffenen Nerven dabei aber nicht zerstört werden, sondern „nur“ die Verknüpfungen blockiert sind, gibt es gute Chancen auf Heilung, oder zumindest auf Symptomlinderung. Ein Hindernis ist jedoch, dass vergleichsweise wenige Kinder (rund 50 pro Jahr) in Deutschland am Rett-Syndrom erkranken, wodurch die Entwicklung von Medikamenten für große Pharmakonzerne uninteressant ist. Aus diesem Grund basiert die komplette Forschung hierzu auf Spendengeldern.

„Wir sind überglücklich“

„Wir sind überglücklich und dankbar, so viele Unterstützer zu haben“, sagte die sichtlich bewegte Mutter nach dem großen Turnier. Denn aus „Handball-Minis für Amelie“ sei ein „Alle für Amelie“ geworden.

Und für alle anderen Kinder mit Rett-Syndrom. Solange es mit der Finanzierung der Forschung hapert, wird die große Handball-Familie weiterhin Aktionen starten. Frei nach ihrem Motto: „Einer für alle, alle für einen.“

Weitere Unterstützung

Wer das Turnier verpasst hat, aber trotzdem Amelie und allen anderen Kindern, die am Rett-Syndrom erkrankt sind, helfen möchte, kann das immer noch:

Wer Ideen für eine weitere Spendenaktion hat, kann sich auf der Internetseite www.amelieshoffnung.de über das Kontaktformular melden.

Direkt spenden kann man unter dem Stichwort „Amelies Hoffnung“ bei Rett Syndrom Deutschland (IBAN: DE28 2005 0550 1385 2727 27, BIC: HASPEHHXXX).

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