Ausfallpech am Nürburgring

Antriebswellen-Schaden zwingt Allied Racing Team zur Aufgabe

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Für Jan Kasperlik war das Rennen am Nürburgring ein kurzes Vergnügen. Nach vier Runden musste er wegen technischer Probleme aufgeben.

Huglfing – Der Motorsport in Deutschland bekam wie alle anderen Sportarten die Auswirkungen der Corona-Krise deutlich zu spüren. In kleinen Schritten geht es im PS-Zirkus jetzt wieder in die Normalität zurück. Am vergangenen Wochenende legte die Formel 1 los. Noch etwas früher dran war die Nürburgring Langstreckenserie, die ihren ersten Lauf bereits am 27. Juni startete.

„Das war das erste Rennen auf deutschem Boden nach dem Ausbruch der Pandemie“, berichtet Jan Kasperlik, der mit seinem Huglfinger Allied Racing Team zum Starterfeld dieses „historischen“ Rennens, allerdings ohne Zuschauer, gehörte. „Das wird in die Motorsportanalen eingehen und sorgte für viel mediales Aufsehen,“ erklärt Kasperlik, dem die Freude und auch die Erleichterung wie bei allen Teilnehmern und Teams anzumerken war. „Wir hatten im Vorfeld wenig Testmöglichkeiten und für die Abstimmungsarbeiten nur ein kleines Zeitfenster.“

Kasperlik ging mit seinem neuem Partner Nicolaj Møller Madsen in der SP10 Klasse an den Start. Im 90-minütigen Zeittraining lief es für das Duo in ihrem Porsche 718 Cayman GT4 durchaus erfreulich. Sie lagen stetig unter den Top 4 und führten über lange Phasen das Klassen-Ranking der SP10 an. „Leider ging durch das wechselhafte Wetter unsere Reifenstrategie nicht auf, dadurch fielen wir im letzten Drittel des Zeittrainings noch auf Startposition fünf zurück“, berichtet Kasperlik.

Trotz des kleinen Rückschlags ging das gesamte Allied-Team danach hochmotiviert in die Renn-Premiere und „es lieferte in allen Belangen eine perfekte Mannschaftsleistung ab“, lobt der Teamchef.

Kasperlik kam als Startfahrer im beeindruckenden Feld von 140 Fahrzeugen gut durch die ersten Runden der „Grünen Hölle“. Im vierten Umlauf ereilte ihn aber das Schicksal in Form eines Antriebswellen-Schadens, der den bayerischen Rennstall zur Aufgabe zwang. „Wir können uns den Defekt im Moment noch nicht erklären, da es sich um ein Bauteil mit geringer Laufleistung handelt. Es ist unser erster technisch-bedingter Ausfall seit dem wir den 718 Cayman einsetzen. Wir werden diesen in Ruhe analysieren und unsere Rückschlüsse daraus ziehen“, resümiert Kasperlik den Ausfall nüchtern. „Besonders schade ist es für Nikolaj, da er keine Renn-Kilometer bei diesem besonderen Event abspulen konnte, aber so ist es halt manchmal im Motorsport.“

Kasperlik kann dem Rennen dennoch etwas Gutes abgewinnen. Er bedankte sich ausdrücklich bei seinem Team aber auch den Rennorganisatoren. „Sie alle haben in letzten Wochen einen fantastischen Job gemacht.“

Viel Zeit sich über den Ausfall zu ärgern hat der Allied-Chef indessen nicht, da bereits an diesem Wochenende zwei weitere Rennen am Nürburgring auf dem Programm stehen.

Von Roland Halmel

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