Holpriger Auftakt der Abstiegsrunde

Eishackler punkten wieder, EA Schongau verliert doppelt

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Nach über sechswöchiger Verletzung kehrte Brandon Morley (vorne) gegen Schongau ins Team der Eishackler zurück. Mit der Verpflichtung Jeff Szwez‘ (hinten) begegnet die EAS ihrer Personalmisere, die Verhandlungen mit weiteren Kandidaten laufen.

Schongau/Peißenberg – Die EA Schongau steht nach dem ersten Wochenende der Abstiegsrunde dort, wo sie schon die Hauptrunde abschloss: am Tabellenende. Die prekäre Personallage schlug auch bei der 0:5-Pleite in Peißenberg und der ganz späten und damit umso bittereren 4:5-Heimniederlage gegen Pfaffenhofen durch. Daran änderte auch Neuzugang Jeff Szwez noch nichts. Wieder etwas besser in der Spur scheinen dagegen die Eishackler. Dem allerdings wenig glänzenden Derby-Erfolg über die Mammuts ließen sie einen Punktgewinn in Geretsried folgen, mit 3:2 nach Verlängerung ging der Sieg aber an die Riverrats.

Die schwächste Hauptrunden-Offensive und aktuell fünf ausfallende Spieler aus den ersten beiden Reihen, die zwei Abgänge im Dezember noch gar nicht mitgerechnet – mit diesen Vorzeichen trat die EAS in Peißenberg an, wo auch Routinier Milan Kopecky verletzungsbedingt passen musste. Entsprechend ungefährdet war der Kasten der Eishackler und damit auch deren Sieg. „Natürlich fehlt der Druck auf das gegnerische Tor“, beschreibt EAS-Sprecher Gerhard Siegl die Misere.

Routinier für die EAS

Daran in absehbarer Zeit etwas ändern will der in der bisherigen Saison inaktive 38-jährige Neuzugang Jeff Szwez. Der in Augsburg lebende Deutschkanadier soll mit seiner Erfahrung, unter anderem aus der DEL und der höchsten britischen und finnischen Liga, jene Führung übernehmen, die die Mammutherde derzeit so dringend braucht. Komplett fit hoffen die Verantwortlichen, die auf der Suche nach weiterer Verstärkung sind, auf einen Vollblutstürmer, der der EAS neben Offensivpower Respekt verschaffen soll. Denn auch seine Qualitäten als Raubein schlagen sich in Szwez‘ Statistiken nieder.

Glanzloses Derby

Im Landkreis-Derby erwischten die Peißenberger durch das 1:0 von Matthias Müller (4.) den besseren Start. Mit zwei nahezu identischen Treffern bauten sie den Vorsprung aus: Valentin Hörndl (13.) und Martin Lidl (17.) zogen von der Blauen ab und ihre verdeckten Schüsse fanden den Weg ins Netz.

Im Mittelabschnitt plätscherte die Partie dahin. Auch ein Alleingang von Peißenbergs Max Malzatzki (28.) brachte nichts ein. Kurz danach wehrte Torwart Korbinian Sertl (29.) eine gute Chance der EAS ab, genauso wie den im Anschluss verhängten Penalty, bei dem sich Jakub Muzik (29.) versuchte.

Auf der Gegenseite hatte Florian Höfler zweimal Pech: Erst traf er in Überzahl den Pfosten (33.), dann streifte sein Penalty (35.) die Querlatte. Wenig später durfte er (39.) doch noch jubeln, als die Gäste minutenlang nicht aus dem eigenen Drittel kamen, bis es zum 4:0 einschlug. Im Schlussdurchgang verwalteten die Eishackler den Vorsprung. Hörndl (49.) sorgte mit dem 5:0 nach einem Gestocher für einen der wenigen Höhepunkte. „Das Wichtigste ist, endlich mal wieder gewonnen zu haben“, fasste Höfler zusammen.

Verdiente Auswärtspleite

„Der zweite Punkt blieb verdient in Geretsried“, urteilte indes Eishackler-Sprecher Andreas Schugg nach der umkämpften Sonntagspartie in der neu überdachten Eishalle. Die vielen Strafminuten, insgesamt waren es 24 auf beiden Seiten, unterstrichen, dass Kampf Trumpf war.

Der TSV fand sich schon nach wenigen Minuten in doppelter Unterzahl wieder, doch das blieb folgenlos. Überhaupt waren im ersten Drittel Torchancen Mangelware. „Weil sich beide Teams mehr auf ihre Gegenspieler konzentrierten als auf das Spiel“, meinte Schugg. Zu Beginn des zweiten Drittels durfte der Eishackler-Anhang dann aber jubeln, als Tobias Estermaier (22.) in Überzahl zur Führung traf. In der weiterhin sehr hart geführten Begegnung nutzte Dominic Fuchs (30.) schließlich ein Power­play zum 1:1, mit dem es dann auch in die zweite Pause ging.

Im dritten Abschnitt übernahmen dann immer mehr die Geretsrieder das Ruder, Daniel Merl (43.) schoss sie in Front. Danach verhinderte Eishackler-Goalie Sertl einen größeren Rückstand, sodass Max Malzatzki (57.) kurz vor Schluss noch glücklich ausgleichen konnte. Ein Alleingang Stefano Rizzos (63.) war es, der den Gastgebern den Sieg brachte.

Später Nackenschlag

In der 56. Minute gegen Pfaffenhofen schien die Schongauer Welt in bester Ordnung: Per Shorthander traf Muzik zum 4:3, nur noch wenige Minuten trennten die Mammuts vom Sieg. Vorgelegt hatte Neuzugang Szwez. Dieser brauche wohl noch ein paar Wochen, bis er sein Können voll ausspielt, schätzt Sprecher Siegl. Das hielt Coach Andreas Leschinger allerdings nicht davon ab, den Routinier in Unterzahl aufs Eis zu beordern, wo er die Führung durch Muzik einleitete.

Zuvor hatten die Mammuts ein 0:2 umgebogen. Pfaffenhofens Robert Gebhardt (5.) und Torjäger Nick Endress (7.) legten früh vor; Friedrich Weinfurtner (9.), Jonas Lautenbacher (25.) und abermals Weinfurtner (42.) stellten aber auf 3:2, das John Lawrence (50.) noch egalisierte. Eine zwischenzeitlich kritische Phase aufgrund einer Spieldauerstrafe gegen Tobias Findl (26.) samt doppelter Unterzahl hatten die Mammuts schadlos abgewehrt.

Nach Muziks Tor und knapp eineinhalb Minuten vor Schluss nutzte Jake Fardoe jedoch ein weiteres Powerplay zum Ausgleich und 18 Sekunden vor dem Ende ließ Tim Lohrer die EAS dann mit komplett leeren Händen dastehen. Nach seinem Treffer zum 4:5-Endstand gärte es in Schongaus Backup Lukas Müller derart, dass er sich auch noch eine Spieldauerstrafe abholte.

Seine Mammuts sind am Freitag spielfrei, für die Eishackler (20 Uhr) geht es mit dem Gastspiel bei den Schweinfurt Mighty Dogs weiter.

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hal/kb/ras

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