BEV lädt zur eSport Meisterschaft

Hand mit Controller. Im Hintergrund Eishockey-Videospiel.
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Am 17. April wird am Bildschirm der Titel des Bayerischen Eishockey eSports Meister ausgespielt.

Region – Der SC Forst wird bayerischer Eishockeymeister. Diese Schlagzeile ist auf den ersten Blick abwegig. Ganz unmöglich ist sie aber nicht, schließlich tritt der SCF bei der bayerischen Meisterschaft im Eishockey an, die an einem Tag, genau am 17. April, ausgespielt wird. 

Diese Titelkämpfe finden aber nicht auf Eis, sondern online am Bildschirm statt. „Das ist keine Gaudiveranstaltung, sondern ein richtiger sportlicher Bewerb“, berichtet Manfred Guggemos, der Kapitän des SCF. Ausgerichtet wird dieser eSport-Bewerb, bei dem das Spiel „NHL21“ auf der Playstation 4 gespielt wird, vom Bayerischen Eissport-Verband. „Wir waren im Vorfeld etwas skeptisch, weil der BEV ja eigentlich nicht unbedingt als Digitalmonster bekannt ist, aber das ist richtig professionell aufgezogen“, zeigte sich Guggemos positiv angetan.

Der Eissport-Verband holte sich für dieses Projekt aber auch die Hilfe von Computerprofis. Die Hochschule für angewandtes Management (FHAM) aus Ismaning plante diese Meisterschaft, die auch auf großes Interesse stieß. „Beim ersten virtuellen Treffen waren fast 40 Leute dabei“, erinnert sich Guggemos. Letztlich sind nun 30 Vereine bei den Computer-Titelkämpfen, bei denen 64 Spieler antreten werden, vertreten. „In München war das Interesse so groß, da müssen sie mit 40 Teilnehmern eine Vorausscheidung machen“, berichtete der SCF-Kapitän.

Der Turniermodus am Finaltag sieht eine Vorrunde mit mindestens drei Spielen je Mannschaft vor, bei der sich jeweils die ersten beiden Teams jeder Gruppe für die Play-Offs, beginnend mit dem Sechzehntel-Finale, qualifizieren. Die Farben der Nature Boyz werden Stürmer Simon Fend und Torhüter Daniel Hilgner vertreten. Auch Landesliga-Konkurrent ERC Lechbruck schickt zwei Spieler ins Rennen, die je nach Interesse im Vorfeld durch ein vereins-

internes Ausscheidungsturnier festgelegt werden. „Mit dieser Meisterschaft lassen sich neue Themenfelder für die Vereine erschließen“, ist ERC-Vorstand Manfred Sitter durchaus angetan vom eSport. Ähnlich wird es beim SC Forst gesehen. „Man kann den Verein bekannter machen und vermarkten“, denkt Guggemos an Möglichkeiten für Sponsoren sich dabei zu präsentieren, denn die Spiele auf der Playstation können von den Fans mitverfolgt werden. Das komplette Turnier wird live übertragen, kommentiert und moderiert. Es gibt Experteninterviews und das Programm wird in den Sozialen Medien mit entsprechend großer Reichweite beworben. „Das könnte eine interessante Plattform gerade für die kleinen Vereine sein“, sieht Guggemos im eSport durchaus Potenzial. „Das ist jetzt auch genau der richtige Zeitpunkt, um sich diesem Thema anzunehmen. Nachdem wir seit Anfang November quasi einen sportlichen Stillstand im Amateursport haben, ist das eine gute Möglichkeit auf unsere tolle Sportart aufmerksam zu machen“, ergänzt Sitter.

Bis dann am Samstag, 17. April, virtuell das Eröffnungsbully bei dem Turnier erfolgt, können alle Teilnehmer noch fleißig üben. „Ich spiele ab und zu mit Daniel“, misst sich Fend auch mit seinem Teamkollegen an der Spielkonsole. Derjenige der am Ende die Nase vorne hat, darf sich dann „Bayerischer Eishockey eSports Meister“ nennen. „So ein Titel wäre schon nicht schlecht“, wünscht Guggemos seinen beiden Mannschaftskameraden, dass sie am Turniertag das richtige Händchen am virtuellen Schläger haben.

Von Roland Halmel

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