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Schongauer Derbysieg vor Start in die Meisterrunde

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Von: Roland Halmel, Rasso Schorer

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EA Schongau Eishockey Bayernliga
Ausgelassen jubelten die Schongauer nach dem Derby-Erfolg in Peißenberg. Weniger euphorisierend war indes der 5:4-Overtimesieg über Schlusslicht Ulm/Neu-Ulm, dennoch gehen die Mammuts nun als das große Überraschungsteam die Meisterrunde an. © Halmel

Peißenberg/Schongau – Die Rückkehr aus der Corona-Auszeit ist für die Peißenberg Miners nicht nach Wunsch verlaufen. Im Derby gegen die EA Schongau musste die Mannschaft von Trainer Christian Kratzmeir den Nachwirkungen der Zwangspause, aber auch einem starken Gegner Tribut zollen. Die Mammuts siegten im Landkreisvergleich mit 5:3. In der Tabelle zog die EAS durch den siebten Dreier in Folge auch an den unterlegenen Peißenbergern vorbei, am Sonntag gelang auch noch ein 5:4-Overtimesieg über Ulm/Neu-Ulm. Zuvor hatten die Lechstädter zwei Zugänge und einen Abschied verkündet. 

Hochklassig war das Aufeinandertreffen zwischen Miners und Mammuts nicht unbedingt, dafür aber sehr spannend und fair. „Der Sieg der Schongauer geht absolut in Ordnung“, war sich Peißenbergs Coach Kratzmeir mit seinem EAS-Kollegen Rainer Höfler einig. „Wir waren im letzten Drittel platt“, erkannte Kratzmeir nach der fast dreiwöchigen Spielpause und nur wenigen Trainingseinheiten.

Die abgeklärten Mammuts nutzten das eiskalt aus. „Dabei waren wir im ersten Drittel offensichtlich noch nicht so heiß aufs Derby, da war Peißenberg klar dominant“, räumte Höfler einen verschlafenen Start seiner Mannschaft ein.

Vor 450 Zuschauern, die für ordentlich Stimmung sorgten, erwischten die Miners den besseren Start. Markus Andrä (6.) überraschte Philipp Wieland, der den EAS-Kasten hütete, mit einem Schuss ins kurze Eck. Von den Mammuts kam als Antwort nur eine Möglichkeit von Philipp Seelmann (9.). Ansonsten bestimmten die Hausherren, bei denen Valentin Hörndl nach mehrmonatiger krankheitsbedingter Pause sein Comeback gab, das Geschehen.

Auch bei der EAS gab es mit Norbert Löw einen Rückkehrer. Der 34-Jährige hatte seine Schlittschuhe vor fast fünf Jahren an den Nagel gehängt und ging zwischenzeitlich nur kurz für Bad Bayersoien aufs Eis. „Er braucht noch einige Zeit“, meinte Höfler, der mit Milos Vavrusa eine weitere Verstärkung für die Mammuts aufbot. Der 43-jährige Routinier mit einem Erfahrungsschatz von 650 DEL2- und Oberliga-Spielen, unter anderem für den EC Peiting, agierte unauffällig. „Er hat erst zweimal mit uns trainiert. Aber man sieht seine Routine. Ich bin überzeugt, dass er uns verstärkt“, urteilte Höfler.

Doch zunächst stand sein Team im ersten Durchgang weiter unter Druck. Tomas Rousek (12.) ließ in Überzahl, als Löw draußen saß, eine gute Chance der Miners aus. Wenig später bestrafte Niko Fissekis (13.) einen gegnerischen Scheibenverlust im Gästedrittel aber mit dem 2:0. In der Folge streute Kratzmeir einige Einsätze von Nachwuchskräften ein, um sein noch nicht ganz fittes Stammpersonal zu schonen.

Ausgerechnet als mit Bernhard Schmid einer dieser U20-Spieler auf der Strafbank saß, schlugen die Schongauer zu. Florian Seelmann (15.) nutzte das erste EAS-Powerplay zum Anschluss. „Da merkte man schon, dass die Gäste langsam das Kommando übernahmen“, bekannte Kratzmeir.

Im Mittelabschnitt wurden die „Mammuts“ immer stärker und in Unterzahl gelang Florian Höfler (25.) der Ausgleich. Im Anschluss verpasste Fritz Weinfurtner (26.) eine Großchance zur ersten Schongauer Führung. Die markierte stattdessen kurz nach Ablauf einer umstrittenen Strafzeit gegen Fissekis Matthias Müller (36.), der aus spitzem Winkel traf.

Gleich zu Beginn des Schlussdurchgangs erhöhte Mathias Schuster (41.) mit einem satten Schuss von der Blauen im Powerplay auf 4:2 für die EAS. Das umgehende Anschlusstor von Dejan Vogl (42.) befeuerte die Hoffnung, der Miners-Fans. Max Malzatzki (44.) kam auch zu einer Ausgleichschance. Danach ging den Hausherren aber zunehmend die Kraft aus. Das zeigte sich in zwei Überzahlsituationen in Folge, in denen sie kaum etwas Gefährliches zustande brachten. Stattdessen besorgte Müller (53.) mit dem dritten Powerplaytor der Gäste an diesem Abend das 5:3 und die Entscheidung.

War das Spielpensum der Miners damit für dieses Wochenende bereits wieder erledigt, empfing die EAS am Sonntag noch Schlusslicht Ulm/Neu-Ulm. Es war das Aufeinandertreffen zweier Teams, deren weiterer Saisonverlauf schon seit Wochen besiegelt ist. Angetrieben von ihrem Kontingentspieler-Duo Dominik Synek und Neuzugang Martin Podesva erarbeiteten sich zunächst die Gäste einige Vorteile .

Richtig unterhaltsam wurde es vor allem zur Mitte des zweiten Drittels. Hatte bis dahin nur Podesva (11.) getroffen, schepperte es nun binnen gut drei Minuten vier weitere Male und jeweils beantworteten die Devils den Schongauer Ausgleich umgehend wieder mit einer eigenen Führung. Löw (27.) sowie ein Unterzahltor Leonhard Zinks (29.) für die Mammuts, Synek bei Vier-gegen-Vier (28.) und im Powerplay (30.) – 2:3.

Den erneuten Gleichstand stellte Müller in Überzahl her (35.), doch weil rund neun Minuten vor Schluss auch Podesva ein Powerplay nutzte, wurde es für die Gastgeber langsam knapp. Daniel Holzmanns 4:4 (59.) und Kevin Steiners Overtime-Treffer (64.) sorgten aber dafür, dass die EAS ohne größeren Stolperer in Richtung Meisterrunde aufbrechen kann.

Denn die Hauptrunde ist damit beendet. Weil nicht alle zwischenzeitlich ausgefallenen Spiele nachgeholt werden konnten, kommt in der Abschlusstabelle die Quotientenregelung, also der Punkteschnitt pro Spiel, zum Einsatz. Für Schongau, Peißenberg und den Rest der Top Acht folgt nun eine Einfachrunde, nach der vier Teams in die Playoffs einziehen.

Nicht mehr für die EAS auflaufen wird aber Jakub Muzik. Die Corona-Auflagen standen seinen Einsätzen seit Dezember im Weg. Er kehrt nach drei Jahren in Schongau, 85 Spielen und 121 Punkten in seine tschechische Heimat zurück.

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