Premiere beim TSV mit Online-Hauptversammlung

Corona trifft TSV Weilheim: Sinkende Mitgliederzahlen und Einnahmen

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TSV-Präsident Dieter Pausch bei der Online-Versammlung

Weilheim – Firmenkonferenzen werden seit dem Beginn der Corona-Pandemie fast nur noch online abgehalten. Bei den Sportvereinen ist die virtuelle Zusammenkunft noch eher die Ausnahme. Vorstandssitzungen am PC oder Laptop durchzuführen kam durchaus vor, gleich eine Hauptversammlung auf diese Weise abzuhalten dagegen nicht. Für die Premiere sorgte der TSV Weilheim, der sein Delegiertenversammlung online durchführte.

„Das ist eine einmalige Sache und bleibt hoffentlich auch einmalig,“ begrüßte Eva-Maria Schweiger die 60 eingeloggten Delegierten. Die Vereins-Vizepräsidentin führte mit Kopfhörern und Mikrofon ausgestattet von ihrem Arbeitszimmer aus durch die 173. Zusammenkunft des Traditionsvereins. „Eine normale Versammlung wäre mir lieber“, räumte TSV-Präsident Dieter Pausch im Anschluss unumwunden ein. „Das letzte Jahr war eigentlich ein tolles Jahr für den TSV, weil wir mit dem Anbau Nord am Sportzentrum bereits in der Endphase sind“, leitete Pausch seinen Rechenschaftsbericht ein. Die Corona-Krise ging allerdings nicht spurlos am Sportverein vorbei. Von 4300 Mitgliedern Ende 2018 sind aktuell noch 3930 (davon 1850 Kinder) übrig. „Damit sind wir immer noch der größte und modernste Sportverein südlich von München und darauf bin ich stolz“, nahm Pausch den Rückgang relativ gelassen hin. Bis Ende des Jahres erwartet er einen Anstieg auf 4100 Mitglieder. „Wenn es nach Corona wieder aufwärts geht, rechnen wir im Jahr 2023 mit 4500“, blickte Pausch zuversichtlich nach vorne. Seine Zuversicht kommt vor allem durch den Anbau Nord, den der TSV fast schon in Rekordzeit baute. „Und wir kommen günstiger raus, als die geplanten 1,53 Millionen Euro, was auch ein großer Verdienst von Alfred Falk ist, der den Bau für uns leitete.“ 

Ein Teil der Kosten floss bereits in die Bilanz 2019 ein, wie Kassier Heinz Peuker in seinem Kassenbericht erläuterte. Bei leicht gesunkenen Einnahmen von 708.000 Euro und Ausgaben von 933.000 Euro (davon 330.000 Euro für den Anbau) blieb im letzten Jahr ein Minus von 225.000 Euro. Durch die Fertigstellung des Bauprojekts wird der Etat im laufenden Jahr deutlich anwachsen. Einnahmen von 1,7 Millionen Euro werden dabei laut Plan 1,8 Millionen Euro an Kosten gegenüber stehen. „Finanziell ist es eine heikle Situation, wir haben keine Einnahmen aus der Sauna, aus Veranstaltungen und der Ferien-Äktschn“, geht die Pandemie laut Pausch am TSV auch an der Kasse nicht spurlos vorüber. Dazu kommen zusätzliche Reinigungskosten für die Turnhallen wegen Corona, die der Sportverein übernehmen muss. Dennoch will der Sportverein seine inzwischen 22 Abteilungen, im Februar kam als jüngstes Kind die Sparte „Rugby“ dazu, in der Corona-Zeit etwas zu entlasten. Im zweiten Halbjahr wird kein Hallensoli, der etwa 6600 Euro ausmacht, eingezogen. 

Schwarze Wolken sieht der TSV-Präsident allerdings in Bezug auf die anstehenden Hallenprojekte in der Kreisstadt aufziehen. „Bei den Plänen für die 2+1 Halle am Gymnasium, die Erweiterung der Röntgenhalle und die Sanierung der Jahnhalle gibt es viele Fragezeichen. Ich rechne damit, dass alles nach hinten geschoben werden,“ erklärte Pausch, der im Anschluss wie auch die Kassier mit großer Mehrheit entlastet wurde. Der Jugendleiter Max Braune warb unter anderem für die ins kommende Jahr verschobenen Fahrt nach Narbonne und der Haushalt bekam den Segen der Delegierten, die zum Abschluss der rund einstündigen Online-Versammlung auf Fragen weitgehend verzichteten. „Ich freue mich, dass die Sitzung unter diesen Umständen so gut klappte“, resümierte Pausch. „Wir müssen zwar Abstand halten, aber als Verein rutschen wir durch Corona enger zusammen.“

Von Roland Halmel

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