Zusatzrunde gestrichen, Playoffs verkürzt

Corona zwingt Eishockey-Oberliga zur Modus-Anpassung

Nagtzaam Eishockey Oberliga EC Peiting
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Auch der EC Peiting musste schon zwei Corona-Zwangspausen einlegen. Nun steht fest, wie die Liga die weitere Saison bestreiten will.

Landkreis – Der Corona-Virus bringt die Terminplanung in der Oberliga ordentlich durcheinander. Ob die Hauptrunde überhaupt komplett gespielt werden kann, ist fraglich. Deshalb berieten die Clubs zusammen mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) das weitere Vorgehen. Heraus kamen einige Änderungen am Modus. 

Das Ende der Hauptrunde wird um eine Woche auf den 16. März nach hinten geschoben, um ein zusätzliches Wochenende für Nachholspiele freizuräumen. Die danach geplante Challenge- sowie Platzierungsrunde in der Oberliga Süd fällt flach. Stattdessen beginnen gleich die Playoffs; im Süden schrumpfen deren Viertelfinalserien vom Modus „best-of-seven“ auf „best-of-five“. Die Pre-Play-offs finden im Relegationsmodus „best-of-two“ anstelle von „best-of-three“ statt.

Somit entstehen im Falle von weiterhin drohenden Spielausfällen bis zum Saisonende drei weitere Ausweichtermine. Im Norden wurden aufgrund des eng getakteten Rahmenterminkalenders keine Anpassungen vorgenommen. Zudem beginnen die Sonntagsspiele ab morgen zeitgleich um 17 Uhr.

Die Beteiligten legten darüber hinaus einen Prozentsatz von Spielen fest, die absolviert sein müssen, damit man für die Playoffs, die bis auf das Finale nur ligenintern gespielt werden, zugelassen wird, nämlich 75 Prozent. Zum Vergleich wird dabei nicht die Maximalanzahl von 36 Spieltagen herangezogen, sondern der Verein mit den meisten absolvierten Partien.

Sobald eine Mannschaft nicht alle Spieltage bestritten hat, wird gerechnet: Die Platzierung in der Abschlusstabelle erfolgt dann zunächst nach einem Punktequotienten (Punkte geteilt durch gewertete Spiele, gerundet auf zwei Nachkommastellen). Ergibt dies keine eindeutige Reihenfolge, so wird das Torverhältnis herangezogen (Quotient aus Tordifferenz geteilt durch gewertete Spiele). Danach kommt der direkte Vergleich zur Anwendung.

Diskutiert wurde bei der Videokonferenz auch der Quarantäne-Fall während der Playoffs. Sollte eine Mannschaft davon betroffen sein, scheidet sie aller Voraussicht nach automatisch aus den Playoffs aus und der Gegner rückt in die nächste Runde vor. Beschlossen ist dies bislang noch nicht. „Sollte so ein Fall eintreten, dann ist es bedingt durch die Quarantäne-Zeit ja gar nicht mehr möglich, das nachzuholen. In den Playoffs hat man keinen Spielraum“, erklärte DEB-Pressesprecher Ruben Stark.

Für die Clubverantwortlichen war DEB-Ligenleiter Markus Schubert voll des Lobes: „Wir haben in wirklich kooperativer Art und Weise mit allen Oberligisten konstruktiv an diesen Vereinbarungen gearbeitet. Alle waren äußerst interessiert an einem gemeinsamen Weg und haben sich überaus flexibel gezeigt, was den weiteren Fortgang dieser außergewöhnlich fordernden Saison angeht.“

Wie Peter Gast, Geschäftsführer des EC Peiting, die Situation bewertet, schilderte er dem Kreisboten im Gespräch.

Wie läuft die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen den Oberligisten in diesen Zeiten?

Gast: „Wir können uns ja nur in Form von Videokonferenzen treffen und das machen wir immer wieder anlassbezogen. Nach den Corona-Fällen in den letzten Wochen wurde es nötig sich auszutauschen, wegen des Spielplans und des weiteren Vorgehens. Wir werden uns dann auch nochmal drei Wochen vor den Playoffs zusammensetzen, um die aktuelle Lage und das weitere Vorgehen zu besprechen.“

ECP-Geschäftsführer Peter Gast über den Stand in Sachen Saisonfortsetzung.

Es gab ja einige Änderungen am Modus. Was war da der Hintergrund?

Gast: „Unser primäres Ziel ist es, die Hauptrunde zu Ende zu spielen. Deshalb haben wir ja auch den letzten Spieltag eine Woche nach hinten geschoben. Die anschließend geplante Challenge-Runde ist gestrichen. Es geht dann sofort mit den Playoffs weiter. Und da wird die erste Runde nicht im Best-Of-Seven, sondern im Best-of-Five Modus gespielt, um in Corona-Zeiten etwas mehr Handlungsspielraum und Flexibilität zu haben.“

Was passiert mit Mannschaften, die während der Playoffs eine Corona-Zwangspause einlegen müssen?

Gast: „Die sind leider raus, denn die Playoffs laufen weiter. Da können wir keine Pause einlegen.“

Wie ist die 75 Prozent-Regel, um in der Abschlusstabelle berücksichtigt und damit auch für die Playoffs zugelassen zu werden, entstanden?

Gast: „Wir wissen nicht, wie es in der Pandemie weiter geht. Deshalb brauchten wir da eine Lösung. Wir haben darüber diskutiert, was für ein Prozentsatz gut ist. Der Verband schlug 85 Prozent vor. Dann gab es einen Vorschlag für 66 Prozent. Letztlich haben wir uns auf die Mitte bei 75 Prozent geeinigt und das, denke ich, gewährleistet ein gerechtes Ergebnis.“

Die 75 Prozent sind zu schaffen, auch von uns.

ECP-Geschäftsführer Peter Gast

Wie schätzen Sie die Chancen ein, dass diese Quote zu schaffen ist?

Gast: „Es kann ja immer wieder zu Spielausfällen kommen, wie an diesem Wochenende gegen Passau, aber die 75 Prozent sind zu schaffen, auch von uns.“

Ab kommenden Sonntag beginnen alle Oberliga-Spiele einheitlich um 17 Uhr. Was steckt dahinter?

Gast: „Das haben wir gemacht, um den Familien die Chancen zu geben, gemeinsam die Spiele bei Sprade TV anschauen zu können, bevor die Kinder ins Bett müssen. Skifahren geht ja nicht und die Kinder können ja auch kein Eishockey trainieren, aber so bleibt hoffentlich das Interesse am Eishockey erhalten.“

Roland Halmel

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