Aber: Ungeklärte Zuschauerfrage verunsichert Vereine

Eishockey-Oberligisten halten an Starttermin Mitte Oktober fest

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Torjubel vor vollen Rängen wird es in der Oberliga während Corona-Zeiten auf absehbare Dauer wohl nicht geben.

Peiting – In den letzten Wochen wurden eifrig Hygiene- und Zuschauerkonzepte erarbeitet, um für den Ligastart gewappnet zu sein. Ob der EC Peiting und die Eishockey-Oberligisten wie geplant am 16. Oktober loslegen können, steht aber nach wie vor in den Sternen.

Im Rahmen einer gemeinsamen Videokonferenz in der Vorwoche tauschten sich die Clubs der Oberliga Nord und Süd untereinander aus. Das Resultat: Im Gegensatz zu DEL und DEL2, die ihre Saisonstarts in den November verschoben haben, wollen die Oberligisten an ihrem Termin Mitte Oktober festhalten. Und das, obwohl nach wie vor eine Vielzahl an Fragen offen ist.

Vor allem das Zuschauer­thema treibt die Vereine um. Viele befürchten, dass die Politik keine Fans oder nur eine geringe Anzahl erlaubt. Das wäre wirtschaftlich für kaum einen Club zu stemmen.

In der Branche kursiert bereits eine Zahl, die Besorgnis erregt: Dem Vernehmen nach dürften die Eisbären Regensburg nur 800 Fans ins Stadion lassen – bei einer Kapazität von 5.000 Plätzen. Stimmt diese Marke, so ist sie meilenweit entfernt von den Vorstellungen der Oberligisten.

Kosten ohne Einnahmen

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) um Sportdirektor Stefan Schaidnagel, der auf der Konferenz zu den Klubvertretern sprach, wartet derweil weiter auf Signale aus den jeweiligen Ministerien der zuständigen Länder. Langsam drängt aber die Zeit, da die Verträge der Profis in den Vereinen spätestens ab dem 1. September gültig und damit auch Gehaltszahlungen fällig werden.

Sollte ein Saisonstart nicht in Sicht sein, kämen damit finanzielle Belastungen auf die Vereine zu, ohne dass Aussicht auf Zuschauereinnahmen bestünde. Beim Eintreffen dieses Falls würden die Rufe nach staatlicher Hilfe, wie beispielsweise Kurzarbeit, laut.

Aussicht auf Unterstützung

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat den Vereinen der Oberliga Süd Unterstützung zugesagt. Er will sich dafür einsetzen, dass das Bundesprogramm zur Unterstützung von Proficlubs auf die Oberligisten ausgedehnt wird.

Heißt im Klartext: Die Teams der Oberliga Süd erhalten 80 Prozent der ausfallenden Zuschauereinnahmen. „Damit wäre die nächste Saison für die Eishockey-Oberliga gesichert“, erklärt Herrmann, der dafür mit einer Summe zwischen 30 und 50 Millionen Euro rechnet. Diese würde allerdings nur zum Tragen kommen, wenn gar keine Zuschauer zugelassen wären.

Inzwischen hängen die Vereine und auch die Spieler, die sich weiter im Trockentraining oder in den Fitnessstudios fit halten, aber weiter in der Luft. Fast kein Oberligist hat bisher mit dem Eistraining begonnen. Beim EC Peiting wäre es normalerweise in diesen Tagen losgegangen.

Eistraining muss warten

„Unsere Plan ist es jetzt, ab dem 11. September aufs Eis zu gehen, falls die Saison wie angedacht am 16. Oktober startet“, sagt Gordon Borberg, Teammanager des EC Peiting. „Wir müssen jetzt einfach abwarten und auf die nächsten Lockerungen hoffen“, meint Borberg, der auch noch zu den geplanten Vorbereitungsspielen nichts Konkretes sagen kann. „Die Termine können wir erst festmachen, wenn der Starttermin steht.“

hal

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