Verband erst enttäuscht, dann glücklich

Hin und Her um Fußball-Testspiele

+
Der Verband will an der Saisonfortsetzung im September festhalten. Für eine ordentliche Vorbereitung sind Testspiele wichtig, Zuschauer bleiben dabei aber außen vor.

Landkreis – Einen Dämpfer auf dem Weg zur Wiederaufnahme der Saison haben Bayerns Amateurfußballer zunächst bekommen: In der letzten Kabinettssitzung vor der Sommerpause habe der Ministerrat am Dienstagvormittag keine weiteren Lockerungen hinsichtlich der schrittweisen Wiederaufnahme des Spielbetriebs beschlossen, bedauerte der Bayerische Fußball-Verband (BFV). Spiele zwischen zwei Vereinen blieben damit untersagt. Doch am Mittwoch war das schon wieder überholt.

Die Entscheidung sei als Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen der Corona-Pandemie zu verstehen, ordnete der BFV ein, nachdem Staatsminister Dr. Florian Herrmann in der entsprechenden Pressekonferenz am Dienstag für vermeintliche Klarheit sorgte. Man habe auf Lockerungen gehofft, so der BFV, und zuvor auch entsprechende Anzeichen erhalten.

„In der vergangenen Woche gab es positive Signale dahingehend, dass unsere rund 4.500 bayerischen Vereine schon bald wieder Fußballspiele absolvieren können“, erklärte BFV-Geschäftsführer Jürgen Igelspacher. „Wir hatten auf diesen Schritt gesetzt, da auch in den Nachbarbundesländern wieder gespielt werden kann und auch viele bayerische Vereine dorthin ausweichen, um Freundschaftsspiele auszutragen.“ Dass man sich weiter in Geduld üben müsse, sei enttäuschend. Lange strapaziert wurde diese Geduld dann aber nicht:

„Trainingsspiele sind im bayerischen Amateurfußball ab sofort wieder möglich“, teilte der BFV schon am Mittwoch mit. Das habe Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, in einem Brief an BFV-Präsident Rainer Koch klargestellt. Weil das Training in festen Trainingsgruppen unter Einhaltung entsprechender Bedingungen zugelassen ist, „gehören auch dem Training dienende Spiele grundsätzlich zu den erlaubten Lockerungsmaßnahmen bei Mannschaftssportarten mit Kontakt.“ Sofern solche Trainingsspiele vereinsübergreifend angesetzt werden, sind sie aber auf Aufeinandertreffen bayerischer Vereine begrenzt.

„Nachdem der Ministerrat am Dienstagvormittag keine weiteren Lockerungen hinsichtlich der schrittweisen Wiederaufnahme des Amateurfußball-Spielbetriebs im Freistaat beschlossen hatte, hatte der BFV die Regierung zu einer weiteren Lockerung für den Amateursport aufgerufen“, schildert der Verband in einer Pressemitteilung. „Mit Erfolg.“

Die Re-Start-Pläne sehen aktuell vor, dass die unterbrochene Spielzeit 2019/20 im September fortgesetzt wird, sollten die staatlichen Vorgaben dies dann auch erlauben. „Ebenso gilt nach wie vor die beschlussmäßige Zusage, dass wir die Wiederaufnahme des Spielbetriebs mindestens vier Wochen zuvor ankündigen werden“, so Igels­pacher. Trainingsspiele seien da der nächste wichtige Schritt – der nun seit Mittwoch gegangen werden darf.

Beliebter Ligapokal

Das Interesse am Ligapokal, der vom Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) neu ins Leben gerufen wurde, um die Lücken im Terminplan zu füllen, ist in der Region sehr groß. Bis zum Meldetermin am 22. Juli entschied sich ein Großteil der Teams daran teilzunehmen, um sich eine zusätzliche Chance auf einen Aufstiegsplatz zu erspielen.

Die Kreisligen Zugspitze 1 und 2 werden in ihren vollen Mannschaftsstärken im Ligapokal starten. Alle 29 Teams, inklusive des TSV Peiting, TSV Bernbeuren, TSV Altenstadt und VfL Denklingen, haben sich angemeldet. Das berichtete Kreisspielleiter Heinz Eckl. Von den 57 Kreisklassisten entschieden sich 54 dafür. Von 110 Teams aus der A-Klasse verzichten lediglich zehn.

Der BFV hatte den Vereinen geraten, sich vor einer Anmeldung gut zu überlegen, ob sie auch dafür garantieren können, immer eine vollzählige Truppe zu stellen. Insbesondere wurde dieser Appell Richtung Zweit- und Drittvertretungen gerichtet. Und einige haben sich das scheinbar zu Herzen genommen.

Denn aus der B-Klasse, so Eckl, werden nur 63 von 102 Mannschaften mit von der Partie sein werden. In den C-Klassen herrsche ein Verhältnis von 50:50. Noch sind die Teilnehmerlisten trotz der bereits abgelaufenen Meldefrist nicht in Stein gemeißelt.

„Erfahrungsgemäß ändern manche ihre Meinung noch“, betonte Kreisspielleiter Eckl, der bis Ende dieser Woche aber die Gruppeneinteilung vornehmen wollte (nach Redaktionsschluss). Die Veröffentlichung erfolgt dann am Anfang nächster Woche. 

ras/hal

Auch interessant

Meistgelesen

Fußball: Murnau trennt sich von Altenstadt 2:2
Fußball: Murnau trennt sich von Altenstadt 2:2
Peiting besiegt Utting im ersten Test mit 6:0
Peiting besiegt Utting im ersten Test mit 6:0
Corona trifft TSV Weilheim: Sinkende Mitgliederzahlen und Einnahmen
Corona trifft TSV Weilheim: Sinkende Mitgliederzahlen und Einnahmen
Schongauer Handball-Herren testen ab September 
Schongauer Handball-Herren testen ab September 

Kommentare