»Gespannt, wie viele Vereine überleben«

Eishockey-Bayernliga startet wohl ohne Zuschauer

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Die Führungsmannschaft der Abteilung: Manuel Jesse, Lisa Steidl, Tobias Ende, Norbert Ortner, Georg Kreutterer, Monika Lenttner und Alexander Muschiol (v. links).

Peißenberg – Finanzen in Ordnung, Vorstandschaft wiedergewählt. Die Hauptversammlung der Peißenberger Eishackler verlief auch unter Corona-Bedingungen lange Zeit unspektakulär, bis Abteilungsleiter Norbert Ortner beim Ausblick die Bombe platzen ließ: Die Eishockey-Bayernliga wolle ohne Zuschauer in die nahende Saison starten, verkündete der Eishackler-Chef.

„Vor ein paar Wochen sagten noch alle 15 Vereine ‚Geisterspiele gibt es nicht‘ und bei der letzten Videokonferenz waren plötzlich 14 dafür und nur noch Peißenberg dagegen“, berichtete Ortner den rund 70 Anwesenden, darunter fast die komplette erste Mannschaft, im Gasthaus zur Post vom überraschenden Sinneswandel innerhalb der Liga. Durch die fehlenden Zuschauer­einnahmen sieht Ortner große Probleme auf die Bayernligisten zukommen: „Ich bin gespannt, wie viele Vereine das überleben“.

Um die Ausfälle etwas zu kompensieren, denken die Eishackler über die Videoübertragung der Spiele nach. „Wir sind da in Gesprächen und Überlegungen und hoffen die bestmöglichste Lösung zu finden“, versprach Ortner.

Bei seinem Rechenschaftsbericht ging er zunächst auf die vergangene Saison ein. „Trotz Verletzungspech hat die Mannschaft ihr Bestes gegeben“, war es für den Eishackler-Chef im Großen und Ganzen eine gute Spielzeit, auch wenn die Verzahnungsrunde mit der Oberliga verpasst wurde.

Ordentliche Finanzen

Finanziell lief es auch recht ordentlich. Bei Einnahmen von 165.500 Euro und Ausgaben von 167.000 Euro blieb unterm Strich ein Minus von 1.500 Euro. „Das ist unter anderen dem zurückgegangenen Zuschauerschnitt auf 521 (Vorjahr 587), einem Forderungsausfall von 2.000 Euro, zusätzlichen Kosten für die Security und den Corona-bedingten Ausfällen der Papiersammlung geschuldet“, erklärte Schatzmeisterin Monika Lenttner. Der Nachwuchs verzeichnete dagegen bei Einnahmen von 91.300 Euro und Kosten von 84.700 Euro ein Plus von 6.500 Euro.

Einen Rückgang gab es bei den Mitgliederzahlen: Nach 232 im Vorjahr belaufen sie sich aktuell auf 207. Vor den Wahlen, die Stefan Rießenberger durchführte, lobte der TSV-Präsident die Eishackler-Führung. „In der heutigen Zeit so viel ehrenamtliches Engagement zu finden, ist schwierig. Ihr macht das super.“

Bei der Abstimmung wurden Ortner, Tobias Ende (2. Abteilungsleiter), Lenttner (Schatzmeisterin), Alex Muschiol (technischer Leiter) und Georg Kreutterer (Beisitzer) einhellig im Amt bestätigt. Für die langjährige Schriftführerin Barbara Schmid, die nicht mehr kandidierte, rückte Lisa Steidl nach. Neuer Jugendleiter ist bereits seit März Manuel Jesse.

Letzterer verkündete in seinem Bericht, dass die Eishackler sich zukünftig an dem Fünf-Sterne-Programm des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beteiligen wollen. „Auch wenn es zunächst finanziell nichts bringt“, so Jesse.

Keine Kontingentspieler

Ortner ging zum Abschluss auf die Bayernligamannschaft der kommenden Saison ein. „Wir werden ohne Ausländer spielen, das ist mit dem Trainer so abgesprochen“, erklärte der Eishackler-Chef. Ursprünglich war geplant, bereits Mitte August aufs eigene Eis zu gehen. Durch Corona, „was uns noch länger beschäftigen wird“, so Ortner, verschob sich der Termin für die Eisbereitung. „Ab 8. September werden wir zuhause trainieren“, meinte der Abteilungsleiter, der sich ansonsten mit Prognosen für die kommende Saison zurückhielt. „Es wird nur gehen, wenn wir enger zusammenrücken“, schloss der Eishackler-Boss.

hal

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